Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Alarmierende Studie des Universitätsklinikums Rostock: Jeder fünfte Schüler kennt Notruf-Telefonnummer nicht

06.11.2009
Forscher empfehlen Unterricht in Wiederbelebung

Zu alarmierenden Ergebnissen kommt eine Studie von Forschern des Universitätsklinikums Rostock: Etwa jedem fünften Schüler in Deutschland ist die Notrufnummer "112" nicht bekannt.

Die Forscher an der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie am Universitätsklinikum Rostock hatten über 10.000 Schüler in allen Bundesländern und allen Schultypen befragt und fanden heraus, dass 21 Prozent entweder gar keine Notrufnummer oder zumindest nicht die korrekte Notrufnummer kannten.

Weiterhin wurden 1.015 Schüler aller Altersgruppen praktisch getestet, ob sie in der Lage wären, einen Erwachsenen leitliniengerecht wiederzubeleben. Dabei gelangten die Wissenschaftler zu ermutigenden Ergebnissen: Nach Anleitung und unter Anwendung der korrekten Technik haben 99 Prozent der Siebtklässler (etwa 13 Jahre) alle Wiederbelebungsmaßnahmen erfolgreich durchgeführt. Die Wissenschaftler kamen damit zu dem Schluss, dass es Schülern in dieser Altersgruppe problemlos möglich ist, im Schulunterricht Maßnahmen der Wiederbelebung theoretisch und praktisch zu erlernen.

Dr. Gernot Rücker, Leiter der Forschungsgruppe Notfallmedizin, der die Studie durchgeführt hat, plädiert daher für eine feste Verankerung praktischer Übungen der Wiederbelebung im Unterricht: "Würden Wiederbelebungsmaßnahmen fest im Lehrplan des schulischen Unterrichtes integriert, so könnten pro Jahr über 5.000 Menschen zusätzlich gerettet werden. Dies entspricht der Zahl aller jährlichen Straßenverkehrstoten in Deutschland." Angesichts einer Handy- Besitzrate von über 90 Prozent bei 12- bis 19-Jährigen wären die Schüler in der Lage, neben der Übernahme der Erstversorgung auch einen korrekten Notruf abzusetzen. Der Notfallmediziner empfiehlt daher, den Unterricht in Wiederbelebung verbindlich in die Lehrpläne aller Schultypen aufzunehmen.

Die vollständige Studie, die im Rahmen einer Promotion entstand, wird im Laufe der kommenden Wochen veröffentlicht.

Weitere Informationen:
Oberarzt Dr. med. Gernot Rücker
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie
Tel: 0381 494-6487 oder
Fax: 0381 494-6474
E-Mail: gernot.ruecker@med.uni-rostock.de

Ingrid Rieck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen