Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit dem "Einhorn" Zeit gewinnen

14.11.2007
Universität Jena präsentiert vom 14. bis 17. November drei Exponate auf der MEDICA in Düsseldorf

Enormen Zeitgewinn bei der Analyse von Eiweißen versprechen die Produkte von ScieNova, die das in Gründung befindliche junge Unternehmen in dieser Woche auf der MEDICA präsentiert. Auf der weltgrößten Medizinfachmesse vom 14. bis 17. November in Düsseldorf ist ScieNova einer von drei Ausstellern der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Die Forscher der Unternehmensausgründung aus dem Institut für Biochemie I entwickeln funktionelle Labor-Verbrauchsmaterialien, beispielsweise Pipettenspitzen. "Diese sind mit Enzymen wie Trypsin angereichert", sagt Dr. Stefan Kreusch, Biochemiker und einer der vorgesehenen Geschäftsführer von ScieNova. "Wird eine Eiweißprobe mit einer solchen Spitze aufgenommen, spalten die Enzyme die Eiweißketten, die damit bereits bei der Probennahme ,verdaut' werden", so Kreusch weiter. Der Zeitaufwand für die weitere Analyse des Eiweißes verringert sich damit erheblich: von bis zu 18 Stunden auf etwa zehn Minuten.

Die Grundlagen für die innovativen Verbrauchsmaterialien der "Unicorn" genannten Serie der ScienNova wurden in der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Anton Horn bzw. Dr. Heidrun Rhode am Institut für Biochemie I der Uni Jena und der CyBio AG Jena in Kooperation entwickelt. Ein weiteres als gebrauchsfähiges Muster vorliegendes Produkt der "Unicorn"-Serie ist ein Dialyseplattenset. Die funktionalisierten Platten erlauben die Wäsche von 96 Eiweißproben gleichzeitig. Ein drittes Produkt der Serie ist ein sogenanntes Sample-Tool, das sich für die Konzentrierung, Einengung, Dialyse und Umpufferung von Eiweißlösungen verwenden lässt.

... mehr zu:
»Biochemie »MEDICA »ScieNova

Auf der MEDICA werden zwei farbenfrohe Einhörner aus der Werkstatt der Künstlerin Barbara Kutterer die Blicke der Besucher auf ScieNova lenken. Die Fabelwesen aus Pappmaschee stammen aus der aktuellen Ausstellung in der "ganz kleinen Galerie" des Instituts für Biochemie (Nonnenplan 2). Die Produkte von ScieNova werden am Gemeinschaftsstand G 54 von OphtalmoInnovation Thüringen in Halle 16 zu finden sein.

Dort präsentiert sich auch das Plazenta-Labor der Universitäts-Frauenklinik mit verschiedenen Forschungsprojekten zum Themenbereich Schwangerschaft und Geburt. PD Dr. Udo Markert und Dr. Tobias Pöhlmann werden aktuelle Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe vorstellen und interessierten Besuchern erläutern. So wird beispielsweise das Plazenta-Perfusions-Modell vorgestellt - ein humanes ex vivo-Modell - mit dessen Hilfe getestet werden kann, ob Medikamente, Umweltgifte oder Allergene von der Mutter auf das Kind übertreten oder ob sie spezielle Reaktionen im Plazentagewebe auslösen. Außerdem wollen die Forscher des Plazenta-Labors über ihre Arbeit im EU-Exzellenz-Netzwerk EMBIC ("European Network of Excellence on Embryo Implantation Control") berichten. Das Jenaer Plazenta-Labor gehört seit 2004 als einer von nur zwei deutschen Partnern diesem Netzwerk an.

Neuartige Folien, mit denen sich angeborene und erworbene Defekte am Herzen verschließen lassen, stellt der Polymet Jena e. V. den Besuchern der MEDICA vor. Das Team um Prof. Dr. Dieter Klemm und Prof. Dr. Dr. Dieter Schumann vereint Chemiker, Mediziner, Biologen und Materialwissenschaftler, die gemeinsam ein neuartiges Konzept für derartige Implantate verfolgen. Die Wissenschaftler setzen auf biotechnologisch hergestellte Nanocellulose. Im vorigen Jahr gelang es, Gefäßimplantate und Patches herzustellen, die die funktionellen Anforderungen für Implantate erfüllen.

Kontakt:
Dr. Stefan Kreusch
Institut für Biochemie I der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Nonnenplan 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 938653
E-Mail: SKre[at]mti.uni-jena.de
Dr. Udo Markert
Frauenklinik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Johannisfriedhof 3, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 933763
E-Mail: udo.markert[at]med.uni-jena.de
Prof. Dr. Dieter Klemm
Polymet e. V., Transfergruppe an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Wildenbruchstraße 15, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 548281
E-Mail: info[at]polymet-jena.de

Stephan Laudien | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Biochemie MEDICA ScieNova

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Messenachrichten:

nachricht Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen
08.12.2016 | Technische Universität Bergakademie Freiberg

nachricht Mobile Learning und intelligente Contentlösungen im Fokus
08.12.2016 | time4you GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie