Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Navigieren im Körper ohne Strahlung – GPS in der interventionellen Radiologie

19.11.2008
Mit iGuide Cappa* stellt Siemens Healthcare auf der diesjährigen Medica in Düsseldorf eine neue Methode vor, mit deren Hilfe sich Ärzte bei Nadeleingriffen mit reduzierter Röntgenstrahlung im Patienten orientieren können.

Durch die Kombination eines angiographischen C-Bogen-Systems mit dem elektromagnetischen Navigationssystem iGuide Cappa wurde ein neues medizintechnisches Verfahren entwickelt, das die Navigation einer Nadel im Patienten bei sehr geringer Strahlendosis und damit sehr patientenfreundlich ermöglicht.


Dabei liefert die Siemens-Software Syngo DynaCT die für den Mediziner wichtigen 3D-Aufnahmen vor dem Eingriff. Ähnlich einem GPS-System verwendet die Methode eine elektromagnetische Ortung. So lassen sich Nadeln präziser und schneller als bisher platzieren. Diese minimal-invasiven Eingriffe werden beispielsweise bei Leberbiopsien, Vertebroplastien bei der Stabilisierung von zerstörten Wirbelkörpern oder bei der Schmerzbehandlung von Tumoren angewandt.

Siemens arbeitet zusammen mit Medizinern bereits seit einigen Jahren an Navigationslösungen, die den interventionellen Radiologen bei Nadeleingriffen unterstützen und gleichzeitig die Operation für den Patienten schonender machen. Die Innovation iGuide Cappa ist Teil der umfassenden Nadelnavigationslösung von Siemens. Das System ist seit etwa einem Jahr bereits an einigen Kliniken erfolgreich im Einsatz. „Die Methode iGuide Cappa erlaubt uns eine präzise und sichere Platzierung von Elektroden oder Biopsienadeln auch in den Regionen, die mit herkömmlichen Mitteln der Durchleuchtung nur schwer erreichbar waren“, sagt Prof. Dr. Martin Skalej, Neuroradiologe am Universitätsklinikum in Magdeburg.

Er setzt das System vor allem bei verschiedenen Eingriffen an der Wirbelsäule ein, wie beispielsweise bei Radiofrequenz-Ablationen, Diskographien oder Kyphoplastien. „Während der Intervention ist keine weitere Angiographieaufnahme notwendig. Das reduziert die Strahlendosis im Vergleich zu bisherigen Eingriffen mithilfe anderen Verfahren vehement.“

Dabei ist der Arbeitsablauf denkbar einfach: Vor dem Nadeleingriff wird von der zu punktierenden Region eine 3D-Rotationsaufnahme der Weichteile (Syngo DynaCT) gemacht, die dem Arzt zur Orientierung dient. Basierend auf diesem Datensatz erfolgt anschließend die Navigation der Nadel.

Ein Sensor in der Spitze der Nadel wird in einem elektromagnetischen Feld verfolgt, das über einen Feldgenerator aufgebaut wird. Diese Daten werden in sofort an das iGuide Cappa System übertragen, das die Position der Nadelspitze auf einem Monitor anzeigt und mit dem zuvor aufgenommenen dreidimensionalen Datensatz der Anatomie überlagert. Somit hat der Arzt zum einen die anatomische Information, zum anderen die exakte Position der Nadel und kann den Nadeleingriff sicher durchführen. Besonders vorteilhaft ist diese Methode für langwierige und komplexe Interventionen, da es für eine bessere räumliche Orientierung und somit für eine schnellere und sicherere Navigation zum Zielort sorgt. Zudem wird die erforderliche Strahlendosis erheblich verringert.

Als minimal-invasives Verfahren werden Nadeleingriffe in der interventionellen Radiologie heutzutage immer häufiger durchgeführt, wie etwa bei Eingriffen an der Leber (Radiofrequenz- Ablationen, Biopsien, Drainagen) oder im Thorax. Sie werden bei bestimmten Tumorarten ergänzend zu anderen Therapien zur Schmerzbehandlung oder Zerstörung des bösartigen Gewebes eingesetzt. Bei der Radiofrequenz-Ablation wird der Tumor über die Nadelspitze erhitzt und zerstört. Für die jeweils verschiedenen Eingriffe gibt es eine unterschiedliche Palette von Nadeln. Die Technologie ist in USA und Europa zugelassen und ab sofort auf dem Markt verfügbar.

Der Siemens Healthcare Sector ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Das Unternehmen versteht sich als medizinischer Lösungsanbieter mit Kernkompetenzen und Innovationsstärke in diagnostischen und therapeutischen Technologien sowie in der Wissensverarbeitung einschließlich Informationstechnologie und Systemintegration. Mit seinen Akquisitionen in der Labordiagnostik ist Siemens Healthcare das erste integrierte Gesundheitsunternehmen, das Bildgebung und Labordiagnostik, Therapielösungen und medizinische Informationstechnologie miteinander verbindet und um Beratungs- und Serviceleistungen ergänzt. Siemens Healthcare bietet Lösungen für die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Zusätzlich ist Siemens Healthcare der Weltmarktführer bei innovativen Hörgeräten. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2008 (bis 30. September) erzielte Siemens Healthcare einen Umsatz von 11,17 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 11,78 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,23 Mrd. €. (Vorläufige Zahlen)

* Computer Assisted Planning and Positioning Applications

Bianca Braun | Siemens Healthcare
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/healthcare
http://www.siemens.com/med-bilder/iGuideCappa

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Effizienz steigern, Kosten senken!
17.08.2017 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Maßgeschneiderte Lösungen für APos-Maschinen: Kamerasystem Keyence CV-X100
11.08.2017 | Heun Funkenerosion GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IPM präsentiert »Deep Learning Framework« zur automatisierten Interpretation von 3D-Daten

22.08.2017 | Informationstechnologie

Globale Klimaextreme nach Vulkanausbrüchen

22.08.2017 | Geowissenschaften

RWI/ISL-Containerumschlag-Index erreicht neuen Höchstwert

22.08.2017 | Wirtschaft Finanzen