Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Immunforschung im All

01.11.2011
Chinesisches Raumschiff bringt Experiment von Forschern der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg in die Erdumlaufbahn

Am 1. November um 5.58 Uhr Ortszeit (31. Oktober, 22.58 Uhr MEZ) brachte das chinesische Raumschiff Shenzhou-8 („Göttliches Schiff“) vom Weltraumbahnhof Jiuquan in der Inneren Mongolei ein weltraummedizinisches Experiment der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU) in die Erdumlaufbahn. Der Magdeburger Weltraumbiotechnologe Prof. Oliver Ullrich konnte den Start der 51 Meter großen und etwa 460 Tonnen schweren chinesischen Trägerrakete „Langer Marsch 2F“ aus nur wenigen hundert Meter Entfernung miterleben.


art des chinesischen Raumschiffs "Shenzhou-8" (Göttliches Schiff) vom Weltraumbahnhof Jiuquan.
Foto: DLR

Das Magdeburger Projekt gehört zu sieben vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ausgewählten deutschen Experimenten, die mit dieser Mission Raumfahrtgeschichte schreiben dürfen. Denn erstmals kooperiert die chinesische Raumfahrtorganisation CMSEO (China Manned Space Engineering Office) mit einer anderen Nation und erstmals dürfen ausländische Wissenschaftler, wie auch Prof. Oliver Ullrich und sein Team, das chinesische Kosmodrom Jiuquan betreten und dort arbeiten. Das Raumschiff Shenzhou-8 wird knapp drei Wochen im All bleiben.

Das Magdeburger Forschungsprojekt untersucht, wie sich die molekulare Architektur menschlicher Fresszellen nach einem mehrtätigen Aufenthalt in Schwerelosigkeit verändert und ob sie danach noch in der Lage sind, ihre Funktion zu erfüllen. Das Immunsystem wird auf einem Raumflug stark beeinträchtigt und setzt daher dem Aufenthalt des Menschen im All bisher klare Grenzen. Die Ursache dieser Störung liegt wahrscheinlich auf Ebene der Zellen. Bei Parabelflügen mit Schwerelosigkeitsphasen von jeweils 22 Sekunden und bei Versuchen auf einer Höhenforschungsrakete mit fünfminütiger Schwerelosigkeit hat der Weltraumbiotechnologe Oliver Ullrich herausgefunden, dass die Zellen des menschlichen Immunsystems bereits innerhalb von Sekunden auf den Wegfall der Schwerkraft reagieren.

Das Magdeburger Projekt wird in einer in Deutschland von EADS Astrium entwickelten Experimentapparatur (SIMBOX, Science in Microgravity Box) durchgeführt.

Die Shenzhou-8-Mission ist auch ein Meilenstein für die bemannte chinesische Raumfahrt. Die Mission dient dem Aufbau einer chinesischen Raumstation, die um 2020 voll funktionsfähig sein soll. Zwei Tage nach dem Start wird Shenzhou-8 an das erste Modul der im Aufbau befindlichen chinesischen Raumstation „Tiangong-1“ (Himmelspalast) ankoppeln. Nach 17 Tagen im All wird Shenzhou-8 wieder abdocken und in China landen. Die Proben aus Magdeburg werden durch Hubschrauber-Suchteams geborgen und nach Peking transportiert, von wo sie die Heimreise antreten werden.

Für Rückfragen:
Univ.-Prof. Hon.-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Oliver Ullrich, Institut für Maschinenkonstruktion, Fakultät für Maschinenbau, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg, Tel.: 0391 67-18522 oder in China: 0086 18210279518, E-Mail: oliver.ullrich@uzh.ch

Katharina Vorwerk | idw
Weitere Informationen:
http://www.uzh.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Ultra-sensitiv dank quantenmechanischer Verschränkung
28.06.2017 | Universität Stuttgart

nachricht Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit
26.06.2017 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive