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Fraunhofer UMSICHT präsentiert Umwelttechnologien auf Fachausstellung in Polen

07.12.2007
Umwelttechnologien gehören zu den Exportschlagern "made in Germany". Die Bundesregierung und anerkannte Forschungsinstitutionen wie die Fraunhofer-Gesellschaft zählen sie zu den Technologiethemen von denen künftig besondere Impulse für die deutsche Wirtschaft zu erwarten sind.

Mit der Teilnahme an der internationalen Umweltmesse Poleko, die vom 20.-23.11.2007 in Poznan stattfand, verfolgte Fraunhofer UMSICHT das Ziel, seine langjährige technologische Kompetenz im Bereich der Entwicklung umweltfreundlicher Güter und Dienstleistungen im Ausland zu präsentieren und internationale Partnerschaften anzustoßen.

Natürliche Ressourcen wie Luft, Wasser und Boden sind der Grundstock für unser Leben. Um unsere Zukunft zu sichern, sind Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft unabdingbar. Fraunhofer UMSICHT, das sich seit seiner Gründung im Jahr 1990 auf die Entwicklung und Optimierung von Umwelttechnologien spezialisiert hat, präsentierte im polnischen Poznan auf der internationalen Fachausstellung für Umweltschutz POLEKO einen Auszug seines Dienstleistungsspektrums. Im Gepäck der Oberhausener befanden sich u. a. ein Schwingfilter, ein Dampfstrahler und Membran-Neuentwicklungen sowie Projekte in den Bereichen Biomasse- und Reststoffverbrennung sowie stofflicher und energetischer Nutzung nachwachsender Rohstoffe.

Schwingfilter

Schwingfilter bieten einen raffinierten Lösungsansatz zur Vermeidung unerwünschte Deckschichtenbildungen bei Membrantrennverfahren, die in den Bereichen Wasser-/Abwassertechnik, Lebensmitteltechnik, Pharma- und der chemischen Industrie eingesetzt werden.

Dampfstrahlkälte

Interessenten aus den Bereichen der Klimatisierungs- und Kältetechnik, die mit Überschussdampf- und Wärmepumpennutzung sowie der industriellen Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung zu tun haben, kamen beim Dampfstrahl-Exponat auf ihre Kosten. In Kombination mit einem Parabolrinnenkollektor eröffnet die Dampfstrahlkältetechnik eine umweltfreundliche Technologie zur dezentralen solaren Kühlung.

Mikrosiebe

Die Mikrosiebe sind eine Eigenentwicklung von Fraunhofer UMSICHT. Sie bieten eine Alternative zu Mikrofiltern, die leicht verstopfen und dann aufwändig gereinigt werden müssen. Die neuen Filter aus Metallgewebe "schütteln" den störenden Belag einfach ab und haben eine bis zu zehnmal größere Durchflussleistung als herkömmliche Mikrofilter. Die innovativen Mikrosiebe können im Bereich der Lebensmittelindustrie, Wasserfiltration sowie Feinstaubproblematik eingesetzt werden.

Neben den "anfassbaren" Exponaten präsentierten die umsichtigen Forscher Musterprojekte aus den Bereichen "Waste und Biomass to energy" und der energetischen und stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe.

Dezentrale Kleinverbrennungsanlage MARS

Vorgestellt wurde mit der dezentralen Kleinverbrennungsanlage MARS ein vom Wirtschaftsministerium NRW und von einem Industriepartner-Konsortium gefördertes Forschungsprojekt. Bei der MARS-Versuchsanlage handelt es sich um eine modulare Anlage zur rückstandsoptimierten Stoffbehandlung, die im Bereich der Entsorgungswirtschaft, Energiewirtschaft, in Unternehmen aus Industrie und Fertigung sowie in Stadtwerken eingesetzt werden kann. Die von Fraunhofer UMSICHT und dem Lehrstuhl für Umweltverfahrenstechnik und Anlagentechnik der Universität Duisburg-Essen entwickelte Kleinverbrennungsanlage, dient u. a. der Optimierung von Verbrennungsprozessen sowie zur Ermittlung des energetischen Potenzials unterschiedlicher Abfälle.

Die Arbeiten an der Versuchsanlage sollen für die technischen Herausforderungen Lösungen bieten, die die Mitverbrennung von Brennstoffen aus Abfällen und Biomassen sowie deren separate Nutzung in Ersatzbrennstoffkraftwerken an die Anlagentechnik stellen.

Weiße Biotechnologie

In Zeiten der Verknappung fossiler Energieträger setzt Fraunhofer UMSICHT auf Biomasse als Alternative zu Mineralöl und Co. und präsentierte seine Kompetenz im Bereich der weißen Biotechnologie und der Bioverfahrenstechnik. Das Institut treibt die Entwicklung von Bioraffinerie-Konzepten voran, deren integraler Bestandteil die Erzeugung von Chemikalien, Werkstoffen, Brenn- und Kraftstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen ist. Nichteingeweihten wird der Begriff der Bioaffinerie zuerst eigentümlich erscheinen, da er mit "Bio" und "Raffinerie" zwei Themen vereint, die sich grundsätzlich eher verschiedenen Lagern zuordnen lassen. Doch Kenner der Materie wissen, dass es sich bei der Entwicklung von Bioraffinerie-Konzepten um die systematische Gewinnung industriell nutzbarer Grundstoffe aus Biomasse und deren Weiterverarbeitung handelt.

Noch stehen Bioraffinerie-Konzepte am Anfang ihrer Entwicklung und Produkte aus nachwachsenden Rohstoffe sind meist teurer als ihre petrochemischen Vertreter. Doch dies ist nur eine Frage der Zeit. Die ersten Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen haben die Forschungsinstitute verlassen und machen ihren fossilen Pendants Konkurrenz - ökonomisch wie ökologisch.

Fraunhofer UMSICHT wertet die Poleko, den Treffpunkt von umwelttechnisch interessierten Akteuren aus dem Osten und Westen Europas, als hervorragende Plattform zum Ausbau seiner internationalen Vernetzung von Forschung und Wirtschaft.

Iris Kumpmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.umsicht.fraunhofer.de/

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