Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aktuellen Naturgefahren mit historischen Quellen auf der Spur

29.09.2010
Im Rahmen einer Pilotstudie wollen Forscher der Physischen Geographie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt in den nächsten Wochen historische Archive der Gemeinden Eichstätt und Kipfenberg gezielt nach Verweisen auf so genannte gravitative Massenbewegungen, wie etwa Felsstürze, Rutschungen oder Erdfälle, aus den letzten 100 Jahre durchsuchen. Zudem setzen sie auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Die gesammelten Hinweise sollen dann in einer Datenbank des Landesamtes für Umwelt gesammelt werden und dort als Grundlage für die Einschätzung eines Gefährdungspotentials dienen.

Das tief eingeschnittene Altmühltal mit seinen Ufern aus schroffem Fels zählt zu einem der sehenswertesten Naturräume in Deutschland. Dass von dieser beeindruckenden Kulisse aber auch eine Gefährdung ausgehen kann, zeigen Felsbereiche, die durch Eisenanker gesichert oder dick in Maschendraht eingepackt sind, um sie so am Sturz in die Tiefe zu hindern.

Maßnahmen, die für einen stark besiedelten Raum wie das Altmühltal unumgänglich sind. Nicht jeder Fels stellt dabei gleich eine potenzielle Gefahr dar. „Die reale Gefährdung zu beurteilen ist oft schwierig, da gravitative Massenbewegungen, zu denen auch die Felsstürze zählen, nur sehr selten und dann nur punktuell auftreten. Anders als die viel häufiger auftretenden Hochwasser, die zudem einen viel größeren Teil der Bevölkerung betreffen, sind Massenbewegungen daher zumeist nur sehr unzureichend dokumentiert“, erklärt Dr. Florian Haas, Mitarbeiter der Physischen Geographie.

Diese Lücke wollen nun die Forscher der KU mit Ihrer Recherche in den Archiven schließen. Aus vorangegangenen vergleichbaren Projekten im bayerischen Alpenraum wissen die Wissenschaftler allerdings, dass häufig wertvolle Hinweise auf größere Ereignisse aus der Bevölkerung selbst kommen. „Wer also selbst Kenntnis von größeren Felsstürzen, Rutschungen oder Erdfällen in den Gemeinden Kipfenberg oder Eichstätt hat, könnte das Projekt sehr unterstützen, wenn diese Hinweise an uns weitergeleitet werden“, sagt Prof. Michael Becht, Projektleiter und Lehrstuhlinhaber der Physischen Geographie. Auf dem Postweg sind die Wissenschaftler der KU unter dem Kennwort „Naturgefahren“ zu erreichen unter der Anschrift:

Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Lehrstuhl für Physische Geographie
Ostenstrasse 18
85072 Eichstätt
oder alternativ über die E-Mail-Adresse Naturgefahren@umweltgeographie.de

Constantin Schulte Strathaus | idw
Weitere Informationen:
http://www.ku-eichstaett.de

Weitere Berichte zu: Felsstürze Gefährdung Massenbewegungen Naturgefahr Rutschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Studien Analysen:

nachricht Der Klang des Ozeans
12.01.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Verstädterung wird 300.000 km2 fruchtbarsten Ackerlands verschlingen
27.12.2016 | Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Studien Analysen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau