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Arzneimittelmarkt in Schwellenländern: Projekt von FH Mainz und Boehringer Ingelheim

08.01.2013
Boehringer Ingelheim und die Fachhochschule Mainz führten gemeinsam ein praxisorientiertes Forschungsprojekt im Bereich des Arzneimittelmarktes durch.

Dr. Daniel Porath, Professor für Quantitative Methoden am Fachbereich Wirtschaft der FH Mainz, und Dr. Christian Schäfer, Director Global Forecasting & Strategic Process bei Boehringer Ingelheim GmbH, untersuchten im Rahmen des Projektes das Potenzial des Arzneimittelmarktes in den Schwellenländern.

Gerade Schwellenländer bieten den Pharmaunternehmen enorme Wachstumschancen. Um neue Medikamente erfolgreich in den Markt einzuführen, bedarf es einerseits einer fundierten Einschätzung des langfristigen Marktpotenzials und andererseits einer möglichst genauen Prognose der Entwicklung der Nachfrage während der Neueinführungsphase.

Für Industrieländer benutzen Pharmaunternehmen dazu Standard-Prognosemodelle, die auf Erfahrungswerten bereits eingeführter Produkte basieren. „Für Schwellenländer hingegen liegen kaum systematische Untersuchungsergebnisse vor“, so Daniel Porath.

Es stellte sich die Frage: Können die Standards der Industrieländer einfach übertragen werden?

In der Studie wurde die Verkaufsentwicklung zwischen Schwellenländern und Industrieländern anhand von über 5.000 in der Vergangenheit eingeführter Medikamente in 17 Ländern vergleichend analysiert. Das Ergebnis zeigte auf, dass die Standard-Prognosemodelle in Schwellenländern ebenfalls gute Resultate zur Prognose der Marktdurchdringung erzielen. Betrachtet man alle Schwellenländer zusammengenommen, kann das für Industrieländer benutzte Modell sogar unverändert übernommen werden.

Betrachtet man allerdings einzelne Schwellenländer isoliert, so lassen sich erhebliche Unterschiede in der Geschwindigkeit der Umsatzentwicklung neu eingeführter Produkte beobachten. „Deshalb ist es empfehlenswert, das Prognosemodell hier an die Gegebenheiten des jeweiligen Landes anzupassen“, betont Christian Schäfer.

Zwischen einzelnen Industrieländern hingegen zeigen sich kaum Unterschiede. Aus Unternehmenssicht leisten die Ergebnisse einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung strategischer Produktprognosen.

Therese Bartusch-Ruhl | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-mainz.de/

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