Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wege zu einer personalisierten Medizin

06.06.2008
Jugendliche entwickeln mit Jülicher Forschern Zukunftsszenarien zur „Medizin nach Maß“

Wird Vorsorge im Gesundheitssystem der Zukunft zur Pflicht? Gibt es optimale medizinische Versorgung nur noch für Reiche?

Insgesamt vier plausible Szenarien haben 22 jugendliche Teilnehmer zur Zukunft der personalisierten Medizin entworfen. Angeleitet wurden sie von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich, einem Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft. Am kommenden Wochenende entwickeln die Jugendlichen in Berlin daraus Handlungsempfehlungen für Politik, Wissenschaft und Gesellschaft.

„Personalisierte Medizin“ bedeutet maßgeschneiderte, individuelle medizinische Früherkennung, Diagnose und Therapie. Sie kann das Gesundheitssystem grundlegend verändern. Wie das aussehen kann, haben 22 jugendliche Teilnehmer aus ganz Deutschland in Workshops entwickelt, die das Forschungszentrum Jülich in Kooperation mit dem Max-Delbrück-Centrum für molekulare Medizin in Berlin und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung veranstaltet haben.

... mehr zu:
»Gesundheitssystem

So beschreibt ein Szenario zum Beispiel, wie es gelingen kann, anhand der personalisierten Medizin eine erfolgreiche Prävention für Demenzerkrankungen in Deutschland zu etablieren, die allen Risikogruppen zugute kommt. Ein anderes Szenario zeigt, wie die personalisierte Medizin zwar die Wissenschaft beflügelt, gleichzeitig jedoch vor allem gutsituierte Bürger davon profitieren, wenn keine ausreichende finanzielle Vorsorge des Staates oder des Bürgers getroffen wird.

Die Teilnehmer diskutierten die Chancen und Risiken der Szenarien, die am Beispiel von Demenz entwickelt wurden, nach ethischen, rechtlichen und ökonomischen Aspekten und versuchten einzuschätzen, welches Szenario das wahrscheinlichste ist. So können sich die jungen Menschen gut vorstellen, dass es einen privatwirtschaftlichen Markt für personalisierte Medizin geben wird.

Die den Workshop begleitenden Wissenschaftler zeigten sich beeindruckt von der Arbeitsleistung der Teilnehmer, die über das europäische Jugendparlament in Deutschland ausgewählt wurden.

„Die Szenarien werden von den Experten als sehr plausibel und fundiert angesehen“, sagt Cornelia Karger, Projektleiterin und Wissenschaftlerin am Forschungszentrum Jülich. „Die Workshops zeigen, dass interessierte Jugendliche sich durch eine systematische Herangehensweise auch zu einem so komplexen Thema wie personalisierte Medizin eine fundierte Meinung bilden und den gesellschaftlichen Entscheidungsprozess beleben können“, so die Psychologin, die in Jülich in der Programmgruppe Mensch, Umwelt, Technik auf vielen Themengebieten den gesellschaftlichen Umgang mit den Chancen und Risiken wissenschaftlicher und technischer Entwicklung untersucht.

Im vierten Workshop vom 6. bis 7. Juni erarbeiten die Teilnehmer nun Handlungsempfehlungen für Politik, Wissenschaft und Gesellschaft, die sich aus den Szenarien ableiten lassen. Auf einer Zukunftstagung im November sollen die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de/inb/inb-mut//projekte/pro_permed.html

Weitere Berichte zu: Gesundheitssystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Seminare Workshops:

nachricht Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

nachricht Wie weggeblasen!
08.12.2016 | Haus der Technik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Seminare Workshops >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie