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Am Himmel ist die Hölle los

07.12.2005


Initiative "Kunst und Wissenschaft" lädt ein zum Perspektivenwechsel

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»Hirnforschung

Wie sieht ein Astrophysiker die Welt? Wie unterscheidet sich seine Wahrnehmung von der eines Künstlers oder eines Neurobiologen? Prof. Dr. Günther Hasinger, Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, wird am 8. Dezember im vorerst letzten Vortrag in der Reihe "Wahrnehmung" der Initiative Kunst und Wissenschaft am Marstallplatz in München seine Sicht der Dinge darstellen. "Am Himmel ist die Hölle los" lautet der Titel seines Vortrags, in dem Prof. Hasinger über seine Beobachtungen berichten wird, die er mit Hilfe von Röntgenlicht durchführt. Er und seine Kollegen sehen dabei in kosmischen Tiefen weit entfernte extragalaktische Objekte, die mit bloßen Auge niemals wahrnehmbar, nicht einmal mit optischen Teleskopen zu erfassen wären.

Zur Initiative "Kunst und Wissenschaft am Marstallplatz" haben sich Bayerische Staatsoper, Max-Planck-Gesellschaft und Haus der Kunst als Anlieger des neugestalteten Platzes in Münchens Mitte zusammengefunden und die Zusammenarbeit mit einer Vortragsreihe zum Thema "Wahrnehmung" begonnen. Künstler und Wissenschaftler kamen zu Wort und stellten dem Publikum dar, wie sie die Welt sehen. Prof. Dr. Wolf Singer, Direktor am Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt, widmete sich dem Thema aus der Sicht der neurobiologischen Forschung ("Wahrnehmung - Abbildung oder Rekonstruktion?"), während Prof. Hermann Pitz, Künstler und Professor für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München, dem "Sehen in der Kunst" auf den Grund ging. Dr. Ralf Dahm, Forschungsgruppenleiter am Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Universität von Wien, beschäftigte sich mit der Frage, welchen Einfluss altersbedingte Augenkrankheiten auf die Malweise berühmter Künstler hatten, und schließlich wagte der Künstler Olafur Eliasson mit seinen Spiegel-Bildern die Wanderung zwischen Realität und Abbildung.


Auch Prof. Hasinger erlangte mit einem Spiegel Weltruhm: Er hat sich schon früh mit den technologischen Problemen beim Polieren von Röntgenstrahlen reflektierenden Oberflächen ("Hasingersches Dreieck") beschäftigt und dazu beigetragen, dass Jahre später der Spiegel des Satelliten ROSAT im Guiness Buch der Rekorde steht - als glatteste Oberfläche der Welt. Heute leitet er ein Max-Planck-Institut, das das Wissen um die Entstehung von Galaxien einen großen Schritt weitergebracht hat - mit der Entdeckung eines Schwarzen Loches in unserer Milchstraße und den Aufnahmen, wie es Sterne in einem solchen kosmischen Schlund mit seinen unglaublichen Gravitationskräften zerreißt.

Der Vortrag von Prof. Günther Hasinger beginnt am 8. Dezember 2005 um 19 Uhr im Max-Planck-Haus am Hofgarten, Hofgartenstr. 8, 80539 München. Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, bitten wir um Anmeldung unter presse@gv.mpg.de oder Tel. 089/2108-1296.

Dr. Bernd Wirsing | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de

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