Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Asteroiden-Bergbau startet noch dieses Jahrzehnt

22.01.2013
Deep Space Industries will 2015 erste Sondierungssonden losschicken

Das Unternehmen Deep Space Industries (DSI) http://deepspaceindustries.com hat heute, Dienstag, angekündigt, dass es den Asteroiden-Bergbau vorantreiben will.


Asteroiden: Berbau-Welten der Zukunft (Foto: NASA/JPL-Caltech)

2015 sollen erste kompakte "FireFly"-Raumfahrzeuge starten und in Zusammenarbeit mit der NASA und anderen Organisationen erdnahe Asteroiden sondieren. Schon für das darauffolgende Jahr ist der Start größerer "DragonFly"-Sonden geplant, bei denen eine Rückkehr mit Gesteinsproben zur Erde vorgesehen ist. In weiterer Folge will man unter anderem mit einem speziellen 3D-Drucker Asteroiden-Gestein direkt verarbeiten und Mars-Missionen oder Kommunikationssatelliten mit Asteroiden-Treibstoff auftanken.

"Sicher klingt da vieles nach Science Fiction, aber das wäre vor wenigen Jahrzehnten auch mit dem Flug zum Mond, dem Internet und dem Mobilfunk so gewesen. Man muss manchmal einfach etwas Fantasie und Mut haben in der Wissenschaft. Es ist gut, dass es Leute mit Visionen gibt", meint Ekkehard Kühnert vom Institut für Planetenforschung, Asteroiden und Kometen http://dlr.de/pf am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gegenüber pressetext. Jedenfalls heizt DSI den Goldrausch im Weltraum an und macht Planetary Resources http://planetaryresources.com Konkurrenz, das bereits im April 2012 Pläne für den Asteroiden-Bergbau vorgestellt hat.

Kompakte Vorhut

DSI-Chairman Rick Tumlinson zufolge will man nicht zuletzt auf kostengünstige, leistungsfähige Technologien setzen. So nutzen die 25 Kilogramm (kg) schweren FireFlys Komponenten, die für die im universitären Bereich belibten Kompaktsatelliten CubeSats entwickelt wurden. Die ersten der neuen Raumsonden sollen 2015 auf zwei- bis sechsmonatige Missionen starten, in denen sie unter den tausenden erdnahen Asteroiden nach lohnenden Zielen für den Bergbau suchen. "Bis 2015 schon erfolgreich Asteroiden zu erkunden zu wollen, ist mehr als ehrgeizig", ist Kühnert skeptisch. Mit genügend Vorausplanung sei aber nicht auszuschließen, dass das gelingt.

Ähnliches gilt für die ersten DragonFlys im Jahr 2016. Die 32-kg-Raumfahrzeuge sollen auf je nach Ziel zwei- bis vierjährige Missionen fliegen und Gesteinsproben zurück zur Erde bringen - teilweise mit mehr als dem doppelten Gewicht der Sonde selbst. An diesen frühen Missionen soll auch die Öffentlichkeit teilhaben, so DSI-CEO David Gump. Geplant seien unter anderem Live-Feeds aus der Missionskontrolle und Online-Kurse zum Thema Asteroiden-Bergbau. Er geht auch davon aus, dass es angesichts des allgemein großen Weltraum-Interesses für Unternehmen attraktiv sein wird, DSI-Missionen zu fördern.

Metall-Druck im Weltraum

Langfristig stellt DSI noch größere Durchbrüche in Aussicht. So habe man mit der MicroGravity Foundry eine Technologie, die zum direkten Verarbeiten von Asteroiden-Material, insbesondere Nickel, geeignet ist. "Die MicroGravity Foundry ist der erste 3D-Drucker, der hochdichte, hochfeste Metallkomponenten auch in Schwerelosigkeit fertigen kann", erklärt DSI-Mitgründer Stephen Covey, Erfinder des Verfahrens. Das soll es beispielsweise ermöglichen, bei künftigen bemannten Marsmissionen während der Reise benötigte Ersatzteile herzustellen.

