Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltneuheit aus Deutschland: Sichere Implantate dank gezüchtetem Knochen - neues Verfahren macht Operation überflüssig

27.03.2008
Wenn es um die "dritten Zähne" geht, entscheiden sich immer mehr Menschen für Zahnimplantate, Experten rechnen mit einem Wachstum von 20 Prozent pro Jahr.

In vielen Fällen steht vor dem Einsatz der Implantate jedoch ein Aufbau des von Parodontitis zerstörten Kieferknochens. Bislang wurden hierfür durch eine Operation gewonnenes Knochenmaterial aus Kiefer bzw. Becken oder synthetische Knochenersatzmaterialien verwendet.

Jetzt berichtet das amerikanische "Journal of Periodontology" von einem schonenden Verfahren zum erfolgreichen Kieferaufbau mit gezüchteten Knochen.

Entwickelt wurde die Methode von zwei deutschen Zahnärzten in Zusammenarbeit mit der staatlichen Universität Ohio in Columbus.

Für den Aufbau mit körpereigenen Knochen (autologe Augumentation) als Vorbereitung für den Einsatz von Implantaten ist die operative Entnahme von Knochenmaterialien entweder aus der Kiefer- oder der Beckenregion notwendig, letztere unter Vollnarkose. Dieser Eingriff ist wie jede Operation belastend und nicht risikofrei, insbesondere für ältere Patienten. Die Nutzung von Fremdmaterialien (homologe Augumentation) birgt dagegen immer die Gefahr von Abstoßungsreaktionen.

... mehr zu:
»Augumentation »Implantat

In seiner aktuellen Ausgabe berichtet die amerikanische Fachzeitschrift Journal of Periodontology über eine Fallstudie, bei der die Düsseldorfer Zahnärzte Prof. Zafiropoulos und Dr. Christian Beaumont eigens gezüchtetes Knochenmaterial erfolgreich zum Kieferaufbau verwendet haben, um anschließend Implantate einzusetzen.

Dieses Verfahren ist besonders schonend für die Patienten: Ihnen wird lediglich unter örtlicher Betäubung eine kleine Menge Knochenhaut entnommen, aus der dann in einem Reinraumlabor neues knochenbildendes Gewebe gezüchtet wird. Die so gewonnenen knochenbildenden Zellen werden in ein biologisch abbaubares Grundgerüst (so genannte Trägervliese) eingebracht, in dem die Zellen in allen Richtungen weiter wachsen können - zu der Form, die der Zahnarzt benötigt.

Prof. Zafiropoulos, der an der Universität Mainz lehrt, hat das Verfahren mit seinem Kollegen Dr. Beaumont in ihrer Praxis "Blaues Haus" in Düsseldorf erprobt. Sein Fazit: "Die Verwendung von gezüchtetem Knochen ist eine vollwertige, schonende und risikoarme Alternative zu den bisherigen Verfahren. Die Knochenhöhe nach der Operation war wie geplant signifikant erhöht, vor allem kam es weder in der Folge der Augumentation noch nach dem Einsatz der Implantate es zu Entzündungen oder sonstigen Komplikationen."

Die Fallstudie wurde wissenschaftlich begleitet von Dimitris N.
Tatakis vom College of Dentristy der Ohio State University.
Originaltext und Quelle: Use of Engineered Bone for Sinus Augmentation, Christian Beaumont, Roswitha J. Schmidt, Dimitris N.

Tatakis, and Gregory-George Zafiropoulos, Journal of Periodontology, 2008, Vol. 79, No. 3, Pages 541-548, (doi:10.1902/jop.2008.070255).

Prof. G. Zafiropoulos | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.blaues-haus-duesseldorf.de

Weitere Berichte zu: Augumentation Implantat

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

nachricht Enterprise 2.0 ist weiterhin bedeutendes Thema in Unternehmen
03.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten