Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Akzeptanz von Energietechnologien

02.09.2010
Stiftung Mercator fördert Studie von ZIRN-Universität Stuttgart

Der Energiemix der Zukunft in Deutschland ist noch offen und wird derzeit intensiv diskutiert. Eine Studie des Interdisziplinären Forschungsschwerpunktes Risiko und nachhaltige Technikentwicklung an der Universität Stuttgart (ZIRN) unter der Leitung von Ortwin Renn und Dirk Scheer erforscht die gesellschaftliche Akzeptanz klimaverträglicher Energiemixe.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wird erstmals untersucht, wie verschiedene Energietechnologien und deren Kombination im direkten Vergleich ihrer ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Dimensionen in verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wahrgenommen und bewertet werden. Die Ergebnisse sind von großer Bedeutung für energiepolitische Entscheidungsprozesse im Hinblick auf die Kommunikation, technische Ausgestaltung und Einführungsdynamik CO2-reduzierender Maßnahmen im Stromsektor. Die Stiftung Mercator fördert das Projekt mit 360.000 Euro.

Die Stuttgarter Wissenschaftler stellen in den nächsten Wochen Fokusgruppen zusammen, die aus acht bis zehn Personen aus unterschiedlichen Regionen und sozialen Bereichen bestehen. Den Teilnehmern werden leicht verständliche Informationsmaterialien über den Stand der Wissenschaft zu Technikoptionen und Energieportfolios zur Verfügung gestellt. Auf dieser Basis diskutieren und bewerten sie dann die energiepolitischen Optionen im Kontext von klimapolitischen Zielsetzungen, verbraucherbezogenen Implikationen und den persönlichen Alltag betreffenden Prioritäten. So ermitteln die Forscher, welche Energietechnologien und Energiemixe Bürgerinnen und Bürger unter Abwägung ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile priorisieren und für zukunftsfähig halten. „Damit“, so Ortwin Renn, „ermitteln wir empirisch den Grad der Technikakzeptanz auf der Basis fundierter und informierter Urteilsbildung. Das Ergebnis kann wichtige Impulse für die künftige Energiepolitik und die Ausgestaltung eines klimaverträglichen, nachhaltigen und sozialverträglichen Energiemixes in Deutschland geben“. Erste Zwischenergebnisse werden im Laufe des Jahres 2011 vorliegen, im Frühjahr 2012 soll die Studie veröffentlicht werden.

Die Stiftung Mercator unterstützt das Projekt des ZIRN, weil es Entscheidungs¬trägern in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für die anstehenden richtungs¬weisenden energiepolitischen Weichenstellungen Wissen darüber an die Hand gibt, wie vorhandene Einstellungen zu Energietechnologien zustande kommen und welche Technologien aus welchen Gründen gesellschaftlich mitgetragen werden.

Über die Stiftung Mercator:
Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hoch¬schulen. Im Sinne Gerhard Mercators fördert sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen. Die Stiftung zeigt neue Wege auf und gibt Beispiele, damit Menschen – gleich welcher nationalen, kulturellen und sozialen Herkunft – ihre Persönlichkeit entfalten, Engagement entwickeln und Chancen nutzen können. So will sie Ideen beflügeln. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einer unternehmerischen, internationalen und professionellen Haltung. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie, fühlt sie sich in besonderer Weise verbunden.
Über das ZIRN:
ZIRN ist ein Schwerpunkt innerhalb des Internationalen Zentrums für Kultur- und Technikforschung (IZKT) an der Universität Stuttgart mit dem Ziel, die Bedingungen, Voraussetzungen und Folgen nachhaltiger Technikentwicklung sowie die Risiken und Chancen dieser Entwicklungen in Wechselwirkung von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft (Governance) systematisch zu erforschen. Die zentrale Aufgabe des Forschungsschwerpunktes besteht in der Anregung, Koordination und Durchführung von Forschungsvorhaben zu gesellschaftsrelevanten Themen in den Bereichen Nachhaltige Technik, Wirtschafts- und Gesellschaftsentwicklung, Risikoforschung im Umfeld von Globalisierung und Vernetzung sowie Wissensökonomie und ihre Bedeutung für eine nachhaltige Gestaltung der Technikchancen und der gesellschaftlichen Modernisierung.

Die breite Unterstützung durch andere Fakultäten der Universität Stuttgart gewährleistet ideale Voraussetzungen für eine interdisziplinäre Erforschung des technologischen Wandels, Expertise in Fragen von Risikomanagement und Risikopolitik, Wissensökonomie und öffentlicher Beteiligung.

Weitere Informationen bei:
Prof. Ortwin Renn, ZIRN-Universität Stuttgart, Tel: 0711/685-84295, e-mail: ortwin.renn@sowi.uni-stuttgart.de und
Dirk Scheer, ZIRN-Universität Stuttgart, 06221/432391, e-mail: dirk.scheer@sowi.uni-stuttgart.de sowie unter

www.zirn-info.de/ und www.stiftung-mercator.de/klimawandel

Andrea Mayer-Grenu | idw
Weitere Informationen:
http://www.stiftung-mercator.de/klimawandel
http://www.zirn-info.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Diabetesmedikament könnte die Heilung von Knochenbrüchen verbessern
17.03.2017 | Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

nachricht Soziale Phobie: Hinweise auf genetische Ursache
10.03.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit