Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ideen brauchen gute Arbeitsgestaltung

13.02.2008
Forschungsbericht "Kreativität und Gesundheit im Arbeitsprozess"

Nicht die altbewährte standardisierte Produktionstechnologie, sondern die Fähigkeit zur Innovation sichert den Unternehmenserfolg in der heutigen Arbeitswelt. Ohne Kreativität lassen sich jedoch keine neuen Wege beschreiten. Dabei sind Unternehmen auf das "Köpfchen" der Beschäftigten angewiesen. Doch welche Arbeitsbedingungen fördern den Ideenreichtum und die Gesundheit der Mitarbeiter?

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gab deshalb das Projekt "Kreativität und Gesundheit im Arbeitsprozess - Bedingungen für eine kreativitätsförderliche Arbeitsgestaltung im Wirtschaftsleben" in Auftrag, das vom Lehrstuhl für Psychologie an der Technischen Universität München bearbeitet wurde. Es zielte darauf ab, den Forschungsstand zu bilanzieren. Darüber hinaus identifizierten die Psychologen fördernde und hemmende Faktoren für Kreativität und Gesundheit im Arbeitskontext. Daraus leiteten sie praxisorientierte Schlussfolgerungen für die Arbeitsgestaltung ab. Der Forschungsbericht ist jetzt auf der Homepage der BAuA veröffentlicht worden.

Die Ergebnisse beruhen sowohl auf umfassenden nationalen und internationalen Literaturrecherchen (rund 40 empirische Studien wurden dokumentiert), als auch auf empirischen Fallstudien in elf Unternehmen sowie Beispielen guter Praxis.

... mehr zu:
»Arbeitsprozess »BAuA

Für die Arbeitsgestaltung kristallisieren sich im Kern solche gestaltungsrelevanten Merkmale der Arbeit heraus, die in vielen arbeits- und organisationspsychologischen Konzepten im Mittelpunkt stehen. Dazu zählen vor allem Autonomie und Anforderungsvielfalt ebenso wie unterstützende Bedingungen in den Strukturen und Prozessen der Organisation und Führung. Dies bedeutet beispielsweise regelmäßiges, objektives Feedback von der Führungskraft an die Mitarbeiter und Kommunikation über die geleistete Arbeit, damit kreative Ideen weiterentwickelt werden können.

Allerdings kann sich ein Übermaß an Kreativanforderungen und Freiräumen auch ungünstig auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter auswirken. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn weitestgehend unstrukturierte Anforderungen und Arbeitsprozesse Handlungsunsicherheiten hervorrufen, die sich zur erlebten Überforderung entwickeln.

Die Autoren machen deutlich, dass eine kreativitäts- und gesundheitsförderliche Aufgabengestaltung eine nachhaltigere Strategie ist als eine kurzfristige und kurzsichtige Selektion kreativer und besonders belastbarer Mitarbeiter für das Unternehmen. Auch angesichts der demographischen Veränderung des Arbeitsmarktes dürfte eine solche Strategie für unter Innovationsdruck stehende Branchen heute unabdingbar sein.

Der Forschungsbericht "Kreativität und Gesundheit im Arbeitsprozess - Bedingungen für eine kreativitätsförderliche Arbeitsgestaltung im Wirtschaftsleben" befindet sich unter der Adresse http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/F1961.html auf der Homepage der BAuA. Zusätzlich kann für interessierte Leser das Literaturkompendium im Internet noch einmal getrennt vom Bericht eingesehen werden. Die Druckversion ist über das Informationszentrum der BAuA, Tel.: 0231.90 71 20 71, Fax 0231.90 71 20 70, E-Mail info-zentrum@baua.bund.de zu beziehen.

Jörg Feldmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.baua.de/de/Publikationen/Fachbeitraege/F1961.html

Weitere Berichte zu: Arbeitsprozess BAuA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Innovationsindikator 2017: Deutschland auf Platz vier von 35, bei der Digitalisierung nur Rang 17
24.07.2017 | acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften

nachricht Personalisierte Medizin – Ein Schlüsselbegriff mit neuer Zukunftsperspektive
14.07.2017 | Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Recherche-Reise zum European XFEL und DESY nach Hamburg

24.07.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu Sprachdialogsystemen und Mensch-Maschine-Kommunikation in Saarbrücken

24.07.2017 | Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Power-to-Liquid: 200 Liter Sprit aus Solarstrom und dem Kohlenstoffdioxid der Umgebungsluft

24.07.2017 | Energie und Elektrotechnik

Innovationsindikator 2017: Deutschland auf Platz vier von 35, bei der Digitalisierung nur Rang 17

24.07.2017 | Studien Analysen

Netzwerke statt Selbstversorgung: Wiesenorchideen überraschen Bayreuther Forscher

24.07.2017 | Biowissenschaften Chemie