Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tarifeinkommen 2002: Ein reales Plus

04.02.2003


Die tariflichen Grundlöhne und -gehälter sind in Deutschland im Jahr 2002 gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich um 2,7% gestiegen.


Zu diesem Ergebnis kommt eine Bilanz der Lohntarifpolitik des Jahres 2002, die das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts in der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) am Montag in Berlin vorlegte.

Die jahresbezogene Erhöhung fiel in den neuen Ländern mit 2,9 % höher aus als in den alten Ländern mit 2,6 %. Damit ist es der gewerkschaftlichen Tarifpolitik erstmals seit Jahren wieder gelungen, über den Ausgleich der Steigerung der Lebenshaltungskosten von 1,3 % hinaus auch eine deutliche reale Steigerung der Tarifeinkommen sicherzustellen. Der kostenneutrale Verteilungsspielraum von rund 2,6 % (Arbeitsproduktivität + 1,3 %, Preise + 1,3 %) wurde ausgeschöpft. 2001 betrug die Tarifsteigerung dagegen 2,1 %.


Insgesamt schlossen die DGB-Gewerkschaften in Deutschland im vergangenen Jahr Lohn- und Gehaltstarifverträge für rund 16,8 Mio. Beschäftigte ab, darunter 14,4 Mio. in den alten und 2,4 Mio. in den neuen Bundesländern. Für weitere 1,2 Mio. Beschäftigte traten Erhöhungen in Kraft, die bereits 2001 oder früher vereinbart wurden. Die Laufzeit der Verträge beläuft sich durchschnittlich auf 18,3 Monate (2001: 14,5). Für rund 90 % der Beschäftigten gab es Tarifabschlüsse mit verzögerter Anpassung der Lohn- und Gehaltserhöhungen. Als Ausgleich vereinbarten die Gewerkschaften für rund 57 % der davon betroffenen Beschäftigten Pauschalzahlungen, die durchschnittlich 47 Euro (West: 48 Euro, Ost: 37 Euro) im Monat betrugen.

Am höchsten fiel die jahresbezogene Tarifsteigerung, auf ganz Deutschland bezogen, mit 3,2 % im Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe sowie im Investitionsgüterge-werbe aus, gefolgt vom Verbrauchsgütergewerbe (2,8 %), dem Handel (2,7 %) und dem Nahrungs- und Genussmittelgewerbe (2,6 %). Jeweils eine Tarifsteigerung von 2,4 % hatten die Bereiche Energie- und Wasserversorgung, Bergbau, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, Kreditinstitute/Versicherungen sowie private Dienstleistungen/Organisationen ohne Erwerbszweck. Der Bereich Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft erreichte eine Tarifsteigerung von 2,3 % und am Schluss folgen die Bereiche Gebietskörperschaften, Sozialversicherung mit 2,1 % und das Baugewerbe mit 1,8 %.

In den neuen Bundesländern hat sich das Tarifniveau im Vergleich zum Westen gegenüber dem Vorjahr um einen halben Prozentpunkt erhöht. Das Tarifniveau Ost/West betrug Ende 2002 bezogen auf die tariflichen Grundvergütungen 92,8 % gegenüber 92,3 % zum Ende des Vorjahres.

Karin Rahn | idw
Weitere Informationen:
http://www.boeckler.de/wsi/tarchiv/aktuell.cgi?pmid=271

Weitere Berichte zu: Tarifeinkommen Tarifniveau Tarifsteigerung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Statistiken:

nachricht Frauenanteil in Professorenschaft 2015 auf 23 % gestiegen
14.07.2016 | Statistisches Bundesamt

nachricht Mehr Habilitationen von Frauen im Jahr 2015
28.06.2016 | Statistisches Bundesamt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Statistiken >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie