Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nervengift Botox breitet sich im Gewebe aus

03.04.2008
Drei Tage nach Injektion in anderen Körperteilen nachweisbar

Eine der giftigsten und gefährlichsten Substanzen, das Botox-Toxin, das in der Schönheitschirurgie häufig verwendet wird, könnte mehr unerwünschte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen, als bisher vermutet.

Forscher haben nämlich nachgewiesen, dass Botulinum Neurotoxin Type A, wie die Substanz wissenschaftlich heißt, nicht nur an jenen Körperstellen bleibt, in die es injiziert wird, sondern sich über das Gewebe ausbreiten kann, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.

Nur drei Tagen nach der Botox-Injektion bei Ratten im Gesicht und im Hirn konnte das Forscherteam um Matteo Caleo vom Istituto di Neuroscienze in Pisa feststellen, dass sich das Nervengift im Körper der Tiere verteilt hatte.

... mehr zu:
»Nervengift »Nervenzelle

Bisher waren Wissenschaftler davon ausgegangen, dass das Gift, das die Erregungsübertragung von den Nervenzellen zum Muskel hemmt und damit die Kontraktion des Muskels abschwächt oder sogar ganz ausfallen lässt, dort bleibt, wo es injiziert wurde. Für Caleo bedeutet diese Entdeckung nicht unbedingt negative Schlagzeilen.

"Die bisherigen Studien wurden mit Jod-125 durchgeführt, erklärt Caleo im pressetext-Interview. Da jedoch die injizierten Mengen des Toxins derart gering sind, können sie mit dieser Methode nicht nachgewiesen werden. "Wir haben versucht, die Substanz anders nachzuweisen", meint der Wissenschaftler. Sie suchten nach Fragmenten des SNAP-25-Proteins, das vom Toxin zerstört wird. SNAP-25 spielt nämlich in der Übertragung von Nervenzellen zum Muskel eine entscheidende Rolle. "Tatsächlich wurden wir fündig", erklärt der Forscher. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, Proteinfragmente in Hirnzellen zu lokalisieren, wenn den Ratten das Botulinum Neurotoxin in die Schnurrhaarmuskeln gespritzt worden war.

Die Auswirkungen der Ergebnisse erfordern eine neue und noch genauere Untersuchung, meint Caleo. Wenn, wie in kosmetischen Einsätzen, die Substanz alle vier bis sechs Monate injiziert wird, könne es schon zu Problemen kommen. Caleo will sich allerdings auf Spekulationen nicht festlegen. "Das muss man sehr viel genauer untersuchen", meint der Forscher. Was allerdings von größtem Interesse wäre, sei die Frage wie niedrig die Dosis ausfallen müsste, um nicht mehr nachweisbar zu werden.

In der kosmetischen Behandlung spielt das Nervengift bereits seit einigen Jahren eine große Rolle. Behandelt werden damit vor allem Falten. Besonders die so genannten "dynamischen Gesichtsfalten" - die durch die Aktivität der Gesichtsmuskeln entstehen - lassen sich durch Botulinumtoxin wirksam rückbilden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.in.pi.cnr.it

Weitere Berichte zu: Nervengift Nervenzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ultra-sensitiv dank quantenmechanischer Verschränkung

28.06.2017 | Physik Astronomie

Chemisches Profil von Ameisen passt sich bei Selektionsdruck rasch an

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise