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Automobilhersteller im globalen Wettbewerb: Dezentrale Wertschöpfungsstrategien auch in der Krise unerlässlich

11.02.2009
ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin und Bertelsmann Stiftung legen Studie zum internationalen Wertschöpfungsmanagement vor.

Die Automobilindustrie befindet sich gegenwärtig in einer globalen Krise von bislang unbekanntem Ausmaß. Auch die deutschen Automobilhersteller verzeichnen weltweit starke Absatzrückgänge.

Der Ausweg aus der Krise kann jedoch nicht darin bestehen, das Rad der Internationalisierung zurückzudrehen - im Gegenteil. Automobilhersteller müssen ihre Globalisierung auch in der Krise weiter vorantreiben, um zukünftig im Wettbewerb bestehen zu können. Die weltweite Lokalisierung von Wertschöpfungsaktivitäten stellt dabei einen wesentlichen Schlüssel zum Erfolg dar.

Prof. Dr. Stefan Schmid und Dipl.-Kfm. Philipp Grosche von der ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin haben in einem gemeinsamen Projekt mit der Bertelsmann Stiftung die Automobilhersteller Audi, Dacia, Renault, Toyota und Volkswagen detailliert analysiert, Best Practices identifiziert und Handlungsempfehlungen für zukunftsfähige Wertschöpfungsstrategien entwickelt. In Fallstudien zeigen Schmid und Grosche, welche Maßnahmen Automobilhersteller ergreifen müssen, um auf den weltweiten Märkten auch langfristig wettbewerbsfähig zu sein.

Automobilhersteller, insbesondere die Hersteller im Volumensegment, sollten ihre Wertschöpfungsaktivitäten verstärkt dezentral innerhalb des Unternehmensnetzwerks durchführen. Nur auf diese Weise können die Hersteller weiterhin weltweit erfolgreich sein und neue Wachstumschancen erschließen, beispielsweise indem sie die lokale Produktion als Verkaufsargument nutzen oder vor Ort Modelle entwickeln, die besonders gut auf die dortigen Kundenwünsche zugeschnitten sind. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), unterstreicht diese Forderung: "Ein weltweiter Produktionsverbund - an dem natürlich auch die Zulieferer beteiligt sind - ist auch deshalb wichtig, weil nur so die neuen Märkte nachhaltig erschlossen werden können. Allein über den Export ist das nicht zu stemmen."

Die verlangte Dezentralisierung bedeutet allerdings nicht, dass ein Hersteller an jedem Standort alle Wertschöpfungsaktivitäten durchführen soll. Vielmehr ist eine dezentrale Zentralisierung notwendig, in deren Rahmen Kompetenzzentren mit spezifischen Fähigkeiten bestimmte Führungsaufgaben für den gesamten Konzern übernehmen. "Die dezentrale Verteilung von Wertschöpfungsaktivitäten muss deshalb auch mit einer Dezentralisierung von Führungsfunktionen und Entscheidungskompetenzen einhergehen", fordert Professor Schmid, Inhaber des Lehrstuhls für Internationales Management und Strategisches Management an der ESCP-EAP Berlin. Nur so können ausländische Unternehmenseinheiten ihre lokalen Fähigkeiten, Ressourcen und Kompetenzen dem Gesamtunternehmen zur Verfügung stellen und ihm zu weltweiten Wettbewerbsvorteilen verhelfen.

Durch diese Neuausrichtung der Wertschöpfung werden insbesondere die Schwellen- und Entwicklungsländer für Automobilhersteller weiter an Bedeutung gewinnen. Standorte in diesen Ländern werden nicht mehr nur als "verlängerte Werkbank" westlicher Standorte fungieren, sondern höherwertige Wertschöpfungsaktivitäten, zum Beispiel in der Entwicklung, übernehmen. "Außerdem müssen die Automobilhersteller ihre Unternehmenskulturen an den Wandel der Wertschöpfungs- und Führungsstrukturen anpassen", betonen Schmid und Grosche in ihrer Studie. Denn die Hersteller benötigen weltumspannende Unternehmenskulturen, um die Integration der dezentralen Einheiten in das globale Unternehmensnetzwerk zu fördern.

Die praxisorientierte Studie liegt unter den folgenden bibliographischen Angaben vor:

Schmid, Stefan/Grosche, Philipp (2008): Management internationaler Wertschöpfung in der Automobilindustrie - Strategie, Struktur und Kultur. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh, 2008, 159 Seiten.

Sie kann unter http://www.bertelsmann-stiftung.de/wertschoepfung heruntergeladen werden. Auf dieser Internetseite stehen auch weitere Informationen zum gemeinsamen Projekt der ESCP-EAP Berlin und der Bertelsmann Stiftung bereit.

Kontakt
Frau Renate Ramlau
Lehrstuhl für Internationales Management und Strategisches Management
ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin
Heubnerweg 6, 14059 Berlin
Telefon:+49-30-32007-137
Fax: +49-30-32007-107
E-Mail: renate.ramlau@escp-eap.de
Hintergrundinformationen
Die ESCP-EAP Europäische Wirtschaftshochschule Berlin ist der deutsche Campus der ESCP-EAP European School of Management mit weiteren Standorten in Paris, London, Madrid und Turin. Auf ihrem weltweit einzigartigen Multi-Campus mit 5 eigenen Standorten in 5 europäischen Ländern vermittelt die ESCP-EAP mit ihren transnationalen Programmen wirtschaftliche und praxisnahe Fachkenntnisse sowie intensive interkulturelle Erfahrungen.

Von verschiedenen Master-Studiengängen über Promotions- und MBA-Programme bis zur Corporate Education bietet die ESCP-EAP Berlin ein breites Spektrum an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für internationale Studenten und Führungskräfte. Inhalt und Struktur der transnationalen Programme an der ESCP-EAP sind länderübergreifend optimal aufeinander abgestimmt und führen mehr als 20 Nationalitäten in Studien- und Projektgruppen zusammen.

Die ESCP-EAP Berlin ist als wissenschaftliche Hochschule staatlich anerkannt und arbeitet seit 30 Jahren in Deutschland. Hier ist sie die erste Hochschule, die von allen drei wichtigen internationalen Akkreditierungsagenturen anerkannt worden ist - AACSB, AMBA und EFMD (EQUIS). Die ESCP-EAP geht zurück auf die älteste Wirtschaftshochschule Europas (1819 gegründet) und wird von der deutsch-französischen Hochschule unterstützt. Die Qualität der ESCP-EAP ist zusätzlich durch Top Ranking-Positionen europaweit bestätigt.

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ESCP-EAP Berlin
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Anne-Laure von Fuchs | idw
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