Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Millionen-Förderung für Forschung zu synthetischen Molekülen

29.01.2010
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert eine neue Forschergruppe (FOR 1145) zur "Strukturbildung von synthetischen polyphilen Molekülen mit Lipidmembranen" über einen Zeitraum von drei Jahren mit rund 1,6 Millionen Euro. Sprecher der Forschergruppe ist Prof. Dr. Alfred Blume vom Institut für Chemie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Sämtliche Arbeitsgruppen sind an der MLU angesiedelt.

Vier Arbeitsgruppen stammen dabei aus dem Institut für Chemie und eine aus dem Institut für Physik der Naturwissenschaftlichen Fakultät II. Die DFG finanziert neben den Forschungsarbeiten auch Doktoranden- und Post-Doc-Stellen.

"Die Einwerbung der Mittel für die Finanzierung der Forschergruppe stellt für die Naturwissenschaftliche Fakultät II einen weiteren großen Erfolg dar", erklärt Professor Blume. "Sie zeigt auch, dass der eingeschlagene Weg mit einer konsequent auf bestimmte Forschungsschwerpunkte ausgerichteten Berufungsstrategie erfolgreich ist." Auch MLU-Rektor Prof. Dr. Wulf Diepenbrock freute sich über die gute Nachricht: "Zum wiederholten Male verzeichnen wir einen Erfolg in der Drittmitteleinwerbung, der auf unsere Strategie der klaren Profilierung starker Forschungsbereiche zurückzuführen ist."

Das Thema der Forschergruppe ist ein sehr aktuelles. Es beschäftigt sich mit der Strukturbildung von synthetischen Molekülen, die aufgrund ihrer besonderen, sogenannten polyphilen Eigenschaften zur Strukturbildung und Selbstassoziation befähigt sind, mit Modellmembranen aus Lipiden (wasserunlöslichen Stoffen). In der Forschergruppe sollen neue polyphile Moleküle sowohl im niedermolekularen Bereich als auch auf dem Gebiet der Polymere hergestellt werden. Zwei Teilgruppen sind daher überwiegend auf dem Gebiet der Synthese dieser Moleküle tätig, während in den drei anderen Gruppen hauptsächlich die physikalisch-chemische Charakterisierung der Selbstassoziation und der Wechselwirkung dieser Moleküle mit Modellmembranen verfolgt wird.

"Ziel der Forschergruppe ist es, die Wechselwirkung und die damit verbundene Strukturbildung von neu synthetisierten polyphilen Molekülen per se und mit unterschiedlich hergestellten Phospholipidmembranen zu untersuchen", sagt Prof. Dr. Alfred Blume. "Die Phospholipidmembranen dienen dabei als Modelle für biologische Membranen, die zum Beispiel Zellen gegen die Umgebung abgrenzen. Die polyphilen Moleküle können durch ihre Wechselwirkung mit den Membranen deren Eigenschaften entscheidend modifizieren, das heißt entweder stabilisieren oder auch löchrig machen." Es sei geplant, polyphile Moleküle zu finden, die biologische Relevanz besitzen und die damit potenzielle Anwendungen in der Medizin, Pharmazie, Biologie und den Materialwissenschaften haben. Beispielsweise könnte die Funktionsweise dieser Moleküle für die Suche nach neuen Antibiotika eine Rolle spielen.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Alfred Blume
Physikalische Chemie
Telefon: 0345 55-25850
E-Mail: alfred.blume@chemie.uni-halle.de

Carsten Heckmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Das anwachsende Ende der Ordnung
27.03.2017 | Universität Konstanz

nachricht In einem Quantenrennen ist jeder Gewinner und Verlierer zugleich
27.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE