Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochleistungs-Faserlasersysteme mit verbesserter Strahlqualität

10.02.2010
Jenaer Laser-Verbundvorhaben MOFA nimmt heute Arbeit auf

Faserlaser sind heute ein unverzichtbares Werkzeug in der industriellen Fertigung. Noch lässt sich allerdings der Strahl ab einem bestimmten Leistungsniveau nur schlecht fokussieren.

"Die Skalierung von brillanten Faserlasern stößt durch das Auftreten von Instabilitäten und durch Degradationseffekte an Grenzen", erläutert der Jenaer Physiker Prof. Dr. Andreas Tünnermann. "So wird bei zunehmenden thermischen Lasten ein anormales, teilweise chaotisches Modenverhalten beobachtet, das die Stabilität und Strahlqualität unkontrolliert verschlechtert", so der Direktor des Instituts für Angewandte Physik (IAP) der Universität Jena und des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) weiter.

Für die weitere Entwicklung von Faserlasersystemen, insbesondere im Hochleistungs- und im Impulsbetrieb, ist das Verständnis dieser Effekte von grundlegender Bedeutung zur Absicherung einer langzeitstabilen Laserfunktion.

Diese Effekte sollen nun in dem Jenaer Verbundprojekt "Modenfeldstabilisierung in Hochleistungs-Faserlaser- und -verstärkersystemen" (MOFA) erforscht werden. Das Projekt, das heute offiziell seine Arbeit aufgenommen hat, wird in den nächsten drei Jahren im Rahmen des Programms ProExzellenz vom Freistaat Thüringen mit 1,65 Millionen Euro gefördert. Gemeinsam wollen das IAP, das IOF sowie das Institut für Photonische Technologien nun neuartige Faserlaser mit monomodiger Strahlqualität bei höchsten Leistungen entwickeln.

Die Arbeiten bauen auf einer bereits bestehenden einmaligen Kombination von Kompetenzen zu Faserlasern und auf der erfolgreich nachgewiesenen Forschungsexzellenz der beteiligten Partner auf. "Mit der Förderung des Verbundes wird die Kompetenz der Partner nachhaltig gestärkt und der wissenschaftliche Nachwuchs im Bereich optischer Technologien gefördert und gesichert", betont Projektkoordinator Prof. Tünnermann. "Wir haben durch die Kooperation der Partner die Chance, die Grundlagen für die Lasertechnik der nächsten Generation zu schaffen und damit einen Beitrag zur Standortsicherung der optischen Industrie in Thüringen zu liefern", ist sich der Jenaer Laser-Experte sicher.

Faserlaser bestehen aus optischen Fasern, in die geringe Mengen eines aktiven Materials eingebettet worden sind. Dabei handelt es sich meist um Selten-Erd-Metalle. Speist man in eine solche Faser Licht ein, werden diese Teilchen angeregt und geben Energie über stimulierte Emission ab - Laserstrahlung wird emittiert.

An der heutigen Auftaktveranstaltung nimmt auch Thüringens Wissenschafts-Staatssekretär Prof. Dr. Thomas Deufel teil, um sich über die geplanten Untersuchungen zu informieren.

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Tünnermann
Institut für Angewandte Physik der Universität Jena
Albert-Einstein-Str. 15
07745 Jena
Tel.: 03641 / 947800 oder 807202
E-Mail: andreas.tuennermann[at]uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neue Harmonien in der Optoelektronik
21.07.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

nachricht Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen
20.07.2017 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten