Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein Kugelsternhaufen zur "Langen Nacht der Sterne"

18.09.2006
Das Highlight der "Langen Nacht der Sterne" des Astrophysikalischen Instituts am Samstag auf dem Telegrafenberg war der vor kurzem restaurierte Große Refraktor.

Der Kuppelraum mit seinen 21Metern Durchmesser und 17 Meter Höhe und das Linsenteleskop mit seiner Brennweite von 12,2 Metern waren an sich schon beeindruckend. Als dann aber gegen 22 Uhr nach anfänglich wolkenverhangenem Himmel die Wolkendecke doch noch aufbrach und den inzwischen Schlange stehenden Besuchern einen Blick auf den Kugelsternhaufen M 13 ermöglichte, war die Lange Nacht perfekt. Die Besucher waren zufrieden, es gab viel positive Resonanz und das ist schließlich die Hauptsache, wenn ein Institut wie das AIP sich und seine Arbeit vorstellen und Interessierten einen Eindruck der wissenschaftlichen Arbeit in der Astrophysik vermitteln will.

Auch die ganz kleinen zukünftigen Forscher waren begeistert: am Schülerexperiment auf dem Rasen vor dem Einsteinturm bastelten sie bunte Raketen und schossen diese dann gen Himmel. Währenddessen konnten ihre Eltern den Einsteinturm besichtigen und ausnahmsweise auch einen Blick in das Labor unter dem Einsteinturm werfen, in dem die spektroskopischen Sonnendaten des Teleskops aufgezeichnet und ausgewertet werden. Die gut verständlichen Vorträge zu interessanten Gebieten der Astronomie, z.B. zur Sternentstehung, zu Gamma-Ray-Strahlen-Ausbrüchen, aber auch zu modernen Gebieten der Astrophysik wie dem Universum im Computer und robotischen Teleskopen waren stets gut besucht.

Wer noch etwas bildlichere und allgemeinere Informationen zur Astrophysik sehen wollte, war im Kinoraum richtig aufgehoben. Dort liefen non-stop Dokumentationen zur Astrophysik und Astronomie sowie ein Film zum kürzlich eingeweihten Roboterteleskop STELLA auf Teneriffa. Und im Freien gab es ein Sternenhimmel-Kino des sommerlichen Nachthimmels, das man zu einer Grillwurst genießen konnte. Der Ehrgeiz vieler Besucher wurde durch das Astroquiz geweckt, das sie richtig auszufüllen und eventuell einen der Preise ergattern wollten. Wenn nicht, gab es immer noch die Möglichkeit, sich im Fotoshop in ein Bild vor den Sternen montieren zu lassen. Eine weitere Station für Wissbegierige war das Michelson-Experiment, das erstmals 1881 von Albert Abraham Michelson hier in Potsdam durchgeführt wurde. Es stellt eines der berühmtesten und bedeutendsten Experimente in der Geschichte der Physik dar. Michelson bewies, dass elektromagnetische Wellen wie z.B. Licht nicht an einen sogenannten Lichtäther gebunden sind, wie man Ende des 19. Jahrhunderts noch glaubte.

... mehr zu:
»Astrophysik »Teleskop

Das Experiment was somit der Anlass für die Entwicklung der Relativitätstheorie durch Einstein. Außerdem gab es bis zum Einbruch der Dunkelheit Führungen über den Telegraphenberg mit seinen historischen, wissenschaftlichen Gebäuden geben. Mit 670 zufriedenen Besuchern können auch wir außerordentlich zufrieden sein, die Nacht war ein voller Erfolg.

Wer leider nicht zur "Langen Nacht der Sterne" kommen konnte oder wer da war, aber keine Gelegenheit hatte, einen Blick auf den Sternenhimmel zu werfen, kann das in naher Zukunft nachholen. Am Donnerstag, dem 5. Oktober und an den darauf folgenden ersten Donnerstagen des Monats wird eine Sternennacht am Großen Refraktor auf dem Telegrafenberg geben, zu der Interessierte herzlich eingeladen sind. Es wird eine Besichtigung des Linsenteleskops von 1899 angeboten und bei klarem Himmel eine Himmelsbeobachtung mit dem Teleskop.

Shehan Bonatz | idw
Weitere Informationen:
http://www.aip.de
http://www.aip.de/kalender.html

Weitere Berichte zu: Astrophysik Teleskop

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Vorstoß ins Innere der Atome
23.02.2018 | Max-Planck-Institut für Quantenoptik

nachricht Quanten-Wiederkehr: Alles wird wieder wie früher
23.02.2018 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics