Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elektronenkollektiv unter Lichteinfluss

12.06.2014

Dr. Peter Dombi leitet eine neue Partnergruppe des MPQ in Budapest

Das Max-Planck-Institut für Quantenoptik hat eine neue Partnergruppe am Wigner Research Centre for Physics der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Budapest. Die Forschungsgruppe von Dr. Peter Dombi wird die nächsten drei Jahre eng mit dem Labor für Attosekundenphysik von Prof. Ferenc Krausz am MPQ zusammenarbeiten.


Dr. Peter Dombi

(Foto: MPQ)

Dombis Team beschäftigt sich mit ultraschnellen Veränderungen von Elektronen-Kollektiven in Festkörpern unter Lichteinfluss. Diese Prozesse spielen sich innerhalb von Femtosekunden- bis Attosekunden-Zeiträumen ab. Eine Femtosekunde ist ein Millionstel einer milliardstel Sekunde, eine Attosekunde ist noch tausend Mal kürzer.

Im Jahr 2013 zeigte die Forschungsgruppe um Prof. Ferenc Krausz zum ersten Mal, dass man mit Hilfe der elektrischen Felder von Licht die elektrischen und optischen Eigenschaften eines Festkörpers kontrollieren kann. Damit konnten die Wissenschaftler Strom mit Licht an- und ausschalten. Ebenso wurde es möglich Lichtsignale mit der Frequenz von sichtbarem Licht zu kontrollieren. Licht schwingt ungefähr eine Million Milliarden Mal pro Sekunde (10 hoch 15mal).

Auf diesen Erkenntnissen baut nun die neue MPQ-Partnergruppe von Peter Dombi in Ungarn auf. Sie wird sich vor allem mit ultraschnellen, nanoplasmonischen Phänomenen beschäftigen. In der Nanoplasmonik erkunden die Physiker das Verhalten von Kollektiven aus Elektronen in nanometer-großen Festkörpern. Diese Kollektive werden durch Licht angeregt und erzeugen an den Oberflächen, wie etwa von Metall-Nanoteilchen, elektrische Felder.

Das Wissen um solche lichtgesteuerten Phänomene wird helfen den Weg für die so genannte „Lichtwellen-Elektronik“ zu ebnen. Eine solche Elektronik, die mit den Frequenzen von Lichtwellen-Schwingungen funktioniert, wäre ungefähr 100.000fach schneller als die heutige Technik.

Zurzeit bestehen mehr als 40 mit der Max-Planck Gesellschaft verbundene Partnergruppen weltweit. Dabei handelt es sich um ein Instrument zur gemeinsamen Förderung von Nachwuchswissenschaftlern mit Ländern, die an einer Stärkung ihrer Forschung durch internationale Kooperation interessiert sind. Hierzu zählen z.B. Indien, China, mittel- und osteuropäische sowie südamerikanische Länder. Die Arbeit der Partnergruppen wird nach drei Jahren evaluiert und kann – vorausgesetzt die Evaluation fällt positiv aus – auf fünf Jahre verlängert werden.

Das Wigner Research Centre for Physics ist das größte physikalische Forschungsinstitut in Ungarn mit mehr als 350 Angestellte und 40 Forschungsgruppen. Optik und Licht-Materie Wechselwirkung waren immer bedeutende Elemente des Forschungsprogramms seit dem Bau des ersten Lasers in Ungarn vor mehr als 50 Jahren. Dieses Programm wird jetzt mit der Unterstützung der Max-Planck Gesellschaft um eine wichtige Forschungsrichtung erweitert. Thorsten Naeser

Weitere Informationen erhalten Sie von:

Dr. Peter Dombi
Wigner Research Centre for Physics
H-1121 Budapest, Konkoly-Thege M. út 29-33, Hungary
Telefon: +36 1 3922209
Telefax: +36 1 3922215
E-Mail: dombi.peter@wigner.mta.hu

Thorsten Naeser
Munich-Centre for Advanced Photonics
Max-Planck-Institut für Quantenoptik, Garching
Telefon: +49 (0)89 / 32 905 - 124
E-Mail: thorsten.naeser@mpq.mpg.de

Dr. Olivia Meyer-Streng
Max-Planck-Institut für Quantenoptik, Garching
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: +49 (0)89 / 32 905 -213
E-Mail: olivia.meyer-streng@mpq.mpg.de

Weitere Informationen:

http://www.femtolab.hu

Dr. Olivia Meyer-Streng | Max-Planck-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern
17.08.2017 | Max-Planck-Institut für Kernphysik, Heidelberg

nachricht Optische Technologien für schnellere Computer / „Licht“ mit Wespentaille
16.08.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie