Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die ESO beschließt Bau des weltgrößten optischen Teleskops

12.06.2012
Pressemitteilung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Die ESO wird das größte Teleskop der Welt für sichtbares und infrarotes Licht bauen.
Auf seiner heutigen Sitzung in Garching hat der ESO-Council das European Extremely Large Telescope (E-ELT) Programm vorbehaltlich der Bestätigung von vier sogenannten ad referendum-Stimmen beschlossen. Das E-ELT soll Anfang des nächsten Jahrzehnts seinen Betrieb aufnehmen.

Das Führungsgremium der ESO, der Council, ist heute am ESO-Hauptsitz in Garching bei München zusammengetreten. Wichtigster Tagesordnungspunkt der Sitzung war der Start des European Extremely Large Telescope (E-ELT) Programms, das zukünftige „weltgrößte Auge auf den Himmel“. Das E-ELT ist als Teleskop mit einem segmentierten Spiegel von 39,3 Metern Durchmesser konzipiert. Damit wird es das weltgrößte Teleskop für sichtbares und infrarotes Licht. Das Teleskop soll auf dem Cerro Armazones im Norden Chiles errichtet werden, in der Nähe des Paranal-Observatoriums der ESO.

Sämtliche ESO-Mitgliedsländer hatten bereits im Vorfeld ihre Unterstützung für das E-ELT-Projekt bekräftigt. Der Council stimmte heute für den Bau des E-ELT und der ersten Generation leistungsfähiger Instrumente für das Teleskop – allerdings unter dem Vorbehalt, dass noch mehrere sogenannte ad referendum-Stimmen bestätigt werden müssen.

Um das definitive Startsignal für das Projekt zu geben, müssen zwei Drittel, also mindestens zehn der Mitgliedsländer ihre Zustimmung geben. Bei der heutigen Sitzung stimmten Deutschland, die Niederlande, Österreich, Schweden, die Schweiz und die Tschechische Republik für den Beginn des E-ELT-Programms. Vier weitere Mitgliedsländer stimmten ad referendum dafür: Belgien, Finnland, Großbritannien und Italien. Die übrigen vier Mitgliedsländer arbeiten gezielt darauf hin, dem Programm in Kürze beizutreten.

Dem Wortlaut des Beschlusses nach sind zunächst nur Mittel für vorbereitende Bauarbeiten am zukünftigen Standort des Teleskops freigegeben, bis die Mitgliedsländer insgesamt mindestens 90% der 1083 Millionen Euro Fertigstellungskosten (Geldwert von 2012) bewilligt haben. Der Beschluss folgt damit der bereits Ende 2011 getroffenen Grundsatzentscheidung des ESO-Councils zur Finanzierung des Projekts.

Dem aktuellen Zeitplan nach müssen die ersten großen Industrieaufträge im Laufe des nächsten Jahres bewilligt werden; im gleichen Zeitraum muss der Großteil der Finanzierung gesichert sein. Dies sollte genügend Zeit dafür lassen, dass Belgien, Finnland, Großbritannien und Italien ihre Zustimmung bestätigen und die restlichen Mitgliedsländer sich dem Projekt anschließen können. Außerdem sollte Brasilien in diesem Zeitraum seinen ESO-Beitritt ratifizieren können.

“Dies ist ein hervorragendes Ergebnis und ein großer Tag für die ESO. Wir können jetzt die nächsten Schritte im Zeitplan dieses großen Projektes angehen”, erklärt Tim de Zeeuw, der Generaldirektor der ESO.

Erste Aufträge für das Projekt wurden bereits vergeben. Kurz vor der Sitzung des Councils wurde ein Vertrag über eine detaillierte Designstudie für den komplexen adaptiven M4-Spiegel des Teleskops abgeschlossen. Diese E-ELT-Konstruktionsaufgabe dürfte von allen technischen Herausforderungen des Programms am meisten Vorlaufzeit erfordern, so dass ein früher Beginn notwendig war.
Detaillierte Planungen für den Verlauf der Straße zum Gipfel des Cerro Armazones, dem zukünftigen Standort des E-ELT, sind bereits in Arbeit. Die ersten Baumaßnahmen werden voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen, inklusive des Baus der Zufahrtsstraße zum Gipfel des Armazones und des Einebnen des Gipfels.