Mit Blick auf Mars-Missionen will DSI auch Treibstoff aus Asteroiden gewinnen. Denn diese könnten günstiger ausfallen, wenn Raumfahrzeuge unterwegs aufgetankt werden und daher nicht mit so viel Gewicht starten müssen. Doch auch das Auftanken kommerzieller Kommuinikationssatelliten ist ein Thema. Jeder Monat, um dem die Lebensdauer eines Satelliten so verlängert wird, hat DSI zufolge einen Gegenwert von fünf bis acht Mio. Dollar.

Thomas Pichler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.deepspaceindustries.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Quanteneigenschaften spezieller metallischer Magnete enträtselt
27.04.2015 | Universität Augsburg

nachricht Ist unser Universum ein Hologramm?
27.04.2015 | Technische Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ist unser Universum ein Hologramm?

Zur Beschreibung des Universums braucht man möglicherweise eine Dimension weniger als es den Anschein hat. Rechnungen der TU Wien legen nun nahe, dass es sich dabei nicht bloß um einen Rechentrick handelt, sondern um eine grundlegende Eigenschaft des Raums.

Auf den ersten Blick scheint jeder Zweifel ausgeschlossen: Das Universum sieht für uns dreidimensional aus. Doch eine der fruchtbarsten Ideen der theoretischen...

Im Focus: Hummelgenom entschlüsselt

Eine Kollaboration von Forschenden unter ETH-Federführung hat das Genom von zwei kommerziell bedeutenden Hummelarten aufgeklärt. Die Resultate bieten unerwartete Einblicke in Ökologie und Evolution der Hummeln und auch der Honigbiene.

Hummeln gelten als friedfertig und fleissig. Nicht zuletzt seit es weltweit mit der Honigbiene bergab geht, ist der kommerzielle Wert dieser Insekten...

Im Focus: Elektromobilität: Ultraleichtes Kraftpaket für das elektrische Fliegen

Siemens hat einen einzigartigen Elektromotor entwickelt, der hohe Leistung mit einem minimalen Gewicht kombiniert. Durch konsequente Optimierung aller Komponenten stellt der neue Antrieb in seiner Klasse einen Weltrekord beim Leistungsgewicht auf. Dadurch kommt der routinemäßige Einsatz von elektrisch angetriebenen Flugzeugen oder Helikoptern einen großen Schritt näher.

Manchmal lässt sich eine technische Revolution ganz knapp in einer einzigen Zahl zusammenfassen. In diesem Fall lautet sie: fünf Kilowatt pro Kilogramm – das...

Im Focus: Fast and Accurate 3-D Imaging Technique to Track Optically-Trapped Particles

KAIST researchers published an article on the development of a novel technique to precisely track the 3-D positions of optically-trapped particles having complicated geometry in high speed in the April 2015 issue of Optica.

Daejeon, Republic of Korea, April 23, 2015--Optical tweezers have been used as an invaluable tool for exerting micro-scale force on microscopic particles and...

Im Focus: Von Innen nach Außen: Rätsel der galaktischen Scheiben gelöst

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Ivan Minchev, Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP), hat mithilfe hochmoderner theoretischer Modelle das Rätsel um die Entwicklung der Galaxienscheiben gelöst. Die jetzt veröffentlichte Studie zeigt, dass sich Sternpopulationen gleichen Alters durch Galaxienkollisionen nach außen hin ausweiten. Ähnlich wie die Blüten einer Rose reichern sich diese Populationen schichtweise in der Galaxie an und formen so allmählich die dicke Scheibe.

„Wir können nun zum ersten Mal zeigen, dass dicke Scheiben nicht nur aus alten Sterngenerationen bestehen, sondern – in einem größeren Abstand zum...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Evolution von Materialhybridkonzepten

27.04.2015 | Veranstaltungen

Schall und Schwingung

27.04.2015 | Veranstaltungen

Energiemanager diskutieren über Zukunft des kommunalen Energiemanagements

27.04.2015 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bremer Team B-Human gewinnt zum siebten Mal infolge bei den RoboCup German Open

27.04.2015 | Förderungen Preise

Siemens steigert durch Digitalisierung die Wettbewerbsfähigkeit in der Prozessindustrie

27.04.2015 | Messenachrichten

Siemens übergibt weltweit größte Offshore-Netzanbindung an TenneT

27.04.2015 | Energie und Elektrotechnik