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Altes Damaszener Schwert mit hochmodernen Kohlenstoff-Nanoröhren

16.11.2006
TU-Wissenschaftler veröffentlichen Forschungsergebnisse in der neuen Ausgabe der Zeitschrift "Nature"

Wissenschaftler vom Institut für Strukturphysik an der TU Dresden haben in einem Damaszener Schwert aus dem 17. Jahrhundert erstmals Nanoröhren aus Kohlenstoffatomen nachgewiesen. Das berichten die Forscher um Prof. Peter Paufler in der neuen Ausgabe der Zeitschrift "Nature", die am 16. November 2006 erscheint. Kohlenstoff-Nanoröhren waren damals noch unbekannt, sodass die Forscher vor dem Rätsel stehen, wie diese Strukturen im Stahl entstanden sind.

Bereits 1924 war der Säbel aus Damaszener Stahl, der im Berner Historischen Museum aufbewahrt wird, metallographisch untersucht worden. Doch erst jetzt ist es den Forschern gelungen, in einem zwei Zentimeter langen Stück aus der Klinge des Säbels in einem Elektronenmikroskopie-Labor Kohlenstoff-Nanoröhren nachzuweisen.

Damaszener Klingen zeichnen sich durch eine besonders kunstvolle Musterung ('Damast'), eine besonders scharfe Schneide und eine hohe Bruchzähigkeit aus. Die Entdeckung der Nanoröhren wird von den Autoren als Bindeglied zum Verständnis der bislang ungeklärten Entstehung der Musterung beim Schmieden betrachtet. Die Dresdner Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Kohlenstoffatome jenes Damaszener Säbels in Röhren von bis zu 50 nm Länge und 10 bis 20 nm Durchmesser angeordnet sind. Die Röhren sind teilweise mit Zementit gefüllt, einer Verbindung aus Eisen und Kohlenstoff, und bilden Zementitnanodrähte. Mit diesen Erkenntnissen könnten nicht nur die besonderen Eigenschaften der legendären Klingen besser verstanden, sondern auch Schlussfolgerungen für die Entwicklung neuer Stähle gezogen werden.

Die Verfahren zur Herstellung von Damaszener Stahl sind nicht überliefert. "Vermutlich geht die Qualität des Stahls auf häufiges Probieren zurück, ohne dass die Schmiede von damals wussten, was mit dem Stahl vorgeht", so Prof. Paufler. Inzwischen vermuten die Forscher, dass die Kohlenstoff-Nanostrukturen durch den Zusatz von Holz und Blättern sowie durch die Verwendung bestimmter Eisenerze aus Indien, die als Katalysatoren gewirkt haben, entstanden sein könnten.

Der Beitrag "Carbon nanotubes in an old Damascus sabre" erscheint am 16. November 2006 in der Zeitschrift "Nature". Veröffentlichungen sollten mit Hinweis auf die Zeitschrift erfolgen.

Weitere Informationen: Prof. Peter Paufler, Institut für Strukturphysik, TU Dresden, Tel. 0351 463-34679, E-Mail: paufler@physik.tu-dresden.de

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de/

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