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Das Rauschen überlistet: Physik-Forschung für die Praxis

25.09.2006
WissenschaftlerInnen der Universitäten Oldenburg, Münster und Stuttgart haben ein mathematisches Verfahren entwickelt, das zur Behebung von "Rausch-Problemen" (etwa bei Fernsehen- und Radioempfang) beitragen könnte.

Es ist allgemein bekannt, dass Rauschen die Information von Signalen verschleiert. Ein verrauschter Radiosender oder ein verrauschtes Fernsehbild erschwert es, die gewünschte Nachricht zu verstehen. WissenschaftlerInnen der Universitäten Oldenburg, Münster und Stuttgart ist es nun gelungen, das Rauschen quasi zu überlisten. Mit einem neu entwickelten mathematischen Verfahren vermögen sie aus verrauschten Signalen exakt den "deterministischen Informationsgehalt" zu bestimmen, d.h. unterschiedliche Rauscheinflüsse zu trennen und quantitativ zu erfassen.

Über ihre Ergebnisse, die Konsequenzen für eine Reihe praktischer Anwendungsbereiche erwarten lassen, berichten sie in der renommierten Fachzeitschrift Physical Review Letters (Frank Böttcher, Joachim Peinke u.a.: Reconstruction of Complex Dynamical Systems Affected by Strong Measurement Noise, Physical Review Letters 97, 090603, 2006, Online-Ausgabe 1. September 2006).

"Schon unsere Vorarbeiten", so Prof. Dr. Joachim Peinke, Institut für Physik der Universität Oldenburg, "ließen eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen erkennen. Dazu zählen z.B. Datenanalysen zur Diagnose von Herzkrankheiten, die Frühwarnung vor Erdbeben oder Analysen von Börsenkursen." Aufgrund der Ergebnisse sei zu erwarten, so Peinkes früherer Mitarbeiter und Doktorand Dr. Frank Böttcher (der inzwischen in Neuseeland tätig ist), dass auch eine Vielzahl von alten Messungen neu ausgewertet werden und zu neuen Erkenntnissen führen könnten.

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»Rauschen

Kontakt: Prof. Dr. Joachim Peinke, Institut für Physik, Tel 0441/798-3536 oder -3402, E-Mail: peinke@uni-oldenburg.de

Gerhard Harms | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-oldenburg.de/

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