Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heißester Punkt im ganzen Nordwesten - Mikrosonne im Labor - Großer Erfolg für Laserforschung

24.01.2011
Die Laserforschung im Nordwesten Deutschlands erlebt einen Durchbruch: Im beschaulichen Emden sind Wissenschaftler in der Lage, eine „Mikrosonne“ zu produzieren. Mithilfe eines Hochleistungslasers bzw. von Laserblitzen entsteht ein mehrere Millionen Grad heißes Plasma – so heiß wie die Sonne also.

Die Mikrosonne ist bereits vor einem Jahr in einem Labor am Institut für Lasertechnik Ostfriesland (ILO) der Hochschule Emden/Leer erzeugt worden und wurde jetzt, nach Entwicklung der entsprechenden Nachweisgeräte, erstmals eindeutig nachgewiesen.

„Die Energie unseres Lasers wird räumlich und zeitlich extrem stark konzentriert“, erläutert Prof. Dr. Ulrich Teubner, der die Mikrosonne erstmals in der Region aufgehen ließ. Zur Erzeugung der Mikrosonne wird in einem einzigen Laserblitz des Emder Gigawatt-Lasers EGIL eine höhere Leistung erbracht als beispielsweise im Kraftwerk in Lingen. Pro Sekunde erzeugt der Laser 1000 dieser Blitze. Jedoch kann diese Energie nur in einem Vakuum durch Fokussierung auf eine winzige Fläche vollständig gebündelt werden. Darüber hinaus verhindert das Vakuum, dass die sehr kurzwellige Strahlung des Laserplasmas von der Luft absorbiert wird. Die erforderliche spezielle Vakuumkammer wurde am ILO des Fachbereichs Technik selbst entwickelt.

Nachdem bei seiner Entwicklung vor rund 50 Jahren der Lasers noch als „Erfindung auf der Suche nach einer Anwendung“ betitelt wurde, explodierte die Zahl der Anwendungsmöglichkeiten geradezu: Überall im Alltag sind Laser oder mit Lasern erzeugte Produkte zu finden, seien es kleine Laser in CD- und DVD-Playern, mit Lasern geschnittene Autobleche oder spezielle Sensoren bzw. Mikrochips in Alltagsgeräten, die mit Hilfe von lasergestützten mikrotechnischen Verfahren produziert werden. Zukünftig wird es mit Hilfe der Lasermikrotechnik auch möglich sein, schmerzfrei in einen Zahn zu bohren. Eine zukünftige Anwendungsmöglichkeit der Mikrosonne von Professor Teubner und seiner aus wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studenten bestehenden Arbeitsgruppe Lasermikrotechnik/ Ultrakurzzeitoptik ist die Erzeugung von äußerst kleinen Strukturen, wie sie beispielsweise auf noch leistungsstärkeren Chips für Computer zu finden sind.

Für Professor Teubner steht vor allem die Forschung und die Lehre im Zentrum des Interesses: „Unsere Studierenden beteiligen sich stark mit Forschungsprojekten an der Entwicklung und den Untersuchungen.“ Die Hochschule Emden/Leer antwortet mit der praxisorientierten Photonik-Ausbildung auf die große Nachfrage nach Experten auf den Gebieten der Lasertechnologie, Laserforschung und den Optischen Technologien.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. rer. nat. habil. Ulrich Teubner
Tel.: 04921 807 1527
E-Mail: ulrich.teubner@hs-emden-leer.de

Wilfried Grunau | idw
Weitere Informationen:
http://www.technik-emden.de/~mifem/
http://www.hs-emden-leer.de/fachbereiche/technik/forschung/institute/ilo.html

Weitere Berichte zu: ILO Laserblitz Laserforschung Mikrosonne Vakuum laser system

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet
30.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flipper auf atomarem Niveau
30.03.2017 | Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE