Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erleuchtet und erhellt - Augsburger Physiker zeigen oxidische Schichten

30.03.2007
Zwei Projektgruppen des Bayerischen Forschungsverbunds Multiskalendesign oxidischer Funktionsmaterialien (FOROXID) präsentieren vom 16.-20. April 2007 auf der Hannovermesse ihre Arbeiten.

Ein Projektteam entwickelte gemeinsam mit der AxynTec Dünnschichttechnik GmbH (Augsburg) und der Carl Zeiss AG (Göttingen) Sensoren zur Bestimmung von Magnetfeldern und Strömen. Das andere Team erprobte in Kooperation mit der OSRAM GmbH (Augsburg) alternative Verfahren zur Herstellung von Beschichtungen in Leuchtstofflampen mittels der Spraypyrolyse.

Echt oder Blüte?

Magnetooptische Sensoren basieren auf so genannten Eisen-Granat-Schichten auf geeigneten Substraten und machen Magnetfeld- oder Stromverteilungen sichtbar.
... mehr zu:
»Experimentalphysik »Physik

Die Analyse von Magnetfeldverteilungen liefert beispielsweise schnell und einfach eine verlässliche Aussage über die Echtheit einer Banknote. Beim Blick durchs Mikroskop sieht der Besucher, wie es funktioniert. Viel einfacher als mit den herkömmlichen Methoden der Flüssigkristallographie analysieren magnetooptische Verfahren auch Fehler in integrierten Hochleistungshalbleiterschaltungen.

Noch gibt es jedoch kein käufliches magnetooptisches Messgerät für die vielfältigen und denkbaren Einsatzmöglichkeiten. Die Augsburger Forscher arbeiten deshalb an der dafür notwendigen phasenreinen Abscheidung dicker magneto-optisch-aktiver Filme (wie Bi3Fe5O12 / BIG) mit einer möglichst geringen Defektdichte und deren Untersuchung.

Wo kommt das Licht her?

Eine Quecksilber-Gasentladung sorgt dafür, dass eine Leuchtstofflampe die Nacht erhellt. Ein zusätzlicher Leuchtstoff wandelt diese an sich unsichtbare ultraviolette Strahlung (UV) in sichtbare um. Zwischen Leuchtstoff und Glasrohr erfüllt eine zusätzliche Schutzschicht aus Aluminiumoxid (Al2O3) mehrere Funktionen: Zum einen reflektiert sie vom Leuchtstoff nicht absorbierte UV-Strahlung. Zum anderen verhindert sie die Diffusion von Quecksilber und damit eine Vergrauung des Glases. Außerdem gewährleistet sie eine bessere Haftung des Leuchtstoffs auf dem Glas.

Quecksilber ist bekanntlich sehr giftig, deshalb soll die Menge in einer Lampe so klein wie möglich sein. Die Augsburger Physiker untersuchen die Spraypyrolyse als alternatives Verfahren zur herkömmlichen Beschichtungsmethode. Dazu vernebeln sie mit Hilfe von Ultraschall eine wässrige Lösung aus Aluminiumsalz und transportieren den so entstandenen feinen Nebel mit einem Trägergas in einen Rohrofen. Dort können sich die Nebeltröpfchen auf der Innenseite eines Glasrohres anlagern und die hohen Temperaturen im Ofen oxidieren die Lösung zu einer haftfesten Beschichtung. Aus diesen beschichteten Rohren können direkt Lampen hergestellt werden. Besucher können sich auf der Hannovermesse vom Effekt der Beschichtung selbst überzeugen.

Die Augsburger Physiker zeigen ihre Forschungsergebnisse in Halle 02, Stand A54, dem Gemeinschaftsstand von Bayern Innovativ.

Kontakt:
Magnetooptik
Timo Körner
Lehrstuhl für Experimentalphysik IV
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Tel (0821) 5 98-34 17
Fax (0821) 5 98-34 25
E-Mail timo.koerner@physik.uni-augsburg.de
Metalloxidische Beschichtung
Matthias Knoll
Lehrstuhl für Experimentalphysik II
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Tel (0821) 5 98-21 11
Fax (0821) 5 98-34 11
E-Mail matthias.knoll@physik.uni-augsburg.de

Christine Kortenbruck | idw
Weitere Informationen:
http://www.abayfor.de/foroxid

Weitere Berichte zu: Experimentalphysik Physik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Neuartige Halbleiter-Membran-Laser
22.03.2017 | Universität Stuttgart

nachricht Seltene Erden: Wasserabweisend erst durch Altern
22.03.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen