Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aufschwung ohne Risiko?

14.05.2013
Deloitte-Studie zeigt steigenden Optimismus bei deutschen CFOs - aber eine defensive Grundhaltung

Die CFOs in deutschen Unternehmen sehen deutlich positiver in die Zukunft - seit der letzten Befragung vor sechs Monaten haben sich die Konjunktur-Optimisten unter den Teilnehmern mehr als verdoppelt. Auch die Erwartungen für die Aussichten des eigenen Unternehmens haben sich stark verbessert. Dies ist vor allem einem Rückgang der Unsicherheit zu verdanken, nicht zuletzt aufgrund größeren Vertrauens in die Zukunft der Euro-Zone.

Dennoch wollen die Finanzchefs (noch) nicht in Wachstum investieren, sondern vor allem in Rationalisierungsmaßnahmen. Generell stehen Kostensenkungen und Risikomanagement im Fokus, das größte Risiko auf Sicht von einem Jahr sehen die CFOs in steigenden Energiekosten.

Insgesamt lassen sich drei übergreifende Entwicklungstrends feststellen: Die kollektive Stimmung ist positiv, aber volatil, die CFOs agieren weiterhin defensiv - und fürchten sich vor allem vor Inflation und hohen Energiekosten. Das zeigt der aktuelle Deloitte CFO Survey unter 124 deutschen CFOs aus verschiedenen Branchen.

"Die Unternehmen sind wieder in den Startlöchern: Rund 60 Prozent schätzen die Konjunkturaussichten heute positiv ein, der Indexwert für die Umsatzerwartungen stieg von drei auf 42 Prozent. Im Zeitablauf sind die Erwartungen der CFOs sehr volatil und es gibt eine Lücke zwischen optimistischen Konjunkturerwartungen und defensiven Unternehmensplanungen. Dies deutet darauf hin, dass der erwartete Aufschwung nicht geradlinig, sondern eher im Stop-and-go-Modus verlaufen dürfte", erklärt Dr. Alexander Börsch, Leiter Research bei Deloitte.

Zeit des Schwarzsehens vorbei

Innerhalb eines halben Jahres hat sich die Stimmung unter deutschen CFOs gedreht - fast zwei Drittel schätzen nun die Konjunkturaussichten für die nächsten zwölf Monate positiv ein. Nur 12 Prozent sehen die Zukunft pessimistisch - vor sechs Monaten waren es mehr als drei Mal so viele. Der Saldo aus Optimisten und Pessimisten ist von minus 13 auf plus 7 Prozent gestiegen. Die Erwartungen für den eigenen Umsatz kletterten um 40, diejenigen für Margen und Neueinstellungen sogar um rund 60 Prozent. Über die Hälfte glaubt an eine stabile Euro-Zone auf Sicht von fünf Jahren, nur ein Prozent geht noch von einem Zerfall aus.

Wenig Investitionsneigung und Fokus auf Risikomanagement

Allerdings spiegelt sich die Stimmung nicht in der strategischen Ausrichtung der Unternehmen wider - diese bleibt defensiv. Kostensenkungen und die Erhöhung des operativen Cashflows sind die hauptsächlichen strategischen Prioritäten. Im Vergleich zur letzten Umfrage hat sich die strategische Ausrichtung der Unternehmen verfestigt. Wegen des unsicheren wirtschaftlichen Umfelds legen die CFOs bei Investitionsentscheidungen großen Wert auf Risikosteuerung, Liquiditätsaufbau und sichere Entscheidungsprozesse. Risikomanagement und Effizienzsteigerungen sind auch der Fokus der CFOs im Hinblick auf die eigene Finanzfunktion. Im Bereich M&A stehen eher kleinere Transaktionen auf der CFO-Agenda. Am Standort Deutschland werden im nächsten Jahr vor allem Rationalisierungsinvestitionen geplant.

Neu auf dem Risiko-Radar: Energiekosten und Inflation

Bestand das größte Risiko vor sechs Monaten noch in einem instabilen Finanzsystem, so sind nun neue Themen an diese Stelle getreten. Der neue Risikofaktor Nummer eins sind die Energiekosten.

Für 45 Prozent stellen sie ein hohes Risiko dar, in der Fertigungsindustrie sind es 58 Prozent. Bei der Energiewende selbst sehen die CFOs eher die Risiken als die Chancen. Die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen strebt ein gutes Drittel an, fast doppelt so viele erwarten Kostensteigerungen, sehr viele beklagen die fehlende Beständigkeit in den Rahmenbedingungen. Für das eigene Unternehmen wollen die meisten CFOs die Energieeffizienz erhöhen und die Energiebeschaffung optimieren.

Mittelfristig wird auch Inflation für die CFOs ein Thema. Während
97 Prozent der CFOs auf kurze Sicht weniger als drei Prozent Inflation erwarten, so ändert sich das auf Sicht von drei Jahren. Über ein Drittel der CFOs erwartet dann eine Inflationsrate von 3,0 -bis 3,9 Prozent.

Inflation ante portas? "Nach dem Einbruch von vor sechs Monaten sind die Befragten heute etwa wieder so optimistisch wie vor einem Jahr. Jedoch meiden sie immer noch das Risiko und verfolgen konservative Strategien. Es fehlt noch der entscheidende Impuls, der die Unternehmen wieder auf Wachstumskurs bringen könnte", schließt Rolf Epstein, Partner und Leiter Finance bei Deloitte.

Den kompletten Report finden Sie unter http://ots.de/w9n7t zum Download.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem weltweiten Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 150 Ländern verbindet Deloitte herausragende Kompetenz mit erstklassigen Leistungen und steht Kunden so bei der Bewältigung ihrer komplexen unternehmerischen Herausforderungen zur Seite. "To be the Standard of Excellence" für rund 200.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: erstklassige Leistung, gegenseitige Unterstützung, absolute Integrität und kreatives Zusammenwirken. Sie arbeiten in einem Umfeld, das herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu Limited, eine "private company limited by guarantee" (Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach britischem Recht), und/oder ihr Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu Limited und ihrer Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns.

© 2013 Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Pressekontakt:
Isabel Milojevic
Leiterin Presse
Tel: +49 (0)89 29036 8825
imilojevic@deloitte.de

Isabel Milojevic | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.deloitte.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Erste großangelegte Genomstudie prähistorischer Skelette aus Afrika
27.09.2017 | Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte / Max Planck Institute for the Science of Human History

nachricht Wie gesund werden wir alt?
18.09.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise