Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wertschöpfung für unbezahlte Leistungen im Haushalt bei mindestens 40% des BIP

02.12.2003


Der Wert der - überwiegend von Frauen erbrachten - unbezahlten Leistungen im Haushalt ist von mindestens 690 Mrd. Euro im Jahr 1992 auf 820 Mrd. Euro in 2001 gestiegen.


Diese Leistungen - auch Bruttowertschöpfung bei der Haushaltsproduktion genannt - wiesen 1992 eine Größenordnung von 43%, in 2001 von knapp 40% des Bruttoinlandsprodukts auf. Das Bruttoinlandsprodukt hat damit im betrachteten Zeitraum stärker zugelegt als die Haushaltsproduktion. Dennoch hat die Wertschöpfung der privaten Haushalte auch bei vorsichtiger Bewertung im Sinne einer Untergrenze ökonomisches Gewicht: Sie entspricht im Jahr 2001 in etwa der Bruttowertschöpfung der deutschen Industrie (Produzierendes Gewerbe ohne Baugewerbe 472 Mrd. Euro) und der Bereiche Handel, Gastgewerbe und Verkehr (350 Mrd. Euro) zusammen. Diese und weitere erste Ergebnisse der Zeitbudgeterhebung 2001/2002 hat der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Johann Hahlen, heute bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, vorgestellt.

83% der unbezahlten Leistungen im Haushalt sind auf die unbezahlte Arbeit der Haushaltsmitglieder zurückzuführen, die übrigen 17% auf Faktoren wie die Nutzung von Gebrauchsgütern wie Waschmaschinen, Möbel und Kraftfahrzeuge oder die bezahlte Hilfe durch Hausangestellte. Trotz einer Zunahme der Bevölkerung ab 12 Jahren um 2% hat der Umfang der unbezahlten Arbeit einschließlich der dafür notwendigen Wegezeiten von 1992 bis 2001 um etwa 6% auf 96 Mrd. Stunden abgenommen. Er ist damit in diesem Zeitraum stärker zurückgegangen als das Jahresvolumen an Erwerbsarbeit von Arbeitnehmern und Selbstständigen, das sich um gut 4% auf 56 Mrd. Stunden verringert hat. Bei einer vorsichtigen Bewertung der unbezahlten Arbeit mit dem Nettostundenlohn von Hauswirtschaftern/-innen in Höhe von gut 7 Euro je Stunde in 2001 ergibt sich ein Wert der unbezahlten Arbeit im Haushalt von 684 Mrd. Euro, für 1992 - bei einem Nettostundenlohn von knapp 6 Euro - von 603 Mrd. Euro. Würden die Haushalte tatsächlich eine Hauswirtschafterin einstellen, so fielen mit Sozialversicherungsbeiträgen, Steuern und bezahlten Urlaubs- und Krankheitstagen mehr als doppelt so hohe Lohnkosten an.


Der Rückgang des zeitlichen Umfangs an bezahlter und unbezahlter Arbeit in Deutschland um 4% bzw. 6% hat zu mehr Freizeit geführt. Dabei stieg die Freizeit von Männern stärker als die von Frauen. Männer nehmen sich mit 6 1/4 Stunden pro Tag durchschnittlich eine halbe Stunde mehr "Freizeit" als vor 10 Jahren, bei Frauen machte der Anstieg nur eine gute Viertelstunde auf 5 3/4 Stunden aus. Mit der Nutzung von Medien verbringen Männer mit 3 Stunden täglich fast eine halbe Stunde mehr Zeit als Frauen. Dabei entfällt auf Fernsehen ein Zeitanteil von 67%; für Lesen, Musik hören und Computernutzung wurde deutlich weniger Zeit aufgewandt.

Weitere Auskünfte erteilt: Dieter Schäfer, Tel. 0611-75-4626, E-Mail: dieter.schaefer@destatis.de

Dieter Schäfer | Statistisches Bundesamt
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie