Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strahlungsfrühwarnsystem mit Kieler Geräten dauerhaft im Einsatz

19.02.2008
Ein System warnt Astronauten rund um die Uhr vor solaren Strahlungsausbrüchen: Mit diesem Wissen wird die Crew morgen (20.02.2008) mit dem Atlantis Space Shuttle auf die Erde zurückkehren. Das in Zusammenarbeit mit der Kieler Universität entwickelte Frühwarnsystem ist mit der gerade zu Ende gegangenen NASA-Mission dauerhaft in Betrieb genommen worden.

Bei Sonneneruptionen kann der Teilchenfluss innerhalb weniger Minuten um ein Vielfaches ansteigen - die Astronauten sind dieser für die menschliche Gesundheit bedrohlichen Strahlung ausgesetzt. Der ehemalige Kieler Physiker Dr. Arik Posner hatte - basierend auf den Daten des Kieler Electron Helium Instrument an Bord der Raumsonde SOHO - eine Methode entwickelt, die die Astronauten bis zu einer Stunde vor der Strahlung warnt.

"Wichtige Zeit, die die Astronauten nutzen können, sich in die geschützten Teile der Raumstation zurück zu ziehen", erläutert Bernd Heber, Professor für Extraterrestrische Physik an der Kieler Universität.

"Als wir das Proton Helium Instrument für die SOHO Ende der Achtziger Jahre hier in Kiel mit Unterstützung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt entwickelten und bauten, konnten wir noch nicht ahnen, welche Bedeutung unser 'Baby' zwanzig Jahre später haben wird", berichtet der Kieler Physiker Reinhold Müller-Mellin. Damit die Strahlungsvorhersagemethode nun auf der ISS funktioniert, mussten die Wissenschaftler die verarbeitende Software so umstellen, dass die Daten direkt aus dem Datenstrom der Raumsonde "herausgefischt" werden.

... mehr zu:
»SOHO »Strahlung

Die Kieler Physiker können ihre Vorhersagen auch direkt überprüfen: Sie betreiben auf der ISS ein so genanntes Dosimetrie-Teleskop (DOSTEL), das die Strahlenexposition misst und können ihr Verfahren anhand der Daten auch optimieren. Professor Heber ist sich sicher: "Diese Methode wird mit dem immer stärker werdenden Willen des Menschen, die schützende Erdoberfläche zu verlassen, noch weiter an Bedeutung gewinnen."

Weitere Informationen und Bildmaterial:
SOHO data used for real-time space radiation forecasting
http://www.esa.int/esaSC/SEM5GPUHJCF_index_0.html
(ESA-Meldung vom 13.02.2008)
Weltraum-Wettervorhersage für Astronauten
http://www.uni-kiel.de/aktuell/pm/2007/2007-034-costep.shtml
(CAU-Meldung vom 25.05.2007)
Kontakt:
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Experimentelle und Angewandte Physik/Extraterrestrische Physik
Prof. Dr. Bernd Heber, Tel: 0431/880-3955
E-Mail: heber@physik.uni-kiel.de

Susanne Schuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kiel.de/
http://www.uni-kiel.de/aktuell/pm/2007/2007-034-costep.shtml

Weitere Berichte zu: SOHO Strahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall
22.08.2017 | Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe

nachricht Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten
21.08.2017 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Chaos bei der Zellteilung – wie Chromosomenfehler in Krebszellen entstehen

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

23.08.2017 | Förderungen Preise

Winzige Spurenverunreinigungen, enorme Auswirkungen

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie