Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie beeinflusst die Sonne das Erdklima?

13.01.2009
PTB kalibriert Messgerät für Satellitenmission

Welchen Einfluss hat die Sonne auf die irdische Klimaveränderung?

Darauf soll der Mikrosatellit PICARD Antwort geben. Wenn er 2009 seine Umlaufbahn in rund 700 Kilometern Höhe erreicht hat, werden eine Reihe von Filterradiometern an Bord sein, die von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) kalibriert wurden. Sie sind Bestandteil des so genannten PREMOS-Moduls, das die totale Bestrahlungsstärke der Sonne und die spektrale Verteilung der Strahlung messen wird.

Darüber hinaus erwarten die Wissenschaftler Auskunft über die zeitlichen Schwankungen dieser Parameter. Sechs dieser zwölf Filterradiometer werden die Sonnenstrahlung im ultravioletten Spektralbereich messen, der vermutlich einen besonders großen Einfluss auf das Erdklima hat.

Die PICARD-Forschungsmission liegt in den Händen der französischen Raumfahrtagentur und soll Erkenntnisse vom solaren Antrieb des irdischen Klimas liefern sowie das Wissen von der Physik der Sonne und ihrer inneren Struktur erweitern. Mindestens zwei Jahre lang wird der Kleinsatellit bei seinem Flug um die Erde Daten erfassen.

Konzipiert wurde das PREMOS-Modul (Precision Monitoring of Solar Variability) im Physikalisch-Meteorologischen Observatorium Davos / World Radiation Center. In Kooperation mit den Kollegen in Davos haben Mitarbeiter der PTB die für die Filterradiometer notwendigen Halbleiterphotodetektoren charakterisiert, um diejenigen auszuwählen, die eine ausreichend homogene Verteilung der spektralen Empfindlichkeit über der Detektorfläche aufweisen sowie unter Einstrahlung harter UV-Strahlung stabil sind. Nur so messen sie die solare Bestrahlungsstärke ausreichend genau.

Die Filterradiometer wurden dann in Davos zusammengebaut und anschließend am UV- und NIR-Kryoradiometer-Messplatz der PTB kalibriert. Mit ihm stellt die PTB seit 2005 die spektrale Empfindlichkeit von Strahlungsdetektoren unter anderem im ultravioletten Spektralbereich dar. Durch den Einsatz einer einzigartigen Hochleistungsplasma-Strahlungsquelle steht insbesondere im Bereich zwischen 200 nm und 300 nm eine durchstimmbare Strahlungsquelle mit der weltweit höchsten spektralen Strahlungsleistung zur Verfügung.

So werden in diesem Spektralbereich bei der Kalibrierung der spektralen Empfindlichkeit von Strahlungsempfängern äußerst geringe Messunsicherheiten (von etwa 0,1 %) erreicht. Dies und die hohe spektrale Strahlungsleistung im UV waren für das Physikalisch-Meteorologische Observatorium in Davos ausschlaggebend, die umfangreichen Messungen bei der PTB durchführen zu lassen. Die von den Filterradiometern mit der geringen Messunsicherheit im All gemessene solare Bestrahlungsstärke im ultravioletten Spektralbereich wird eine weitere metrologische Grundlage für die meteorologische Bewertung des Klimawandels bieten.

PTB-Kontakt
Dr. Peter Meindl, Arbeitsgruppe 7.33 Detektorgestützte Radiometrie, Tel. (030) 3481-7945, E-Mail: Peter.Meindl@ptb.de

Imke Frischmuth | idw
Weitere Informationen:
http://smsc.cnes.fr/PICARD/index.htm
http://www.ptb.de/
http://www.ptb.de/de/aktuelles/archiv/presseinfos/pi2009/bilder/090113_big.jpg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit
26.06.2017 | Universität Bremen

nachricht NAWI Graz-Forschende vermessen Lichtfelder erstmals in 3D
26.06.2017 | Technische Universität Graz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie

28.06.2017 | Förderungen Preise

Immunabwehr: Wie Proteine Membranbläschen zusammenbringen

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das Auto lernt vorauszudenken

28.06.2017 | Maschinenbau