Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Roboter zur Suche nach Rohstoffen auf dem Mond

16.10.2008
Forschungsmodell "Scarab" wird auf Hawaii getestet

Forscher des Robotikinstituts der Carnegie Mellon University (CMU) haben gemeinsam mit der NASA und anderen Organisationen einen Roboter entwickelt, der für die Suche nach Rohstoffen wie Wasser gedacht ist.

Der Rover "Scarab" kann dazu nicht nur Bodenproben entnehmen, sondern diese auch selbst chemisch analysieren. Die Technologien des Forschungsmodells sollen langfristig dazu dienen, eine zukünftige bemannte Erforschung des Mondes zu unterstützen. In der ersten Novemberhälfte werden die Wissenschaftler Scarab auf dem hawaiischen Vulkan Mauna Kea einem Feldtest unterziehen.

Auf Hawaii wird eine Mondmission simuliert, bei der in unwegsamem Gelände nach Rohstoffen gesucht wird. Der rund 1,7 mal 0,9 Meter große vierrädrige Roboter hat eine spezielle Aufhängung, damit er sandige, gesteinsübersäte Steigungen bewältigen und sich zum Aufnehmen von Bodenproben absenken kann. Der Leistungsbedarf des 400 Kilogramm schweren Rovers beträgt laut CMU nur 100 Watt. Die Manövrierfähigkeit von Scarab und seine Fähigkeit, autonom zu navigieren, sei schon vor einem Jahr demonstriert worden, so Projektleiter David Wettergreen. Nun aber sind entscheidende Ergänzungen vorgenommen worden.

"Wir haben Scarab umkonfiguriert, um Platz für eine Gesteinsanalyse-Laboreinheit der NASA zu schaffen. Jetzt ist es ein komplettes robotisches System zur Erforschung der Mondpole und für die Suche nach Rohstoffen", betont Wettergreen. Ein Bohrer des kanadischen Northern Centre for Advanced Technology dient dabei der Entnahme von einen Meter langen Bohrkernen. Diese werden stückweise pulverisiert und dann mithilfe des NASA-Experiments "Regolith and Environment Science and Oxygen and Lunar Volatile Extraction" chemisch untersucht. Dabei werden die Proben auf 900 Grad Celsius erhitzt und freigesetzte Gase Analysegeräten zugeführt, um die Häufigkeit von Elementen und wichtigen Verbindungen zu messen. Die Analyse eines Bohrkerns dauert dabei bis zu 20 Stunden, so die CMU.

Auf dem Mond könnte ein Rover wie Scarab wertvolle Dienste leisten. "Der Mensch wird nicht für lange Aufenthalte zum Mond zurückkehren, wenn wir nicht Ressourcen finden, um das zu unterstützen", erklärt William Whittaker, Leiter des Field Robotics Center an der CMU. Die Technologien von Scarab sollen zum Einsatz kommen, um auf dem Mond Ressourcen aufzuspüren. "Die Nutzung lunarer Ressourcen wird kritisch für eine kosteneffiziente Erforschung sein und auch dazu führen, eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond aufrecht zu erhalten", bestätigt Bernard Foing, Executive Director der ESA International Lunar Exploration Working Group, gegenüber pressetext. Neben Wasser, Sauerstoff oder Wasserstoff könnten auch Metalle und Glase aus der Mondoberfläche für eine zukünftige Basis genutzt werden. "Diese robotischen Demonstratoren auf der Erde liefern wertvolle Erfahrung. Sie zeigen, dass wir zu frühen robotischen Missionen in der Lage sind, die Mondressourcen nutzen und später Crews unterstützen", so Foing.

Besonderes Augenmerk liegt bei Scarab auf Kratern in der südlichen Polarregion des Mondes, wo Roboter bei ständiger Dunkelheit und rund minus 230 Grad Celsius arbeiten müssten. Ganz so kalt wird es Scarab beim Feldtest in über 2.700 Metern Seehöhe nicht haben. Der Rover dürfte sich laut CMU mit Regen, Nebel und Tageshöchstwerten von knapp fünf Grad konfrontiert sehen.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ri.cmu.edu
http://www.norcat.org
http://sci.esa.int/ilewg

Weitere Berichte zu: Bodenprobe CMU Feldtest Forschungsmodell Hawaii Mond Mondpole NASA Roboter Rover Scarab

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Heiß & kalt – Gegensätze ziehen sich an
25.04.2017 | Universität Wien

nachricht Astronomen-Team findet Himmelskörper mit „Schmauchspuren“
25.04.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

„Microbiology and Infection“ - deutschlandweit größte Fachkonferenz in Würzburg

25.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuer Push-in-Leiteranschlussklemme - Kontakte im Handumdrehen

26.04.2017 | HANNOVER MESSE

Plastik – nicht nur Müll

26.04.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Seminar zu Einblicken in die unterschiedlichen Ebenen des 3D-Druckens und wirtschaftlichen Nutzungsmöglichkeiten - 2017

26.04.2017 | Seminare Workshops