Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Geheimnisse des "Götterboten"

06.03.2009
Raumfahrtagentur bewilligt 11,4 Millionen Euro für münstersche Beteiligung an Merkur-Mission

Einen Grund zum Feiern haben die WWU-Planetologen um Prof. Dr. Harald Hiesinger: Die Raumfahrtagentur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) stellt dem Institut für Planetologie der Universität Münster in den kommenden fünf Jahren insgesamt 11,4 Millionen Euro für das Projekt „MERTIS" zur Verfügung.

Damit sind nun nach erfolgreichem Abschluss der technisch-wissenschaftlichen Vorstudien und Entwicklungsarbeiten die finanziellen Rahmenbedingungen geschaffen, um das Infrarotspektrometer „MERTIS" zu vollenden und eine Reihe von Ingenieursmodellen zu Testzwecken sowie das eigentliche Flugmodell zu bauen.

Dieses wird im Jahr 2014 als eines von insgesamt elf europäischen Instrumenten des „Mercury Planetary Orbiter" (MPO) auf die sechsjährige Reise zum innersten Planeten des Sonnensystems, dem Merkur, geschickt werden. MPO ist eine Komponente der Mission „BepiColombo" der Europäischen Weltraumorganisation ESA.

MERTIS (Mercury Radiometer and Thermal Infrared Spectrometer), das unter der Federführung des Instituts für Planetologie mit Partnern aus Industrie und Forschung gebaut wird, ist ein miniaturisiertes Infrarotspektrometer. Die Kantenlänge seines Gehäuses, das Elektronik und Optik beherbergt, beträgt nur ungefähr 15 Zentimeter bei einem Gewicht von etwa drei Kilogramm. Während sich die Farben von einigen Mineralen im sichtbaren Wellenlängenbereich des Lichts kaum unterscheiden, wird MERTIS im thermischen Infrarot deutliche Abweichungen feststellen können.

Das Instrument wird somit die detaillierte mineralogische Kartierung des Planeten Merkur ermöglichen. Mit diesem Wissen kann man Rückschlüsse auf die Entstehung des Planeten vor über viereinhalb Milliarden Jahren ziehen und seine geologische Entwicklung verstehen. Somit wird MERTIS ganz entscheidend dazu beitragen, die Geheimnisse des "Götterboten" zu lüften. Die Kenntnis der anderen Planeten im Sonnensystem wird letztlich helfen, auch die eigene Heimatwelt besser zu verstehen, so die an dem Projekt beteiligten Forscher.

"Die Beteiligung unseres Instituts an einer internationalen Raumfahrtmission birgt große Verantwortung, stellt aber auch eine ungeheure Chance dar. Wir sind hochmotiviert, uns weiterhin dieser Herausforderung zu stellen und in den kommenden Jahren facettenreiche Forschungs- und Managementaufgaben für MERTIS wahrzunehmen", sagt Prof. Dr. Harald Hiesinger, geschäftsführender Direktor des Instituts für Planetologie und Projektleiter von MERTIS.

Die Mittel von 11,4 Millionen Euro, die die Raumfahrtagentur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) vertretend für das Bundeswirtschaftsministerium zur Verfügung stellt, werden vielfältig verwendet werden. Neben Forschungs- und Entwicklungsverträgen mit den Einrichtungen "Optische Systeme" und "Planetenforschung" des DLR am Berliner Standort in Adlershof wird es auch solche mit Partnern aus der deutschen Raumfahrtindustrie geben. Das Institut für Planetologie der WWU entwickelt MERTIS gemeinsam mit den Berliner DLR-Instituten, während die Industrie einzelne Komponenten der Hard- und Software beisteuert und technische Studien erarbeitet.

Darüber hinaus werden mit den Fördermitteln auch wichtige Forschungsaufgaben des Instituts für Planetologie finanziert, die den Erfolg von MERTIS sichern sollen. Um nämlich von den späteren Messungen des Instruments auf die tatsächlich beobachteten Minerale schließen zu können, sind vorbereitende Laboruntersuchungen an sogenanntem Analogmaterial durchzuführen - an Mineralen also, von denen man annimmt, dass sie an der Oberfläche des Merkurs vorkommen. Hierzu kommen Methoden der analytischen Planetologie zum Einsatz, für die das Institut für Planetologie eine beachtliche Expertise vorweisen kann. Ziel ist es herauszufinden, welchen Einfluss zum Beispiel Temperatur, Weltraumstrahlung oder Materialparameter auf die messbaren Spektren haben.

Christina Heimken | Universität Münster
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de
http://www.uni-muenster.de/Planetology/science/projects/mertis/index.html
http://sci.esa.int/science-e/www/area/index.cfm?fareaid=30

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen
17.02.2017 | Universität Konstanz

nachricht Zukunftsmusik: Neues Funktionsprinzip zur Erzeugung der „Dritten Harmonischen“
17.02.2017 | Laser Zentrum Hannover e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

Ökologischer Landbau: Experten diskutieren Beitrag zum Grundwasserschutz

17.02.2017 | Veranstaltungen

Von DigiCash bis Bitcoin

16.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stammzellen verlassen Blutgefäße in strömungsarmen Zonen des Knochenmarks

17.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

LODENFREY setzt auf das Workforce Mangement von GFOS

17.02.2017 | Unternehmensmeldung

50 Jahre JULABO : Erfahrung – Können & Weiterentwicklung!

17.02.2017 | Unternehmensmeldung