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Kleidung als "tragbarer" Computer

16.04.2002


Aktuelles Schwerpunktthema auf der Bekleidungsmesse Avantex

Jeder Zweite von uns trägt immer oder häufig ein Handy bei sich, und zwar ganz überwiegend in oder an seiner Kleidung. In Zukunft wird die Kleidung selbst Medium, Träger und Schnittstelle zugleich für unterschiedlichste Mikrosystemanwendungen sein. "Smart Clothes" mit integrierten Mikrochip- und Computersystemen werden den Menschen mit seiner Umwelt vernetzen. Sie bieten nahezu unbegrenzte Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten: Unabhängig von seinem Standort ruft ihr Träger über das Internet Wissen ab, lässt seinen Gesundheitszustand überwachen und steuert seine Hausgeräte. Mit Unterstützung der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" (AiF) untersucht das Bekleidungsphysiologische Institut Hohenstein gegenwärtig Anwendungsfelder und wirtschaftliches Potenzial der Hightech-Textilien für die Bekleidungsindustrie.

Die Hohensteiner Wissenschaftler befragten unter anderem mehrere hundert Personen verschiedener Alters- und Berufsgruppen. Die meisten von ihnen wünschen sich Smart Clothes für Aufgaben auf den Gebieten Kommunikation, Gesundheit, Sicherheit und Sport. Rund 80 Prozent der Erwachsenen würden ein intelligentes Kleidungsstück kaufen, wobei ein Drittel bei der Geschäftskleidung bis zu 10 Prozent mehr bezahlen würde, ein weiteres Drittel sogar bis zu 30 Prozent. Ähnlich sind die Werte für Berufs- und Freizeitbekleidung.

Die Untersuchungen der Forscher zeigen auch: Bevor die intelligente Kleidung im großen Stil auf den Markt kommt, müssen Energieversorgung und Pflege zuverlässig gewährleistet sein. Dies erfordert ein mobiles Energiesystem, das beispielsweise über Akkus in Form von Fasern oder über Solarzellen funktioniert, sowie eine technische Ausrüstung, die möglichst wasser- und wärmeunempfindlich ist.

Ansprechpartner: Martin Rupp, Bekleidungsphysiologisches Institut Hohenstein,
Abteilung Bekleidungstechnik, Tel.: 07143 271-301

Silvia Behr | idw
Weitere Informationen:
http://www.aif.de/

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