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Körpergeräusche eines künstlichen Patienten

14.11.2001


Auskultationsdummy und medizinische Bildverarbeitung auf der Medica 2001

Das medizinische Abhören von Körpergeräuschen insbesondere von Herz und Lunge ("Auskultation") kann künftig an einem künstlichen Patienten sehr viel effektiver studiert und abgeprüft werden. Mit einem solchen "Auskultationsdummy" präsentiert sich die Medizinische Universität zu Lübeck (MUL) auf der Medica 2001. Die Medica, das 33. Weltforum für Arztpraxis und Krankenhaus, findet vom 21. - 24. November 2001 in Düsseldorf statt.
Zu dem Auskultationsdummy gehören Sound-Dateien mit normalen und pathologischen Tönen und Geräuschen für die Auskultation von Herz- und Lungengeräuschen, Gefäßgeräuschen und Bauchgeräuschen. Die Neuentwicklung stammt aus der Klinik für Anaesthesiologie des Universitätsklinikums Lübeck (Direktor Prof. Dr. med. Peter Schmucker).
Unter Auskultation versteht man in der Medizin das Abhören von Körpergeräuschen mit dem Ohr oder Hörrohr zur Diagnose von Erkrankungen der inneren Organe. Der Auskultationsdummy ist konzipiert für die Lehre der Auskultation am Modell: er integriert das Auffinden der Auskultationspositionen mit dem Einspielen verschiedener, normaler und pathologischer Geräusche in ein modifiziertes, handelsübliches Stethoskop. Dies ermöglicht die schnelle, standardisierte Simulation verschiedener Krankheiten. Die Zuordnung der Geräusche zu den Positionen erfolgt softwareseitig; durch Umstellung des gewünschten Krankheitsbildes können viele verschiedene Auskultationsbefunde imitiert werden, was die Versatilität des Modells stark erhöht. Der Auskultationsdummy verbessert damit die Möglichkeiten, die Auskultation realitätsnah zu lehren. Es richtet sich in erster Linie an Universitäten und Medizinische Hochschulen als Werkzeug für eine praxisnähere Ausbildung und Prüfung.
Neben dem Auskultationsdummy ist die MUL auf der diesjährigen Medica mit drei Exponaten aus dem Institut für Signalverarbeitung und Prozessrechentechnik vertreten (Direktor Prof. Dr.-Ing. Til Aach). Es handelt sich um Neuentwicklungen aus dem Bereich der angewandten Bild- und Signalverarbeitung, die der Diagnoseunterstützung und biomedizinischen Bildanalyse dienen. Vorgestellt werden die computergestützte Diagnose neurologischer Erkrankungen (Digitales EEG), Diagnoseunterstützung bei zerebrovaskulären Erkrankungen (Perfusis-RHI) und die automatische Analyse biomedizinischer Strukturen (Morphosis).
Digitales EEG (Computergestützte Diagnose neurologischer Erkrankungen): Der Elektroenzephalographie kommt mit der Zunahme altersbedingter Demenzen eine wachsende Bedeutung in der klinischen Praxis zu. Um auch hier die Vorteile computergestützter Datenverwaltung zum Tragen zu bringen, zeichnet unser flexibles EEG-System, basierend auf neuesten Chipentwicklungen, kontinuierlich von bis zu 32 Ableitkanälen auf. Diese digitalen Daten können gleichzeitig diversen Echtzeit-Analysemethoden unterworfen werden, die nicht nur eine rasche neurologische Beurteilung, sondern auch auf dem Weg zur direkten "Mensch-Maschine-Schnittstelle" interessante Rückkopplungen erlauben.
Perfusis-RHI (Diagnoseunterstützung bei zerebrovaskulären Erkrankungen): Zur Diagnostik des Schlaganfalls wird eine neue, flexible und kostengünstige Methode mittels Ultraschall vorgestellt. Dabei wird durch die Bestimmung der Einströmdynamik eines harmlosen Kontrastmittels die lokale Hirn-Durchblutung (Perfusion) dargestellt. In Ergänzung zu radiologischen Standardverfahren können damit patientenschonend, frühzeitig und preisgünstig die akut geschädigten Hirnregionen am Patientenbett lokalisiert werden.
Morphosis (Automatische Analyse biomedizinischer Strukturen): Die effiziente Bildanalyse ist integraler Bestandteil der modernen biomedizinischen Forschung und Diagnostik. Routine-Auswertung und Beurteilung wichtiger Bildinhalte bindet die Erfahrung und das Wissen teurer Spezialisten. Das vorgestellte System erkennt zuverlässig morphologische Objekte und lernt das dazu erforderliche Wissen durch einfaches Point-and-Click. Dadurch können umfangreiche Bildserien (z.B. histologische/zytologische Schnitte) schnell und zuverlässig ausgewertet werden.
Die Lübecker Exponate auf der Medica sind auf dem norddeutschen Gemeinschaftsstand in Messehalle 14 zu finden (E05/F05).

Rüdiger Labahn | idw

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