Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

INTERGEO 2011: Naturkatastrophe in Japan unterstreicht internationales Vernetzungs-Muss der Geoexperten

25.03.2011
Neue Satelliten unterstützen internationale Katastrophenhilfe zukünftig mit schneller verfügbaren und optimierten Bilddaten

Am Freitag, 11. März, nachdem die Erde nahe der japanischen Küste mit einer Magnitude von 9,0 gebebt hatte, musste es sehr schnell gehen für Olaf Kranz und sein Team des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) in Oberpfaffenhofen: „In enger Zusammenarbeit mit der International Charter Space and Major Disasters und der Japan Aerospace Exploration Agency haben wir Satellitendaten ausgewertet und Karten erstellt.

Ziel war, Schäden aufzuzeigen und Wege zu lokalisieren, um die Hilfsmaßnahmen vor Ort optimal zu unterstützen, sagt der Projektleiter des Zentrums für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) beim DLR. „Schnelle Karten sind für Einsätze im Katastrophenfall ein Muss. Japan zeigt uns, dass es zur intensiven internationalen Zusammenarbeit keine Alternative gibt, sagt Prof. Dr. Karl-Friedrich Thöne. Als Präsident des DVW e. V. - Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement lädt er zur weltweit größten Kongressmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement vom 27. bis 29. September 2011 nach Nürnberg ein: „Unter dem Motto ,Wissen und Handeln für die Erde' leistet die INTERGEO seit Jahren einen entscheidenden Beitrag zum branchenübergreifenden Dialog und zur weltweiten Vernetzung. Das werden wir selbstverständlich auch in Nürnberg weiter aktiv vorantreiben.

Der INTERGEO-Aussteller Astrium GEO-Information Services kündigt derweil den Start von vier neuen Satelliten an: Eine flexible Erfassung größerer Gebiete oder eine punktgenaue Abbildung kleinerer Gebiete mit Bildprodukten in einer Genauigkeit von bis zu 50 Zentimeter sind neben einer schnelleren Verfügbarkeit der Bilddaten abermals optimierte Parameter für die internationale Katastrophenhilfe.

Mit Hochdruck verfolgt: Verdichtung der Bodenstationen
Das Kartenmaterial, das im DLR erarbeitet wurde, macht in der Vorher-Nachher-Ansicht die immense Zerstörungskraft der Naturgewalten deutlich. Für die schnellstmögliche Hilfe der Rettungskräfte, die sich einen Weg in die Katastrophenregionen bahnen müssen, sind aktuelle Geodaten unerlässlich. Denn nur erreichbare Orte lassen sich mit genügend Material und Versorgungsgütern ausstatten.

Als Teil des Netzwerks der International Charter Space and Major Disasters gehört es für die DLR-Experten zur Aufgabe, im Katastrophenfall sowohl Daten als auch entsprechende Auswertungen zur Verfügung zu stellen. Das Kartenmaterial wurde der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa (Japan Aerospace Exploration Agency) übermittelt, die ebenfalls Charter-Mitglied ist. Wie Kranz erklärt, könne die Datenbereitstellung im ungünstigsten Fall erst nach Tagen, im Optimalfall innerhalb weniger Stunden erfolgen. Entscheidend ist hier auch die Nähe einer Bodenstation zum jeweiligen Satelliten. Die Verarbeitung und Visualisierung stehe dann innerhalb weniger Stunden zur Verfügung. Es sei das Bestreben des DLR und vieler weiterer internationaler Forschungseinrichtungen, das Netz der Bodenstationen durch erweiterte und vertiefte Kooperation zu verdichten. Für Kranz steht fest: „Die hervorragende Zusammenarbeit mit der International Charter und den Japanern zeigt das Vernetzungs-Muss der Forschungseinrichtungen weltweit.

Pléiades, SPOT-6 und -7: Eine neue Satellitengeneration für Katastrophenfälle
Die Geodaten, die das Forschungsteam um Diplom-Geograf Kranz verarbeitete, stammten von den Erdbeobachtungssatelliten SPOT-5 und Terra-SAR-X. Die kommerzielle Nutzung des Datenmaterials beider Satelliten liegt bei der Astrium GEO-Information Services (vormals Spot Image und Infoterra). Die EADS-Tochtergesellschaft wird ihr Portfolio mit vier neuen Satelliten zeitnah erweitern: „Die Pléiades-Konstellation sowie die nächsten Satelliten der SPOT-Familie werden nach und nach zwischen Ende dieses Jahres und 2014 gestartet, sagt Vertriebsleiter Marco Weber. Gemeinsam im All, können die Satelliten ein Interessensgebiet alle 12 Stunden abdecken und täglich über 7 Millionen Quadratkilometer erfassen, kündigt Weber als nur einen der zukunftsweisenden Aspekte an, die schnelleres und optimiertes Handeln für Hilfseinsätze ermöglichen werden.

Wie viele andere renommierte Unternehmen nutzt die EADS-Tochtergesellschaft Astrium die Weltleitmesse für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement INTERGEO als die Plattform, auf der neue Entwicklungen und Dienstleistungen jedes Jahr präsentiert und künftige Lösungen im Rahmen des Kongresses diskutiert werden.

Der DVW e.V. - Gesellschaft für Geodäsie, Geoinformation und Landmanagement veranstaltet die INTERGEO vom 27. bis 29. September 2011 in Nürnberg. Bildmaterial sowie weitere Informationen sind unter www.intergeo.de zu finden.

Pressekontakt:
HINTE GmbH
Ursula Rubenbauer
Fon: +49 (0)721/931 33-730
E-Mail: urubenbauer@hinte-messe.de

Ursula Rubenbauer | HINTE GmbH
Weitere Informationen:
http://www.intergeo.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Fraunhofer IDMT auf der Prolight + Sound 2017: Objektbasierte Tonmischung wird noch einfacher!
03.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT

nachricht AERO 2017: Neuartiger elektrischer Antrieb für ökoeffizientes Fliegen mit Motorsegler
31.03.2017 | Technische Hochschule Wildau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten