Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hannoveraner Wissenschaftler bändigen Lichtquanten

15.09.2006
In Hannover beginnt die Zukunft der Gravitationswellenastronomie

Neue Lichtquellen und Methoden für Längenmessungen mit nie da gewesener Präzision wurden jetzt am Zentrum für Gravitationsphysik, einer gemeinsamen Forschungseinrichtung von Max-Planck-Gesellschaft und Leibniz Universität Hannover, vorgestellt.

Hier ist es weltweit erstmals gelungen, Lichtquanten zu bändigen, die sonst das so genannte Schrotrauschen des Lichts verursachen und die Längen-Messgenauigkeit von Laserinterferometern begrenzen. Nachdem die neuen Lichtquellen und Methoden im deutsch-britischen Gravitationswellendetektor GEO600 in Ruthe bei Hannover auf ihre Stabilität und Zuverlässigkeit hin getestet wurden, werden sie auch das Herz zukünftiger amerikanischer Gravitationswellenobservatorien bilden - das Management der amerikanischen LIGO-Observatorien hat sich gerade für das "neue Licht" aus Hannover entschieden.

Mit Hilfe der extrem präzisen Laserinterferometer wird es möglich sein, weiter ins Universum hineinzuhören, als mit jeder anderen Technologie. Mit ihnen wird ein neues Zeitalter der Gravi-tationswellenastronomie eingeläutet - Albert Einstein wäre sicherlich begeistert. Denn der direkte Nachweis der von ihm vorausgesagten Gravitationswellen - winzigen Verzerrungen der Raumzeit - gehört nach wie vor zu den wichtigsten offenen Fragen der modernen Wissenschaft. Einstein selbst glaubte nicht daran, dass sie jemals messbar sein würden.

Indirekt nachgewiesen wurden sie bereits in den 1970er Jahren von den amerikanischen Astronomen Russel Hulse und Joseph Taylor. Sie erhielten dafür 1993 den Nobelpreis für Physik. "Nach einer mehr als dreißigjährigen Entwicklung an vorderster Front von Forschung und Technik zeigt sich hier, wie aus der reinen Grundlagenforschung anwendungsreife Technologien entstehen," so Prof. Karsten Danzmann, Direktor des Zentrums für Gravitationsphysik.

Die neue Spitzentechnologie ist ein Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit des Zentrums für Gravitationsphysik mit dem Laser Zentrum Hannover e.V. sowie der Forschungsarbeiten an GEO600. Sie ist auch für geodätische Messungen sowie für LISA, das Gravitationswellenobservatorium im Weltraum, geeignet.

Weitere Informationen, Abbildungen und Filmmaterial: Susanne Milde, Tel.: 0331 - 583 93 55, milde@mildemarketing.de Dr. Peter Aufmuth, Tel.: 0511 - 762 2386, peter.aufmuth@aei.mpg.de URL dieser Pressemitteilung: http://idw-online.de/pages/de/news175313

Dr. Stefanie Beier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Berichte zu: Gravitationsphysik Lichtquanten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit
21.08.2017 | Universität Leipzig

nachricht Topologische Quantenzustände einfach aufspüren
21.08.2017 | Universität Innsbruck

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entwickeln zweidimensionalen Kristall mit hoher Leitfähigkeit

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein neuer Indikator für marine Ökosystem-Veränderungen - der Dia/Dino-Index

21.08.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Kieler Wissenschaft entwickelt exzellentes Forschungsdatenmanagement

21.08.2017 | Informationstechnologie