Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Polymerbasierter Leichtbau – energieeffizient gehärtet und funktional bedruckt

14.09.2017

Sandwich-Bauteile mit aufgedruckten elektronischen Funktionalitäten sowie Verbundwerkstoffe mit und ohne Faserverstärkung, die mittels UV-LEDs energieeffizient gehärtet wurden, präsentiert das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP auf der 12. Composites Europe. Die Europäische Fachmesse & Forum für Verbundwerkstoffe, Technologie und Anwendungen findet vom 19. bis 21. September 2017 in Stuttgart statt. Als Spezialist für polymerbasierten Leichtbau repräsentiert der IAP-Forschungsbereich Polymermaterialien und Composite PYCO zudem das Kompetenzzentrum für energie- und ressourceneffizienten Leichtbau in der Region Berlin-Brandenburg.

Das Fraunhofer IAP auf der 12. Composites Europe:
Gemeinschaftsstand Cluster Neue Werkstoffe | Halle 6, Stand C23


Einen Flugzeugtriebwerkseinlass aus faserverstärktem Kunststoff präsentiert das Fraunhofer IAP auf der 12. Composites Europe.

© Fraunhofer IAP, Fotograf: Till Budde


Alternative Härtungsmethoden von Compositen sind eine der Expertisen des IAP-Forschungsbereichs PYCO. Neben dem Einsatz der UV-LEDs in der Härtung von Kunststoffen und der Herstellung von Compositen spielt die Härtung mittels Mikrowellen zunehmend eine große Rolle.

Bauteile können damit energiesparend und gleichmäßig ausgehärtet werden. Am Fraunhofer IAP stehen dafür mehrere Mikrowellenanlagen für unterschiedliche Bauteilgeometrien zur Verfügung, sowohl ein acht Kubikmeter großer Mikrowellenofen als auch eine für bis zu einem Meter breite Bauteile ausgelegte Durchlaufmikrowelle.

Der Forschungsbereichsleiter Dr. Christian Dreyer vergleicht das Prinzip mit dem heimischen Kuchenbacken: »Die Aushärtung im Mikrowellenofen funktioniert schneller und vor allem bauteilschonender als in einem herkömmlichen Ofen, wie wir ihn zu Hause haben. Denn ein Kuchen wird nur von außen nach innen gebacken bzw. gehärtet. Dadurch können Risse im Material entstehen, die das Bauteil unbrauchbar machen.«

Auf der Messe stellen die Polymerspezialisten Exponate vor, die entweder in direkter Auftragsforschung, innerhalb von Konsortien in Programmen des BMBF oder innerhalb diverser Projekte der Luftfahrtforschungsprogramme der Bundesregierung entstanden sind. Sie verdeutlichen die gegenseitige Befruchtung in der anwendungsorientierten Forschung zwischen Wissenschaft und Industrieunternehmen mit den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten faserverstärkter Kunststoffe im branchenübergreifenden Leichtbau.

»Und genau hier setzt die Arbeit des Kompetenzzentrums für energie- und ressourceneffizienten Leichtbau in der Region Berlin-Brandenburg an. Es führt die Expertisen von KMU aus der Region Brandenburg/Berlin auf dem Gebiet des polymerbasierten Leichtbaus zusammen«, erläutert Dreyer, der das Zentrum in Wildau leitet.

Gemeinsam mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus – Senftenberg, der Technischen Hochschule Wildau und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde sowie mit Experten aus Industrieunternehmen der Region werden hier Potenziale gehoben und Forschungsprojekte rund um das Thema Leichtbau bearbeitet, um die Wirtschaft der Region nachhaltig zu unterstützen. Finanziert wird das Projekt vom Land Brandenburg mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE).


Das Fraunhofer IAP

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm ist spezialisiert auf Forschung und Entwicklung von Polymeranwendungen. Es unterstützt Unternehmen und Partner bei der maßgeschneiderten Entwicklung und Optimierung innovativer und nachhaltiger Materialien, Prozesshilfsmitteln und Verfahren. Neben der umweltschonenden, wirtschaftlichen Herstellung und Verarbeitung von Polymeren im Labor- und Pilotanlagenmaßstab bietet das Institut auch die Charakterisierung von Polymeren an. Synthetische Polymere auf Erdölbasis stehen ebenso im Fokus der Arbeiten wie Biopolymere und biobasierte Polymere aus nachwachsenden Rohstoffen.

Die Anwendungsfelder sind vielfältig: Sie reichen von Biotechnologie, Medizin, Pharmazie und Kosmetik über Elektronik und Optik bis hin zu Anwendungen in der Verpackungs-, Umwelt- und Abwassertechnik oder der Automobil-, Papier-, Bau- und Lackindustrie.

Leitung: Prof. Dr. Alexander Böker

Dr. Sandra Mehlhase | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP
Weitere Informationen:
http://www.iap.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht EMAG auf der GrindTec 2018: Kleine Bauteile – große Präzision
11.01.2018 | EMAG GmbH & Co. KG

nachricht Paradigmenwechsel in Paris: Den Blick für den gesamten Laserprozess öffnen
10.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Im Focus: Extrem helle und schnelle Lichtemission

Eine in den vergangenen Jahren intensiv untersuchte Art von Quantenpunkten kann Licht in allen Farben wiedergeben und ist sehr hell. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung von Wissenschaftlern der ETH Zürich hat nun herausgefunden, warum dem so ist. Die Quantenpunkte könnten dereinst in Leuchtdioden zum Einsatz kommen.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern der ETH Zürich, von IBM Research Zurich, der Empa und von vier amerikanischen Forschungseinrichtungen hat die...

Im Focus: Paradigmenwechsel in Paris: Den Blick für den gesamten Laserprozess öffnen

Die neusten Trends und Innovationen bei der Laserbearbeitung von Composites hat das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT im März 2018 auf der JEC World Composite Show im Fokus: In Paris demonstrieren die Forscher auf dem Gemeinschaftsstand des Aachener Zentrums für integrativen Leichtbau AZL unter anderem, wie sich Verbundwerkstoffe mit dem Laser fügen, strukturieren, schneiden und bohren lassen.

Keine andere Branche hat in der Öffentlichkeit für so viel Aufmerksamkeit für Verbundwerkstoffe gesorgt wie die Automobilindustrie, die neben der Luft- und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

Registrierung offen für Open Science Conference 2018 in Berlin

11.01.2018 | Veranstaltungen

Wie sieht die Bioökonomie der Zukunft aus?

10.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit mikroskopischen Luftblasen dämmen

15.01.2018 | Architektur Bauwesen

Feldarbeiten der größten Bodeninventur Deutschlands sind abgeschlossen

15.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Perowskit-Solarzellen: Es muss gar nicht perfekt sein

15.01.2018 | Materialwissenschaften