Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Übung macht den Meister

11.06.2007
Seit dem Frühjahr können Wissenschaftlerinnen im Rahmen des EU-Projekts "Encouragement to Advance - Training Seminars for Women Scientists" internationale Berufungssituationen trainieren. Beim Auftaktseminar in Brüssel hatten die Wissenschaftlerinnen Gelegenheit, konkrete Situationen vor einer Auswahlkommission zu simulieren und so Berufungsverfahren souveräner entgegen zu blicken.

Eine der Teilnehmerinnen war Dr. Brit Mollenhauer vom Center for Neurologic Diseases an den Harvard Institutes of Medicine (HIM). Die Medizinerin forscht seit zwei Jahren in einem Post-Doktoranden-Programm in den USA. Im Juli kehrt sie nach Deutschland zurück, um eine Stelle als Oberärztin anzutreten. Gleichzeitig wird sie an der Universität Göttingen ihre Habilitation beenden, an der sie während der vergangenen Jahre parallel gearbeitet hat. "Künftig werde ich mich auf Professuren bewerben", erklärt Mollenhauer. Anlass genug, um an dem Trainingsseminar in Brüssel teilzunehmen.

"Ich habe Berufungskommissionen bereits als Mitglied erlebt. Aber das Seminar bot Gelegenheit, mich auf meine eigene Bewerbungssituation vorzubereiten." Diese Gelegenheit hat sie genutzt und den kompletten Bewerbungsprozess von Erstellung der Unterlagen über Fragen der richtigen Kleidung bis hin zur Präsentation und konkreten Situation vor einer Berufungskommission durchlaufen. "Das Rollenspiel war richtig gut", berichtet die Wissenschaftlerin. "Man konnte sehen, wie die Reaktionen in der Kommission sind und hat gelernt, auf heikle Fragen souverän zu antworten und intelligent zu reagieren."

Als Vorbereitung auf internationale Verfahren wurde den Teilnehmerinnen das EU-Fördersystem näher gebracht und ein Einblick in die akademischen Kulturen verschiedener Länder gegeben. Zudem lernten sie Netzwerkarbeit und Präsentationstechniken. Die waren für Mollenhauer nicht mehr neu. Denn sie hatte an der Universität Göttingen an einem Mentoring-Programm teilgenommen und dort bereits Präsentationstraining erhalten. Nichtsdestotrotz konnte sie zahlreiche Anregungen und Impulse mit nach Boston nehmen. "Das Seminar hat meine Souveränität gegenüber einer Auswahlkommission verbessert", sagt Mollenhauer. "Ich weiß jetzt eher, was mich erwartet." Nach ihrer Rückkehr in Deutschland erwartet sie auf jeden Fall eine spannende Aufgabe in der Kasseler Paracelsus-Elena-Klinik, wo sie - wie sie sich schon lange wünscht - Klinik- mit Forschungsarbeit kombinieren kann.

Das Berufungstraining für Wissenschaftlerinnen empfiehlt Mollenhauer guten Gewissens weiter: "Ich halte es für sinnvoll, gezielt Bewerbungssituationen durchzuspielen und mit anderen Wissenschaftlerinnen Erfahrungen auszutauschen. Insofern waren die Tage in Brüssel hilfreich und motivierend." Bis Januar 2008 wird das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS weitere 15 Seminare in Brüssel veranstalten. Interessentinnen können sich bis zum 29. Juni um eine Teilnahme bewerben. Die Bewerbungsunterlagen für die Wissenschaftlerinnen-Workshops sind online verfügbar unter www.cews.org.

Das Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung ist Teil der gesis - Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher Infrastruktureinrichtungen in Bonn. Gegründet wurde das CEWS im Jahr 2000. Es steht als wissens- und forschungsbasierte Dienstleistungseinrichtung Wissenschaftlerinnen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wissenschaftsorganisationen und politischen Gremien mit seinen Leistungen zur Verfügung. Das Kompetenzzentrum bietet zielgruppenadäquate Informations- und Beratungsleistungen zu Fragen der Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung.

Die gesis ist ein Leibniz-Institut. Ihre zentrale Aufgabe ist die Unterstützung der sozialwissenschaftlichen Forschung. Zu den Dienstleistungen der gesis gehören der Aufbau und das Angebot von Datenbanken mit Informationen zu sozialwissenschaftlicher Literatur und zu Forschungsaktivitäten sowie die Archivierung und Bereitstellung von Umfragedaten aus der Sozialforschung. Wichtige Funktionen sind auch die Beratung in Methodenfragen, die Entwicklung komplexer Methoden der empirischen Sozialforschung sowie die eigenständige Dauerbeobachtung der gesellschaftlichen Entwicklungen mit Hilfe dieser Instrumente. Die gesis ist an den Standorten Bonn, Köln und Mannheim vertreten und unterhält eine Servicestelle in Berlin. Das Institut ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Ansprechpartnerinnen:

gesis
Anke Lipinsky
Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS
Poppelsdorfer Allee 15
53115 Bonn
Tel.: +49-228-96 11 83 28
Fax: +49-228-96 11 83 20
anke.lipinsky@gesis.org
www.cews.org
Sabine Trenkler
Öffentlichkeitsarbeit
Lennéstraße 30
53113 Bonn
Tel: +49-228-2281 141
Fax: +49-228-2281 4141
sabine.trenkler@gesis.org

Sabine Trenkler | idw
Weitere Informationen:
http://www.gesis.org
http://www.cews.org

Weitere Berichte zu: Bewerbungssituation Kompetenzzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Auf die richtige Behandlung kommt es an
19.01.2017 | Haus der Technik e.V.

nachricht Grundlagen der Akustik, Virtuelle Akustik, Lärmminderung, Fahrzeugakustik, Psychoakustik, Produkt Sound Design und Messtechnik
19.01.2017 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise