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Deutsche-Bank-Manager leitet Studie über Kosten durch Verlust biologischer Vielfalt

03.03.2008
Bundesumweltministerium und EU-Kommission stellen Pavan Sukhdev als Leiter der Studie vor

Nichtstun ist teurer als Handeln – für den Klimaschutz hat dies vor gut einem Jahr der ehemalige Weltbankökonom Nicolas Stern nachgewiesen. Nun soll dieser Nachweis auch für die biologische Vielfalt erbracht werden. Als Leiter des Forschungsprojekts haben Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und EU Kommissar Stavros Dimas den Ökonom Pavan Sukhdev gewinnen können.

Sukhdev ist Generaldirektor und Leiter der Abteilung "Globale Märkte" der Deutschen Bank AG in London. Das Vorhaben, die volkswirtschaftlichen Kosten durch den Verlust der biologischen Vielfalt weltweit zu ermitteln, ist ein Ergebnis des Treffens der G8+5 Umweltminister in Potsdam im letzten Jahr.

Pavan Sukhdev ist, neben seiner Tätigkeit für die Deutsche Bank, unter anderem Direktor des "Green Accounting for Indian States Project" (http://www.gistindia.org), einer Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung biologischer Vielfalt in Indien. "Die Wahl von Pavan Sukhdev unterstreicht den internationalen Ansatz, den die Studie verfolgt. Denn ohne internationale Unterstützung könnte die Studie nur ein sehr unvollständiges Bild vermitteln und keine nachhaltige Wirkung erzielen", sagte Gabriel.

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"Die Erhaltung der Biodiversität ist eine ethisch-moralische Verpflichtung, denn mit jeder Art, die geht, geht ein Stück von uns selbst. Und sie ist eine ökonomisch notwendige und zentrale Aufgabe", betonte Stavros Dimas.

"Mit den Ergebnissen der Studie wollen wir die enorme ökonomische Relevanz der abwechslungsreichen und unterschiedlichen Aspekte biologischer Vielfalt aufzeigen", erläuterte Pavan Sukhdev die Zielsetzung seiner Untersuchungen.

Die ersten Ergebnisse, die bereits in den letzten Monaten gewonnen werden konnten, unterstreichen diese Aussage. Fast die Hälfte aller zugelassenen Medikamente in Deutschland stammt aus Pflanzenmaterial. Zehn der 25 weltweit erfolgreichsten Medikamente werden aus natürlichen Quellen und von wildlebenden Arten, also aus Pilzen, Bakterien, Pflanzen oder Tieren, gewonnen. Mit jeder Art, die ausstirbt, geht möglicherweise die Arznei für eine bedrückende Krankheit verloren. Der Weltmarktwert für pharmazeutische Produkte, die aus der Nutzung natürlicher genetischer Ressourcen stammen, wird mit 75 bis 150 Milliarden Dollar pro Jahr veranschlagt.

Die Ergebnisse der ersten Phase der Studie werden von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel auf der 9. UN-Naturschutzkonferenz der Weltöffentlichkeit vorgestellt werden. Auf der Konferenz in Bonn werden Delegierte aus 190 Vertragsstaaten vom 19. bis 30. Mai 2008 über den weltweiten Schutz der biologischen Vielfalt, ihre nachhaltige Nutzung und den gerechten Vorteilsausgleich beraten.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.gistindia.org
http://www.bmu.de/un-naturschutzkonferenz2008

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