Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Berner Physiker fliegen mit der NASA und der ESA zum Mars

03.08.2010
Das Physikalische Institut der Uni Bern ist wieder an einer grossen Mars-Mission beteiligt: Der ExoMars Trace Gas Orbiter der NASA und der ESA ist die erste Mars-Mission, die Proben von der Marsoberfläche zur Erde zurückbringen soll. Die Berner Physiker bauen eine Kamera, die Stereobilder des roten Planeten liefern soll.

Die NASA und die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) haben gestern Abend die Auswahl der wissenschaftlichen Instrumente bekanntgegeben, die auf ihrer ersten gemeinsamen Marsmission mitfliegen sollen.

Der ExoMars Trace Gas Orbiter (EMTGO) ist die erste in einer Reihe geplanter Marsmissionen; die letzte davon soll Proben von der Marsoberfläche zur Erde zurückbringen. Der Start des Orbiters ist für 2016 vorgesehen. Er wird die chemische Zusammensetzung der Marsatmosphäre untersuchen und versuchen, die Quellen von atmosphärischen Spurengasen wie Methan zu identifizieren.

Die Berner Kamera soll Bilder höchster Auflösung liefern

Eines der Experimente, das die beiden Raumfahrt-Organisationen ausgewählt haben, ist der High Resolution Stereo Color Imager (HiSCI), der als wichtigstes Kamerasystem an Bord der Raumsonde mitfliegen wird. Principal Investigator (PI) ist Prof. Alfred McEwen von der Universität von Arizona in Tucson, und ein Teil von HiSCI wird in der Schweiz gebaut werden. Das Team um Prof. Nicolas Thomas vom Physikalischen Institut der Universität Bern wird das Teleskop für das HiSCI-Konsortium konstruieren. HiSCI soll Stereobilder mit einer Auflösung von 5 bis 6 Metern von annähernd der gesamten Planetenoberfläche liefern. Dies wird gemäss Thomas mithelfen, Landestellen für zukünftige Erkundungen auszumachen. Diese Aufnahmen sollen die spektakulären Oberflächen-Farbbilder des Mars ergänzen, welche die HiRISE-Kamera schon seit 2006 aus der Marsumlaufbahn liefert. Auch an dieser laufenden Mission ist das Berner Team bereits massgeblich beteiligt.

«Die HiSCI-Kamera der geplanten Mission ist der nächste Schritt auf dem Weg zu einer detaillierten Kartierung der Marsoberfläche», sagt Prof. Nicolas Thomas. Es bestehe die Möglichkeit, dass das Methan in der Marsatmosphäre biologischen Ursprungs sei. Falls es Stellen auf dem Mars gibt, aus denen Methan austritt, so wird gemäss Thomas HiSCI Bilder von ihnen senden, die Gasquellen identifizieren und Landestellen für zukünftige Missionen finden. «Vielleicht gelingt es uns sogar, die Frage nach Leben auf dem Mars endlich zu beantworten», so der Berner Physiker.

Nathalie Matter | idw
Weitere Informationen:
http://www.unibe.ch

Weitere Berichte zu: ESA ExoMars HiSCI Mars-Mission Marsatmosphäre Marsmission Marsoberfläche Methan NASA Orbiter Physik Stereobild

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor
23.02.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Kühler Zwerg und die sieben Planeten
23.02.2017 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie