Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alzheimer beginnt mit Problemen beim Zahlen

22.09.2009
Experten raten zur Aufmerksamkeit gegenüber ersten Krankheitszeichen

Wenn alten Menschen der Umgang mit Geld plötzlich schwer fällt, könnte dies eine Vorwarnung für eine bald einsetzende Alzheimer-Erkrankung sein. Zu diesem Schluss kommen Forscher der University of Alabama in der Zeitschrift Neurology.

In einer Versuchsreihe konnten sie zeigen, dass Senioren mit leichten Gedächtnisproblemen meistens dann Demenz bevorsteht, wenn sie mit alltäglichen Zahlungsaufgaben nicht mehr zurecht kommen. Prognosen zufolge, die am gestrigen Welt-Alzheimertag präsentiert wurden (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090921010/ ), ist Demenz eines der großen Gesundheitsprobleme der Zukunft. Von einer frühzeitigen Erkennung hängt oft der weitere Krankheitsverlauf sowie die Lebensqualität des Betroffenen ab.

Die Wissenschaftler untersuchten zwei Gruppen von Senioren. Die erste umfasste Personen mit tadellosem Gedächtnis, während die zweite Senioren mit leichten Gedächtnisstörungen waren, ohne dass man jedoch eindeutige Demenzsymptome feststellen konnte. Zu Beginn der Studie und nach einem Jahr stellte man den Versuchspersonen mehrere Aufgaben rund um die Handhabung von Geld. Ließ man sie beispielsweise Münzen abzählen, Einkäufe tätigen, Scheckbücher und Kontoauszüge erklären, Rechnungen für den Postversand vorbereiten und kleine Betrugsfälle aufdecken.

Beim zweiten Versuch nach einem Jahr war bei 25 der 87 Senioren, die anfangs schon leichte Gedächtnisstörungen aufwiesen, Alzheimer ausgebrochen. Dabei handelte es sich jedoch besonders um diejenigen, die beim Anfangstest schlecht abgeschnitten hatten, wobei sich die Testergebnisse bei den Betroffenen im zweiten Durchgang weiter verschlechtert hatte. Senioren, die schon anfangs ein gutes Gedächtnis oder trotz leichten Beeinträchtigungen gute Ergebnisse geliefert hatten, brachten im zweiten Durchgang hingegen gleich gute Resultate wie beim ersten Mal.

"Deutlich wurde, dass man bei Menschen mit leichten Beeinträchtigungen schon ein Jahr vor Ausbruch von Alzheimer schwindende Fertigkeiten im Umgang mit Geld feststellen kann", so Studienleiter Daniel Marson. Ärzte sollten daher bei Patienten, die bereits leichte Probleme mit dem Gedächtnis haben, deren Umgang mit Geld im Auge behalten und diese sowie ihre Pflegenden über Maßnahmen informieren, mit denen man Anzeichen des schlechten Umgangs mit Geld erkennt. "Wer einen alten Menschen betreut, sollte auch Einblick in die Transaktionen haben und dessen Bank kontaktieren, damit etwa Rechnungen nicht doppelt bezahlt werden. Eine Möglichkeit ist auch, Mitunterzeichner für Kontobewegungen zu werden, sodaß ab einer bestimmten Summe beide Unterschriften notwendig sind." Vorteile für alte Menschen biete zudem das Online-Banking, rät der Alzheimer-Experte.

Dass das gesamte Umfeld eines alten Menschen auf erste Anzeichen der Demenz achten sollte, betont auch die Gerontologin Katharina Pils (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090911028/ ). Die Wiener Medizinerin bezeichnet Probleme im Umgang mit Geld als erste Warnsignale, sowie die plötzliche Änderung von lange beibehaltenen Verhaltensmustern oder das mehrmalige Erzählen von Geschichten hintereinander. "Damit solche Änderungen rechtzeitig auffallen, ist es sehr wichtig, alten Menschen mehr zuzuhören und über die Veränderungen im Alter Bescheid zu wissen", so Pils.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ua.edu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave
02.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT

nachricht Europaweite Studie zu Antibiotikaresistenzen in Krankenhäusern
18.11.2016 | Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden «Krebssignatur» in Proteinen

05.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Wichtiger Prozess für Wolkenbildung aus Gasen entschlüsselt

05.12.2016 | Geowissenschaften

Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen

05.12.2016 | Ökologie Umwelt- Naturschutz