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Finanzinvestoren: Heuschreckenimage unbegründet

31.01.2008
Steigende Löhne und konstante Beschäftigtenzahlen widerlegen Vorurteil

Finanzinvestoren in Form von Private-Equity-Gesellschaften werden häufig zu Unrecht mit gewinnmaximierenden "Heuschrecken" verglichen. Zu diesem Ergebnis kommt ein deutsch-schottisches Forscherteam, das die Entwicklung von 52 an der deutschen Börse notierten Firmen nach dem Einstieg einer privaten Investmentgesellschaft untersucht hat. Die Analyse zeigt auf, dass sowohl die Löhne der Mitarbeiter nach den Beteiligungen von fremden Investoren signifikant anstiegen als auch die Börsenkurse einen positiven Effekt aufwiesen.

"Private-Equity-Gesellschaften entsprechen nicht länger dem Bild von destruktiven Heuschrecken, die aus rein profitorientierten Gründen über Unternehmen herfallen, diese ausnehmen und dann weiter ziehen. In Wirklichkeit geht es solchen Gesellschaften eher darum, finanzielle Motive, die auf strategischen Prinzipien beruhen, in den Vordergrund zu stellen", unterstreicht der an der Untersuchung beteiligte Volkswirt André Betzer gegenüber pressetext. Laut dem an der Universität Bonn tätigen Wissenschaftler trifft der einst von Franz Münterfering geprägte Heuschrecken-Begriff längst nicht auf alle Investitionsbeispiele zu.

"Ebenso viele positive Beispiele gibt es, die zu oft in der Diskussion um die Tätigkeiten von derartigen Investoren untergehen", weiß Betzer. So werde in den meisten Fällen außer Acht gelassen, dass nach dem Einstieg von vermeintlichen Heuschrecken in Unternehmen Insolvenzen verhindert werden konnten. Wenngleich im Zuge von Sanierungsmaßnahmen durchschnittlich rund 20 Prozent der Belegschaft entlassen werden, sei zu berücksichtigen, dass dadurch etwa 80 Prozent ihren Arbeitsplatz behalten haben. Demzufolge seien Übernahmen und/oder Zukäufe durch Private-Equity-Gesellschaften vor dem Hintergrund der Ausnutzung von Synergieeffekten zu bewerten, die eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit zum Ziel haben.

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Laut der Studie, die sich allein auf offizielle Kennzahlen der untersuchten Unternehmen stützt, sind weder Massenentlassungen noch Lohndumping generell der Fall. "Im Schnitt sank die Zahl der Beschäftigten im Folgejahr zwar leicht ab. Diese Änderung ist aber nicht signifikant", verdeutlicht Betzer auf Nachfrage von pressetext. Insbesondere wenn konjunkturelle Schwankungen herausgerechnet würden, nimmt die Zahl der Mitarbeiter sogar leicht zu, so Betzer weiter. Auch steige der Durchschnittsverdienst um rund sechs Prozent an. Zudem entwickelt sich der Börsenkurs am Tag der Bekanntgabe der Beteiligung durch Investmentfirmen im Schnitt um knapp sechs Prozent positiver als vergleichbare Werte.

Florian Fügemann | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www1.uni-bonn.de

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