Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kostengünstigere Computerchips durch Graphene?

04.02.2014
Physiker der Universität Bremen haben renommierten Humboldtpreisträger aus den USA zu Gast. Professor Stephan Haas erforscht mit Bremer Wissenschaftlern neue funktionelle Nanomaterialien.

Sie stecken in jedem Bleistift, denn sie sind Bestandteil des Graphits. Doch mit bloßem Auge sind Graphene nicht zu erkennen: Die winzigen Schichten von Kohlenstoff-Atomen könnten dazu beitragen, dass Materialien für Computerchips oder Solarzellen zukünftig effizienter und preisgünstiger hergestellt werden.

An der Universität Bremen erforschen die Physikprofessoren Tim Wehling und Thomas Frauenheim (Fachbereich Physik/Elektrotechnik) bereits seit längerem neue funktionelle Nanomaterialien auf Basis von Graphenen und ähnlichen Materialien.

Ihr Ziel ist es, neue elektronische Anwendungen zu entwickeln – zum Beispiel für flexible Displays oder Solarzellen. Zurzeit haben die Bremer Wissenschaftler einen renommieren Gast und Kooperationspartner aus den USA zu Besuch: Professor Stephan Haas von der University of Southern California ist Preisträger des Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Auszeichnung ist mit 45.000 Euro dotiert.

Bis Ende des Jahres wird der 46-Jährige mit seinen beiden Bremer Kollegen an der Uni Bremen forschen. Auch Studierende profitieren von seinem Aufenthalt; denn in den Forschungsprojekten arbeiten einige mit. Zudem wird Professor Haas Vorlesungen halten.

„Bremer Kollegen sind weltweit führend“

Die Arbeitsgruppen der Bremer befinden sich am Bremen Center for Computational Material Sciences (BCCMS) und am Institut für Theoretische Physik (ITP). „Meine Bremer Kollegen sind weltweit führend in der Untersuchung physikalischer Eigenschaften neuer Materialien“, sagt Stephan Haas. „Deshalb war es für mich klar, das Stipendium der Humboldt-Stiftung für einen längeren Aufenthalt an der Universität Bremen zu nutzen. Haas arbeitet mit den Bremer Forschern bereits seit mehreren Jahren zusammen. Während seines Aufenthaltes in Bremen werden er und seine Kollegen untersuchen, wie Wechselwirkungseffekte die elektronischen Eigenschaften atomar dünner Materialien beeinflussen.

„Haas ist international ausgewiesener Experte für stark wechselwirkende Quantensysteme“, sagt Professor Wehling und fügt hinzu: „Wir freuen uns sehr, dass wir ihn für Bremen gewinnen konnten und haben die Hoffnung, dass es uns zusammen gelingen wird, neue atomar dünne Supraleiter zu designen.“ Zur Erklärung: In Supraleitern fließen elektrische Ströme verlustfrei. Daher finden sie zahlreiche Anwendungen: von empfindlichsten Sensoren zu stärksten Elektromagneten, wie sie etwa in Kernspintomographen zum Einsatz kommen.

Zur Person:

Professor Stephan Haas ist in Berlin geboren und hat an der Technischen Universität Berlin Physik studiert. An der Florida State University promovierte der Wissenschaftler und war danach Post-Doc an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich. Seit 1998 hat Haas eine Professur an der University of Southern California. Da seine Familie aus Bremen stammt, fühlt er sich der Hansestadt sehr verbunden.

Der Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis:

Die Humboldt-Stiftung verleiht jährlich bis zu 25 Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreise. Die Nominierung erfolgt durch Wissenschaftler in Deutschland. Auch ein im Ausland tätiger Preisträger der Humboldt-Stiftung kann eine Nominierung initiieren, muss diese jedoch gemeinsam mit einem in Deutschland tätigen Kollegen einreichen. Die Preisträger werden für ihre herausragenden Forschungsleistungen ausgezeichnet. Sie sind eingeladen, selbst gewählte Forschungsvorhaben in Deutschland in Kooperation mit Fachkollegen für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr durchzuführen. Der Aufenthalt kann zeitlich aufgeteilt werden.

Achtung Redaktionen: Bei der Uni-Pressestelle erhalten Sie ein Foto des Humboldtpreisträgers Professor Stephan Haas. Kontakt unter Telefon: 0421 218-60150 oder E-Mail: presse@uni-bremen.de . (Bildquelle: Ben Pack)

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Physik/Elektrotechnik
Institut für Theoretische Physik
Prof. Dr. Stephan Haas
E-Mail: shaas@usc.edu
Website: http://physics.usc.edu/~shaas
Bremen Center for Computational Material Sciences (BCCMS)
Prof. Dr. Thomas Frauenheim
Telefon: +49-421 218-62340
E-Mail: frauenheim@uni-bremen.de
Institut für Theoretische Physik (ITP)
Prof. Dr. Tim Wehling
Telefon: +49-421 218-62039
E-Mail: twehling@uni-bremen.de

Meike Mossig | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt
17.10.2017 | Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

nachricht Vorhersagen bestätigt: Schwere Elemente bei Neutronensternverschmelzungen nachgewiesen
17.10.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz