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Forscher holen Blitze vom Himmel

14.04.2008
Superlaser führt kontrollierte Entladung von Gewitterwolken herbei

Einem Team von europäischen Physikern ist es erstmals gelungen, mit Hilfe eines extrem starken Lasers elektrische Entladungen in Gewitterwolken zu erzeugen. Ein Wissenschaftler der Freien Universität Berlin, des Forschungszentrums Dresden-Rossendorf, der Universitäten Lyon und Genf sowie des französischen Center for Scientific Research (CNRS) arbeiten an einer Methode, um Blitze kontrolliert und schadlos vom Himmel zu holen.

Mithilfe eines starken Lasers wollen die Forscher künftig auf Gewitterwolken zielen und somit eine Entladung herbeiführen. Die nun erreichte Vorstufe eines Blitzes sei ein großer Schritt auf dem Weg, das Vorhaben zu realisieren.

Zum Einsatz kommt dabei der Superlaser "Teramobile". Dieser erzeugt ultrakurze Lichtblitze. Die Impulse liefern in einer Zeit von nur 100 Femtosekunden etwa zwei Mrd. Kilowatt. Das ist soviel Leistung wie alle Kraftwerke der Erde zusammen liefern können, erläutern die Forscher. "Durch diesen Impuls wird die Luft entlang des Laserstrahls ionisiert und es entsteht ein Strom leitender Plasmakanal", erklärt Ludger Wöste, Physiker an der Freien Universität Berlin, im Gespräch mit pressetext.

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Bei einem Experiment ist es den Wissenschaftlern gelungen, mithilfe von Teramobile eine Entladung in den Wolken auszulösen. "Sie war zwar mit dem Auge noch nicht sichtbar, jedoch auf dem Radar eindeutig zu erkennen. Die entstandenen Plasmakanäle waren noch zu kurz, um einen Blitz auf die Erde ableiten zu können", berichtet Wöste. Die Forscher wollen nun versuchen, die Laserstärke und Impulsdichte weiter zu erhöhen, um auf diese Weise längere Plasmakanäle zu erzeugen, die bis zur Erde reichen.

Interessant ist die Forschung vor allem für die Luftfahrt. Heutige Flugzeuge bestehen nicht mehr rein aus Metall, sondern haben Kompositmaterialien verbaut. Somit kommt das Prinzip des Faradäischen Käfigs nicht mehr zum Tragen und Blitze können für Flugzeuge gefährlich werden. "Vor allem bei der Landung wird dies zum Risiko", so Wöste. Zur Blitzabwehr werden derzeit Raketen eingesetzt, die mit einem Draht mit der Erde verbunden sind und somit die Entladung herbeiführen.

"Drähte sind allerdings in Einflugschneisen eigentlich unerwünscht und stellen ein Problempotenzial dar", sagt Wöste. Durch den Einsatz des Lasers auf Flughäfen könnten Gewitterwolken frühzeitig gezielt entladen und Maschinen so vor Blitzgefahr geschützt werden.

Andreas List | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://physik.fu-berlin.de

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