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Alzheimer: Diagnose über Augentest denkbar

14.11.2013
Dichte von Zellschichten in der Netzhaut nimmt nachweislich ab

Veränderungen spezifischer Zellen in der Netzhaut könnten bei der Diagnose einer Alzheimererkrankung helfen, wie das Georgetown University Medical Center berichtet. Die Forscher fanden bei gentechnisch veränderten Mäusen heraus, dass die Dicke dieser Schicht von Zellen abnahm. Die Netzhaut ist eine direkte Erweiterung des Gehirns. Der Verlust von Neuronen in diesem Bereich könnte daher mit dem Verlust von Gehirnzellen bei Alzheimer in Zusammenhang stehen.


Auge: künftig einfacher Sehtest für Diagnose (Foto: pixelio.de, S. Nabbefeld)

Experimente mit Mäusen

Das Team um Scott Turner schätzt, dass die Ergebnisse es Optikern ermöglichen könnten, Alzheimer bei einem normalen Sehtest zu erkennen. Voraussetzung dafür wären die entsprechenden technischen Möglichkeiten. Veränderungen in den gleichen Zellen der Netzhaut könnten auch bei der Diagnose von Glaukomen helfen. Sie werden heute wie Alzheimer als eine neurodegenerative Krankheit angesehen.

Die Wissenschaftler untersuchten die Dicke der Netzhaut in einem Bereich, der bisher nicht erforscht worden ist. Dazu gehörten die innere Körnerschicht und die Ganglienzellschicht. Es zeigte sich, dass eine Abnahme der Dicke dieser Schicht nur bei Mäusen mit Alzheimer auftrat. Die Ganglienzellschicht halbierte sich fast und die innere Körnerschicht nahm um fast ein Drittel ab. Damit eröffnet sich laut Turner eine neue Möglichkeit, das Fortschreiten der Krankheit zu verstehen. Denkbar sei eine Vorhersage durch eine einfache Augenuntersuchung.

Studien am Menschen nötig

Der Forscher betonte aber laut BBC auch, dass es nur eine Vermutung sei, dass die Verdünnung der Netzhaut auf eine beginnende Alzheimererkrankung hinweise. "Wir hoffen, dass diese Forschungsergebnisse auch auf den Menschen übertragbar sind. Wir vermuten, dass die Verdünnung der Netzhaut wie die kortikale Verdünnung lange vor dem Beginn einer Demenzerkrankung einsetzt. Studien mit Patienten sind erforderlich, um herauszufinden, ob ein Test für die Diagnose eingesetzt werden kann. Derzeit ist ein Nachweis der führenden Biomarker bei Alzheimer entweder sehr kostenintensiv oder invasiv. Ein Scan der Netzhaut wäre weder das eine noch das andere."

Michaela Monschein | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://gumc.georgetown.edu

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