Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Abschied von Kometen-Lander »PHILAE«

12.02.2016

Braunschweiger Astrophysiker ziehen positive Bilanz der Weltraummission

Eine positive Bilanz ziehen die Astrophysikerinnen und Astrophysiker der Technischen Universität Braunschweig zum Abschied vom Kometen-Lander „PHILAE“. Dem Team um Dr. Hans-Ulrich Auster vom Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik gelang nicht nur der Nachweis eines unmagnetischen Kerns des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko.


Nahaufnahme des „ROMAP“-Messinstrument der Braunschweiger Astrophysiker, das auf dem Kometen-Lander „PHILAE“ eingesetzt ist.

IGEP/TU Braunschweig

Ihr ROMAP-Magnetometer war es auch, das als erstes Instrument, die ungeplante Landung feststellte. Glück im Unglück, denn auf diese Weise erhielten sie einmalige Messdaten vom Magnetfeld und Plasma des Kometen und leisteten bei der Standortbestimmung der Sonde einen wichtigen Beitrag.

„Der unerwartete Missionsverlauf eröffnete uns eine unverhoffte magnetische Vermessung des Kometenkerns an mehreren Landestellen. Außerdem konnten wir auch zeigen, wie viele Informationen über das Flug- und Landeverhalten von ‚PHILAE‘ aus Magnetfelddaten gewonnen werden können“, erklärt Hans-Ulrich Auster vom „PHILAE“-Team am Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik der Technischen Universität Braunschweig.

Das „ROMAP“-Magnetometer der TU Braunschweig konnte in den ersten Stunden nach der Landung Magnetfeld und Plasma auf der Kometenoberfläche messen. Grund sei eine vorher festgelegte Einschaltabfolge gewesen, erklärt Auster.

Für das Team der TU Braunschweig ein riesiger Glücksfall, denn so konnte das „ROMAP“-Magnetometer, nach dem Abprallen der Landesonde an der Oberfläche, während der gesamten Flugphase, Messdaten sammeln. Hinzu kam, so der Astrophysiker weiter, dass das Magnetometer auf dem Kometen-Lander „PHILAE“ und das zweite Braunschweiger Magnetometer „RPC-MAG“ auf der „ROSETTA“-Sonde gleichzeitig messen konnten.

Diese Magnetfelddaten ermöglichten es den Braunschweiger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, wichtige Materialeigenschaften des Kometen zu bestimmen und einen Beitrag zur Erkundung der Entwicklungsgeschichte des Planetensystems zu leisten. Auch die für die Ausbildung des charakteristischen Kometenschweifes zuständige Ausgasungsintensität und Plasma-Umgebung konnten charakterisiert werden. Mit Hilfe der Magnetometer-Daten war es nicht zuletzt war es mit auch möglich, die Bewegung des Kometen-Landers während des Fluges und seinen Standort auf der Kometenoberfläche aus den Magnetfelddaten zu rekonstruieren.

Ganz am Ende sei die „PHILAE“-Mission allerdings noch nicht, erklärt der Astrophysiker Auster. Denn eine minimale Chance für eine Kontaktaufnahme bestünde weiterhin. Mit Spannung erwartet das Braunschweiger Team ein Kamerabild ihrer Kolleginnen und Kollegen aus Göttingen.

Sobald „ROSETTA“ wieder nah an den Kometen heranfliegen kann, soll es zeigen, wo und wie „PHILAE“ auf der Oberfläche liegt, ob alle Annahmen über Flug und Landeorientierung, auch aus den Magnetfelddaten gewonnenen Simulationen, korrekt waren und ob durch die Ausgasung des Kometen, während des Vorbeifluges an der Sonne, sich die Landestelle und Lage des Kometen-Landers verändert haben.


Kontakt für die Medien

Dr. Hans-Ulrich Auster
Institut für Geophysik und extraterrestrische Physik
Technische Universität Braunschweig
Mendelssohnstraße 3
38106 Braunschweig
Tel.: 0531 391-5241
E-Mail: uli.auster@tu-braunschweig.de
www.igep.tu-bs.de

Weitere Informationen:

https://blogs.tu-braunschweig.de/presseinformationen/?p=9986
https://blogs.tu-braunschweig.de/presseinformationen/?p=9558
https://blogs.tu-braunschweig.de/presseinformationen/?p=9275
https://blogs.tu-braunschweig.de/presseinformationen/?p=8809
https://blogs.tu-braunschweig.de/presseinformationen/?p=7684
https://blogs.tu-braunschweig.de/presseinformationen/?p=7587

Stephan Nachtigall | Technische Universität Braunschweig

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Physik Astronomie:

nachricht Maschinelles Lernen im Quantenlabor
19.01.2018 | Universität Innsbruck

nachricht Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt
17.01.2018 | ESO Science Outreach Network - Haus der Astronomie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Physik Astronomie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie