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Kosteneinsparung durch strukturierte Personalauswahlgespräche

07.06.2002


Psychologen der TU Dresden weisen riesiges Sparpotenzial für mittelständische Unternehmen nach.



Ist ein Unternehmen auf der Suche nach Führungskräften, wählt es diese nach wie vor fast immer mit Hilfe von Einstellungsgesprächen aus. Im Gespräch soll der geeignetste Bewerber herausgefunden werden. Trotz dieser intensiven Gespräche erfüllen die letztendlich ausgewählten Bewerber oft nicht die in sie gesetzten Erwartungen.



Deshalb nahmen Psychologen der TU Dresden um Professor Karl Westhoff in einer Studie die Qualität der Auswahlgespräche unter die Lupe. Die Ergebnisse sprechen für sich: Durch eine Optimierung der Auswahlgespräche könnte ein mittelständisches Unternehmen mindestens 150.000 Euro pro Jahr einsparen. Die Verbesserung der Auswahlgespräche würde gewährleisten, dass entsprechend dem Schlüssel-Schloss-Prinzip tatsächlich der Bewerber herausgefunden würde, der am besten in der Lage ist, die zu besetzende Stelle auszufüllen.

In den Unternehmen werden nur in wenigen Fällen überhaupt differenzierte Anforderungsprofile erstellt. Es wird also fast nie genau genug beschrieben, was vom Bewerber erwartet wird. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass die Unternehmen die Gespräche kaum vorbereiten und wenig strukturiert durchführen. Dem entsprechend ungenau erfolgt dann natürlich auch die Auswertung der Gespräche. Ein objektiver Vergleich der Kandidaten untereinander und hinsichtlich der Anforderungen ist somit nicht möglich. Die Investition in ein verbessertes Auswahlverfahren für Führungskräfte/-nachwuchs ist gering im Vergleich zum Nutzen. Zudem beginnt sich die Investition in das verbesserte Auswahlverfahren bereits nach vier Monaten auszuzahlen.

Informationen: Prof. Dr. Karl Westhoff, Tel. (03 51) 4 63?3 31 49,E-Mail: westhoff@psychologie.tu-dresden.de, Dipl.-Psych. Ute Stephan, Tel. (03 51) 4 63?3 53 67, E-Mail: stephan@psychologie.tu-dresden.de

Birgit Berg | idw

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