“Das E-ELT wird der ESO über Jahrzehnte ihre Spitzenposition in der Forschung sichern und verspricht, eine außergewöhnliche wissenschaftliche Ernte einzufahren”, schließt Xavier Barcons, der Präsident des ESO-Councils.

Zusatzinformationen

Im Jahr 2012 feiert die Europäische Südsternwarte ESO (European Southern Observatory) das 50-jährige Jubiläum ihrer Gründung. Die ESO ist die führende europäische Organisation für astronomische Forschung und das wissenschaftlich produktivste Observatorium der Welt. Getragen wird die Organisation durch ihre 15 Mitgliedsländer: Belgien, Brasilien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, die Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien, Schweden, die Schweiz, die Tschechische Republik und das Vereinigte Königreich. Die ESO ermöglicht astronomische Spitzenforschung, indem sie leistungsfähige bodengebundene Teleskope entwirft, konstruiert und betreibt. Auch bei der Förderung internationaler Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Astronomie spielt die Organisation eine maßgebliche Rolle. Die ESO betreibt drei weltweit einzigartige Beobachtungsstandorte in Nordchile: La Silla, Paranal und Chajnantor. Auf dem Paranal betreibt die ESO mit dem Very Large Telescope (VLT) das weltweit leistungsfähigste Observatorium für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren Lichts und zwei Teleskope für Himmelsdurchmusterungen: VISTA, das größte Durchmusterungsteleskop der Welt, arbeitet im Infraroten, während das VLT Survey Telescope (VST) für Himmelsdurchmusterungen ausschließlich im sichtbaren Licht konzipiert ist. Die ESO ist der europäische Partner für den Aufbau des Antennenfelds ALMA, das größte astronomische Projekt überhaupt. Derzeit entwickelt die ESO ein Großteleskop der 40-Meter-Klasse für Beobachtungen im Bereich des sichtbaren und Infrarotlichts, das einmal das größte optische Teleskop der Welt werden wird, das European Extremely Large Telescope (E-ELT).

Die Übersetzungen von englischsprachigen ESO-Pressemitteilungen sind ein Service des ESO Science Outreach Network (ESON), eines internationalen Netzwerks für astronomische Öffentlichkeitsarbeit, in dem Wissenschaftler und Wissenschaftskommunikatoren aus allen ESO-Mitgliedsstaaten (und einigen weiteren Ländern) vertreten sind. Deutscher Knoten des Netzwerks ist das Haus der Astronomie in Heidelberg.

Kontaktinformationen

Carolin Liefke
ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie
Heidelberg, Deutschland
Tel: 06221 528 226
E-Mail: eson-germany@eso.org

Lars Lindberg Christensen
Head, ESO education and Public Outreach Department
Garching bei München, Germany
Tel: +49 89 3200 6761
Handy: +49 173 3872 621
E-Mail: lars@eso.org

Richard Hook
ESO, La Silla, Paranal, E-ELT & Survey Telescopes Press Officer
Garching bei München, Germany
Tel: +49 89 3200 6655
Handy: +49 151 1537 3591
E-Mail: rhook@eso.org

Valentina Rodríguez
ePOD Coordinator in Chile
Santiago, Chile
Tel: +562 4633123
E-Mail: vrodrigu@eso.org
Weitere Informationen:

http://www.eso.org/public/germany/news/eso1225/
- Webversion der Pressemitteilung mit weiteren Bildern und Videos, auch in höher aufgelösten Versionen

http://www.eso.org/public/products/brochures/e-elt-executivesummary/
- Zusammenfassung des E-ELT-Planungsdokuments

http://www.eso.org/public/products/books/e-elt_constrproposal/
- Gesamtes E-ELT-Planungsdokument

http://www.eso.org/public/germany/teles-instr/e-elt.html
- E-ELT-Webseiten

Carolin Liefke | ESO Science Outreach Network
Weitere Informationen:
http://www.eso.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars
26.04.2018 | Universität Bern

nachricht Belle II misst die ersten Teilchenkollisionen
26.04.2018 | Max-Planck-Institut für Physik

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics