Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie: Direkte steuerliche Förderung führt nicht automatisch zu mehr FuE-Leistungen

03.03.2008
Kurzexpertise beleuchtet Vor- und Nachteile direkter und indirekter Förderung von Forschung und Entwicklung (FuE) in ostdeutscher Unternehmenslandschaft

Die Förderung von Forschung und Entwicklung (FuE) - also von Unternehmensaktivitäten, neue und bessere Produkte und Verfahren zu entwickeln - durch steuerliche Anreize ist zwar prinzipiell ein effektives Instrument. Schwieriger zu ermitteln ist hingegen die Effizienz der Steuerförderung, das heißt das gesamtwirtschaftliche Verhältnis der erzielten Wirkungen zu den eingesetzten Subventionen.

Eine Studie, die das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) und das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) in Auftrag gegeben haben, belegt: Bereinigt um Struktureffekte ist weniger der Einsatz von FuE als vielmehr der Output an FuE-Leistungen - ein "Innovationsdefizit" - das technologiepolitische Problem in den neuen Ländern.

Zwar ist das "optimale" Niveau an FuE in Ostdeutschland unbekannt, doch spricht einiges dafür, dass es in den letzten Jahren überschritten wurde. In Anbetracht der intensiven Förderung dürften laut Studie daher weitere FuE-Subventionen - seien es Zuschüsse, Darlehen oder Steuererleichterungen - immer weniger zusätzliche FuE-Aktivitäten in den Unternehmen hervorbringen. Es sei zweifelhaft, dass auf diese Weise angestoßene FuE-Anstrengungen zu mehr Innovationserfolg führen als die bisherigen.

... mehr zu:
»FuE

Zur Frage nach der effizientesten Förderart führt die Studie aus, dass es aus theoretischer Perspektive völlig gleichgültig ist, in welcher Form Subventionen gewährt werden. Über das theoretische Konstrukt des Subventionsäquivalents, das heißt dem diskontierten Gegenwartswert von Zuschüssen, Darlehen, Bürgschaften oder Steuererleichterungen, können die Förderbeträge, die hinter der direkten (projektbezogenen) bzw. indirekten (steuerlichen) FuE-Förderung stehen, jederzeit vergleichbar gemacht werden.

Da der Expertise zufolge vor allem der Output an FuE-Leistungen das Problem ostdeutscher Unternehmen ist und eine effiziente FuE-Förderung sowohl auf direktem als auch auf indirektem Wege möglich ist, wird empfohlen, die steuerliche FuE-Förderung nicht weiter zu verfolgen. Zusätzliche steuerliche Anreize allein können demnach die Qualität der FuE-Aktivitäten kaum verbessern und werden eher nicht dazu führen, dass forschungsintensive Unternehmen ihren Standort nach Ostdeutschland verlegen.

Diese Schlussfolgerung hat vor allem die Auswirkungen einer zusätzlichen steuerlichen FuE-Förderung auf die Qualität der unternehmerischen FuE-Aktivitäten im Auge. Aber selbst wenn man das FuE-Volumen insgesamt steigern wollte, käme es nach den Ergebnissen dieser Studie in den neuen Ländern vor allem darauf an, die schwachen Unternehmensstrukturen zu entwickeln und forschungsintensive Unternehmen neu anzusiedeln. Das vorhandene ostdeutsche Unternehmenspotenzial reicht der Studie zufolge eher nicht aus, um ein am Lissabonziel orientiertes FuE-Engagement zu erreichen, das 3% des BIP für FuE-Aktivitäten vorsieht.

Die vollständige Expertise kann auf der Website des BBR heruntergeladen werden:
http://www.bbr.bund.de/DE/Veroeffentlichungen/BBR-Online/2008/ON072008.html
Über ein Belegexemplar oder einen Beleglink würden wir uns freuen.
Ansprechpartner für inhaltliche Fragen:
Dr. Steffen Maretzke
Referat I4 - Regionale Strukturpolitik und Städtebauförderung
Tel: +49(0)22899.401-2326
steffen.maretzke@bbr.bund.de

Christian Schlag | idw
Weitere Informationen:
http://www.bbr.bund.de/DE/Veroeffentlichungen/BBR-Online/2008/ON072008.html

Weitere Berichte zu: FuE

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Studie zu sicherem Autofahren bis ins hohe Alter
19.06.2017 | Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund

nachricht Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung der Industrieproduktion auf Jobs und Umweltschutz?
16.05.2017 | Institute for Advanced Sustainability Studies e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise

Immunabwehr: Wie Proteine Membranbläschen zusammenbringen

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Auto lernt vorauszudenken

28.06.2017 | Maschinenbau