Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimasimulationskammer für Werkzeugmaschinen

12.04.2016

PTB zeigt auf der Fachmesse Control, mit welcher Genauigkeit sich Werkstücke noch im Fertigungsprozess auf Werkzeugmaschinen messen lassen − unter verschiedenen klimatischen Bedingungen

Werkzeugmaschinen können nicht nur fertigen, sondern auch messen. Doch in Werkhallen sind sie häufig sehr wechselhaften Temperaturen zwischen 15 und 45 Grad Celsius ausgesetzt, was sich auf die Geometrien von Maschine und Werkstück auswirkt und damit die Fertigungs- und Messgenauigkeit stark beeinflusst.


Klimasimulationskammer für Werkzeugmaschinen

PTB

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) hat nun zusammen mit Projektpartnern eine mobile Klimasimulationskammer konzipiert, um das Temperaturverhalten von Werkzeugmaschinen zu untersuchen und temperaturabhängige Messunsicherheiten zu ermitteln. Vom 26. bis 29. April 2016 stellt die PTB Ergebnisse der Untersuchungen auf der Control, der internationalen Fachmesse für Qualitätssicherung, in Stuttgart vor.

Wie präzise eine Werkzeugmaschine fertigen und messen kann, hängt unter anderem stark davon ab, wie sie sich unter verschiedenen Temperaturbedingungen verformt. Durch temperaturbedingte Änderungen der Maschinengeometrie können gravierende Fertigungsfehler − also Abweichungen von den spezifizierten Maß-, Form- und Lagetoleranzen − entstehen.

Die hochgenaue Qualitätssicherung von Werkstücken findet deshalb außerhalb des Fertigungsprozesses in separaten, klimatisierten Messräumen statt.

Um temperaturbedingte Effekte zu erfassen, eventuell zu kompensieren und Messunsicherheiten zu bestimmen, hat die PTB im Rahmen eines internationalen Forschungsprogramms eine mobile Klimasimulationskammer für experimentelle Untersuchungen an Werkzeugmaschinen konzipiert, mit der sich kontrollierte Temperaturbedingungen herstellen lassen.

Ziel ist es, mit diesem Know-how in Zukunft Werkstücke im Anschluss an ihre Fertigung direkt auf der Werkzeugmaschine zuverlässig und gegebenenfalls genauer messen zu können.

Innerhalb der Klimasimulationskammer lassen sich Veränderungen der Maschinengeometrie bei wechselnden Umweltbedingungen relativ zu einer Ausgangssituation untersuchen. Dafür nutzen die PTB-Wissenschaftler ein selbstnachführendes Laserinterferometer, das durch eine Kompensation selbst weitgehend unbeeinflusst von Temperatureinflüssen arbeitet. Die ermittelten Geometrieabweichungen lassen sich durch die Steuerung der Werkzeugmaschine kompensieren. Auf diese Weise gelangen sowohl Fertigung als auch Messung genauer.

Interessierte Institutionen und Unternehmen können die mobile Klimasimulationskammer der PTB in Zukunft für eigene Tests nutzen. if/ptb

Ansprechpartner in der PTB
Dr. Klaus Wendt, PTB-Arbeitsgruppe 5.32 Koordinatenmessgeräte, Telefon: (0531) 592-5323, E-Mail klaus.wendt@ptb.de

Weitere Informationen
Die Klimakammer für Werkzeugmaschinen ist ein Ergebnis des europäischen Forschungsprojektes „Traceable in-process dimensional measurement (TIM)“. www.ptb.de/emrp/tim.html 

Imke Frischmuth | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Digitalisierung von HR-Prozessen – tisoware auf der Personal Nord und Süd
21.03.2017 | tisoware Gesellschaft für Zeitwirtschaft mbH

nachricht Hochauflösende Laserstrukturierung dünner Schichten auf der LOPEC 2017
21.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise