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22% der Bahn- und Schiffsfracht waren im Jahr 2002 Gefahrgüter

08.07.2004


Nach einer Studie des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2002 insgesamt 166 Mill. t Gefahrgüter in Deutschland per Eisenbahn und Schiff befördert. Damit bestanden 22% der gesamten Gütermenge auf Wasser- und Schienenwegen aus Gefahrgütern.


Dieser Anteil hatte sich gegenüber 2001 praktisch nicht verändert. Zu beachten ist, dass Güter doppelt gezählt wurden, wenn sie den Verkehrsweg wechselten, also etwa vom Schiff in die Bahn umgeladen wurden. Im Straßengüterverkehr mit deutschen LKW betrug der Gefahrgutanteil nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes rund 4,6% der Gesamtfracht, das waren 126 Mill. t Gefahrgut. Auch hier sind Umladungen von und zu anderen Verkehrsträgern enthalten.

Am höchsten ist der Gefahrgutanteil mit 27,5% in der Seeschifffahrt, wo 2002 66,8 Mill. t Gefahrgüter transportiert wurden. Das liegt vor allem an den großen Mengen Rohöl, die nach Deutschland importiert werden. Ebenfalls einen hohen Gefahrgutanteil hat die Binnenschifffahrt mit 21,9% bzw. 50,8 Mill. t; mit Binnenschiffen werden in Deutschland viele der in Seeschiffen angekommenen Güter weiterverteilt. Die Eisenbahn beförderte 48,1 Mill. Tonnen Gefahrgut; das waren 16,9% ihrer Gesamttransporte.


Gefahrgüter werden durch Gefahrgutverordnungen bestimmt und in 13 Klassen eingeteilt. Den absolut höchsten Anteil bei allen Verkehrszweigen hat die Gefahrklasse 3 "Entzündbare flüssige Stoffe". Dazu gehören neben Erdöl und Mineralölerzeugnissen auch chemische Grundstoffe und Erzeugnisse. Bei der Eisenbahn zählten 62% der Gefahrgüter zu dieser Klasse, bei der Binnenschifffahrt betrug der entsprechende Anteil 81% und bei der Seeschifffahrt sogar 85%.

Die jetzt vorliegende Studie zum Gefahrguttransport erstellte das Statistische Bundesamt im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen. Die Auskunftspflichtigen mussten dazu nicht extra befragt werden. Vielmehr wurden vorliegende Ergebnisse, insbesondere der Verkehrs- und der Außenhandelsstatistik, mit Hilfe von Modellberechnungen tiefer ausgewertet.

Weitere Ergebnisse zeigt die Tabelle: Gefahrguttransporte nach Verkehrszweigen 2002

Der Straßengüterverkehr wurde nur zum Teil in die Studie einbezogen, weil das Kraftfahrt-Bundesamt Gefahrguttransporte nur für in Deutschland zugelassene LKW erfragt. Dennoch hat das Statistische Bundesamt den Verkehrsträger Straße untersucht und Schätzergebnisse auch für den Gefahrguttransport in Deutschland mit in EU-Ländern zugelassenen LKW ermittelt. Der ausführliche Forschungsbericht mit Zahlen auch für 2001 kann unter der E-Mail-Adresse verkehr@destatis.de angefordert werden.

Weitere Auskünfte gibt: Kristina Walter, Tel. 0611-75-2661, E-Mail: kristina.walter@destatis.de

Kristina Walter | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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