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Wie plant man eine Fabrik?

02.07.2009
Fachleute vom Produktionstechnischen Zentrum haben federführend die aktuelle VDI-Richtlinie zur Fabrikplanung verfasst und bieten Praxisseminare an

Der typische Fall ist schnell skizziert: Ein junges Unternehmen, etwa 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Metallbranche, wächst - und wächst aus seiner Halle heraus. Eine neue Halle muss her. Aber wie, wo und wie groß? Welche Maschinen sollen umziehen? Und lässt sich die Produktion überhaupt sinnvoll auf zwei Hallen verteilen?

"Bei der Fabrikplanung", erklärt Prof. Peter Nyhuis, Leiter des Instituts für Fabrikplanung und Logistik (IFA) am Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität Hannover, "werden auch einfache Dinge häufig falsch gemacht. Das ist leicht zu erklären: Die meisten Unternehmer planen selten, oft nur einmal im Leben eine neue Fabrik - deshalb sind die Verantwortlichen bei mittelständischen Unternehmen fast immer Debütanten."

Dabei kann man sich mit einer schlecht durchdachten neuen Fabrik im wahrsten Sinne des Wortes die Zukunft verbauen. Umso wichtiger, dass das notwendige Know-how zur richtigen Zeit in die richtigen Hände gelangt. Genau das ist das Ziel der neuen Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) 5200 "Fabrikplanung - Planungsvorgehen", die Professor Nyhuis als Leiter des Fachausschusses Fabrikplanung innerhalb der VDI-Gesellschaft Produktionstechnik federführend verfasst hat. Mitgetragen wird sie von namhaften weiteren wissenschaftlichen Instituten, die sich mit Fabrikplanung beschäftigen, von Fabrikplanungsabteilungen großer Unternehmen und Beratungsunternehmen.

Die Richtline ist gerade mal sieben Seiten lang, führt aber alle Schritte auf - "von der grünen Wiese über den Hochlauf der Fabrik bis zur Sollzahl", wie Dipl.-Wirtsch.-Ing. Tobias Heinen vom IFA erläutert. Beschrieben ist die Logik der einzelnen Schritte; diese Schritte gelten für alle Fabriken mit Stückgutproduktion, egal, ob es um Autos oder Zahnbürsten geht. Besonderes Augenmerk liegt auf der Verbindung zwischen der produktionsbezogenen Fabrikplanung und der architektonischen Gebäudeplanung. So soll die zeitliche und inhaltliche Koordination verbessert werden. Und idealerweise wird die Richtlinie zur Fabrikplanung durch diese Verzahnung mit der HOAI, der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, eine ähnliche Verbindlichkeit bekommen.

Ausgezeichnet wurde sie immerhin gleich nach Erscheinen im Entwurfsstadium und noch während der offiziellen Einspruchsfrist: Die Richtlinie zur Fabrikplanung ist vom VDI bereits zur Richtlinie des Monats Januar gekürt worden. Für 40,10 € ist sie als Printversion beim Beuth Verlag in Berlin (Tel: 030 26 01-22 60) erhältlich.

Praktisches zur Fabrikplanung bietet das IFA am 21. und 22. September 2009 in seinem fünften "Praxisseminar Fabrikplanung". Ein Termin für Experten? "Nein", sagt Tobias Heinen, "das Seminar richtet sich an diejenigen, die sich noch nie mit dem Thema beschäftigt haben, aber demnächst eine Fabrik planen wollen." Im Mittelpunkt stehen praxisgerechte Methoden und konkrete Handlungsanleitungen. Weitere Infos zum Seminar finden Sie auf der Seite http://www.praxisseminar-fabrikplanung.de.

Zum Produktionstechnischen Zentrum Hannover (PZH):
Das PZH ist 2004 aus der Idee der Leibniz Universität Hannover entstanden, Hochschulforschung, Industrie und Unternehmen der Produktionstechnik zusammenzusammenzubringen. So haben sich jene sechs Institute der Fakultät für Maschinenbau, die sich mit Produktionstechnik und Logistik beschäftigen, gemeinsam mit der PZH GmbH und zahlreichen Unternehmen zum Produktionstechnischen Zentrum Hannover zusammengeschlossen. Die GmbH als Universitätstochter übernimmt neben der Verwaltung des neuen Zentrums in Garbsen zahlreiche Aufgaben im Bereich Technologietransfer und Gründerberatung. Zurzeit arbeiten im PZH etwa 450 (Ingenieur-)Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und Angestellte in Technik und Verwaltung; außerdem rund 400 studentische Hilfskräfte. Das PZH ist eine Lehr- und Forschungsstätte, in der Grundlagen- und industrielle Auftragsforschung gleichermaßen auf höchstem, internationalem Niveau betrieben werden. Seit 2004 hat das PZH mehr als 85 Millionen Euro Drittmittel eingeworben.

Dr. Stefanie Beier | idw
Weitere Informationen:
http://www.praxisseminar-fabrikplanung.de

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